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Extra-Anwalt für Zschäpe: zu wenig Erfahrung? – Das Medienlog vom Dienstag, 30. Juni 2015

 

Die Hinweise auf einen Zuwachs in Beate Zschäpes Verteidigerteam verdichten sich: Der Vorsitzende Richter im NSU-Prozess, Manfred Götzl, teilte den Prozessbeteiligten mit, der Münchner Anwalt Mathias Grasel könnte als vierter Rechtsbeistand hinzustoßen. Grasel unterscheidet sich in einigen Punkten vom derzeitigen Anwaltstrio aus Anja Sturm, Wolfgang Heer und Wolfgang Stahl – dabei geht es auch um seine Vita: „Man tritt Grasel mit der Vermutung sicher nicht zu nahe, seine Erfahrung als Strafverteidiger eher begrenzt zu nennen“, schreibt Gisela Friedrichsen auf Spiegel Online. Er wurde 2011 als Rechtsanwalt zugelassen. Gleichwohl gebe es kaum einen Zweifel, dass das Gericht ihn einsetzen werde.

An jedem Werktag sichten wir für das NSU-Prozess-Blog die Medien und stellen wichtige Berichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

Ausgangspunkt der Personalnovelle ist der gescheiterte Misstrauensantrag von Zschäpe gegen Sturm. Bei dessen Abfassung, so heiße es, habe Grasel die Angeklagte bereits unterstützt. Auch deshalb ist fraglich, wie die Zusammenarbeit zwischen vier Anwälten aussehen würde: „Wie werden die bisherigen Verteidiger reagieren, wenn ihnen ein Kollege vor die Nase gesetzt wird, der zwar Zschäpes Vertrauen genießen mag, sonst aber ein ziemlich unbeschriebenes Blatt ist?“, fragt Friedrichsen.

Das nächste Medienlog erscheint am Mittwoch, 1. Juli 2015.

1 Kommentar

  1.   Ich

    Unbeschriebenes Blatt? Was soll das denn wieder heißen?
    Man muss also bekannt sein? Bekannt sein bedeutet demnach kompetent sein?
    Mitnichten.

 

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