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Die Wahrheit über den NSU? – Das Medienlog vom Dienstag, 17. März 2015

 

Es ist ein übler Verdacht: Eine rechtsextreme Gruppe namens Neoschutzstaffel könnte mit dem Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter von 2007 in Heilbronn zu tun haben – und die Polizei soll Informationen dazu ignoriert haben. Dies ist das Ergebnis einer Sitzung des Stuttgarter Untersuchungsausschusses. Dass Parlamentarier den Ermittlern Hinweise auf ein rechtes Netzwerk geben müssen, „spricht für sich und führt zum Ausgangspunkt zurück“, kommentiert Markus Decker von der Berliner Zeitung.

Der Schluss der neuerlichen Erkenntnisse: „Der NSU hat allem Anschein nach nicht allein gehandelt, sondern hatte Verbündete, die ebenfalls geheim organisiert waren.“ Dabei handelt es sich jedoch um Fragmente. Wie umfangreich und verwoben das rechtsextreme Netz um die Gruppe tatsächlich war, lässt sich nicht ohne Weiteres beantworten: „Die Wahrheit über den NSU kennen wir noch lange nicht.“

An jedem Werktag sichten wir für das NSU-Prozess-Blog die Medien und stellen wichtige Berichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

Das nächste Medienlog erscheint am Mittwoch, 18. März 2015.

14 Kommentare


  1. „Die Wahrheit über den NSU kennen wir noch lange nicht.“

    Und werden sie auch nie kennen, denn sie ist politisch unerwünscht.

  2.   Sikasuu

    Mal wieder Ermittlungspannen? Es ist schon komisch was sich da an Pannen anhäuft.

    Ein Zeuge begeht am Tag einer BKA Vernehmung Selbstmord im Auto, indem er sich mit Benzin übergiesst, der Staatsanwalt weiss am gleichen Tag, das das Selbstmord war. Ein Zeuge der den „Tatwagen“ mit 2 Personen gesehen haben will wird nicht weiter befragt, es werden vage Spuren/Hinweise auf dritte Gruppen ohne genaue Prüfung zu den Akten gelegt, Begründung unglaubwürdig…..

    Also, diese Häufung von Fehlern, Pannen vesehentlichen Fehlschlüssen….. um NSU/NSA Bereich ist Zufall….

    Ich könnte das statistisch (trotz guter Grundausbildung darin) nicht erklären ….
    .
    sehr nachdenklich
    Sikasuu

  3.   Peter Friedrich

    Angesichts der – tut mir leid, aber man kann es wirklich nicht mehr anders nennen – „systematischen Ignoranz“ der deutschen Strafverfolgungsbehörden in diesen Fällen fragt man sich schon, wie weit die rechtsextremen Tentakel eigentlich in Polizei, Justiz und Verwaltung hineinreichen.


  4. Die Initiative finde ich sehr gut. Gibt es Zahlen darüber, wieviele Selbstmorde durch mit Benzin übergossene Autos geschehen? Mir kommt diese Tötungsart für einen Selbstmord untypisch vor, besonders in Verbindung mit dem Ort des Brandes. Man wird wirklich kein Wort gegen Russland bei den Ermittlungen zu Nemzow sagen können, solange dieser Fall nicht restlos aufgeklärt ist.

  5.   Optimist

    Schluss mit den Spekulationen über derartige Sonderbarkeiten im NSU-Fall! Die ausgezeichneten NSU-Berichterstatter von der Süddeutschen Zeitung sind sich (schon lange) sicher, dass es sich dabei samt und sonders nur um Legenden und Verschwörungstheorien handeln kann. Sie empfehlen stattdessen grenzenloses Vertrauen in die Aussagen und die Arbeit aller beteiligten Behörden. So geht „kritischer Journalismus“ im Deutschland des 21. Jahrhunderts.

  6.   Karl Müller

    @ 4.,
    Suizide mit begleitendem Brandereignis gibts schon ab und an. Nur in der Regel als wohl nicht beabsichtigte Folge der Selbstsprengung mittels Gas/Luftgemisch.

    Bei diesen Zeugen hatt das Brandereignis den unangenehmen Beigeschmack Potenzial für eine Verdeckungshandlung zu sein. Schon das gezielte „Entgleisen lassen“ des Zuckerstoffwechsels ist nicht einfach zu erkennen. Dazu nötige flache Injektionen sind nach so einem Brandereignis kaum noch erkennbar. Der Brand kann auch die Anwendung DNA-vernichtender Desinfektionsmittel am Ereignisort zumindest verdecken…

  7.   akomado

    @4.: „Man wird wirklich kein Wort gegen Russland bei den Ermittlungen zu Nemzow sagen können, solange dieser Fall nicht restlos aufgeklärt ist.“ – Prägnanter läßt sich die Ermittlungsproblematik bei offensichtlich politischen Verbrechen derzeit nicht zusammenfassen. – Aufruf an alle Journalisten, die bisher die von der staatlichen Version zum NSU-Komplex abweichenden Untersuchungen als „Verschwörungstheorien“ gebrandmarkt haben: Mißtrauen Sie den einheimischen Sicherheitsbehörden ebenso, wie den russischen! – Hier einen systematischen Unterschied zu machen, erscheint mir aus nicht angebracht. Behörden, die teilweise oder ganz im Geheimen arbeiten, ist grundsätzlich zu mißtrauen. Jedenfalls, wenn man sich als kritischer Bürger versteht.


  8. Die ganze wahrheit kann wohl nicht mehr an tageslich kommen die die es wirklich wussten sind Tod.
    Ob die dritte Person alles weis ist auch fraglich, viel bestimmt, aber alles?

    ich glaube immer noch das dass dann zu dem Plan gehörte das später sehr viel ungereimtheiten bleiben und vieles unlöbar erscheinen soll.
    Und Hauptsache der Staat bekommt sein fett weg.

    Ich kann mir vorstellen das aber auch noch lange nicht das ende der Aufklärung ereicht ist.


  9. In das „rechte Netzwerk“ gehört die rassistische Organisation „Ku Kux Clan“. Seltsamer Zufall, dass ausgerechnet der Gruppenführer von Frau Kiesewetter dort Mitglied war/ist.

  10.   Optimist

    @8
    „Und Hauptsache der Staat bekommt sein fett weg.“
    Ach je, der arme und soooo unschuldige Staat soll von überschlauen Rechtsradikalen reingeritten worden sein? Das glauben Sie aber nicht im Ernst, oder?

 

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