Lesezeichen
‹ Alle Einträge

Die Öffentlichkeit erwartet lebenslang – Das Medienlog vom Montag, 9. März 2015

 

Bereits 190 Verhandlungstage dauert der NSU-Prozess – ein Kraftakt für alle Beteiligten. Ein Grund dafür sind die hohen Erwartungen der Öffentlichkeit, die der größte Prozess gegen Rechtsterrorismus in der deutschen Geschichte erfüllen soll. „Alles andere als eine lebenslange Haftstrafe für die Hauptangeklagte würde Unverständnis und Empörung auslösen“, kommentiert Marcel Fürstenau von der Deutschen Welle.

An jedem Werktag sichten wir für das NSU-Prozess-Blog die Medien und stellen wichtige Berichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

Das harte Urteil sei auch zu erwarten, sagt Fürstenau. Die Richter um den Vorsitzenden Manfred Götzl müssten indes ihre Unabhängigkeit beweisen. „Das gelingt ihnen und das ist beruhigend.“

Zusehends schwerer ist die Situation für die Hauptangeklagte Zschäpe. Wegen gesundheitlicher Schwierigkeiten wird in den nächsten Wochen nur noch an zwei statt drei Tagen verhandelt. Außerdem dürfen auf Antrag ihrer Verteidiger nur noch an zwei Tagen im Monat Fotografen und Kameraleute in den Saal. „Zschäpe hatte sich belästigt gefühlt. Und sie wirkt zunehmend instabil“, beobachtet Frank Jansen vom Tagesspiegel.

Bei den Verfügungen handle es sich um notwendige Schritte, um den Fortgang des extrem umfangreichen Verfahrens nicht zu gefährden: „Könnte Zschäpe längere Zeit an der Verhandlung nicht teilnehmen, würde es unumgänglich, das Verfahren gegen die Frau abzutrennen und (…) den Prozess gegen sie komplett neu aufzurollen.“

Das nächste Medienlog erscheint am Dienstag, 10. März 2015.