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Die Nutzerdaten von Youtube-Account Liese1111 – Das Medienlog von Freitag, 17. Juli 2015

 

Einige weitere, erst am Donnerstag veröffentlichte Berichte beleuchten den Prozesstag vom Mittwoch. Franz Feyder von den Stuttgarter Nachrichten zeichnet den Weg der Youtube-Nutzungsdaten des von Beate Zschäpe benutzten Accounts Liese1111 nach.

An jedem Werktag sichten wir für das NSU-Prozess-Blog die Medien und stellen wichtige Berichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

Der Account existierte demnach seit Januar 2011. Bereits am 11. September 2012 übersandten die US-Behörden auf Anfrage der Bundesanwaltschaft eine DVD mit den in den USA sichergestellten Daten, schreibt Feyder. Die Daten lägen auch seiner Zeitung vor.

Unklar sei, warum die Daten offenbar erst jetzt ausgewertet wurden. Denn über den Account wurde unter anderem auch ein Mitschnitt der ZDF-Sendung Aktenzeichen…XY vom 28. Mai 2008 angesehen. In der bat ein Kriminalbeamter die Zuschauer, bei der Aufklärung des Mordes an der Polizistin Michèle Kiesewetter ein Jahr zuvor mitzuhelfen.

Weiterhin luden die Nutzer des Accounts laut dem Bericht auch Videos über Pornodarsteller, deren Arbeitsbedingungen und über die Pornoindustrie herunter, schreibt Feyder. (in anderen Berichten war von Pornos die Rede) Interessant waren für Zschäpe auch Videos über Rechtsextremisten und die Hooligan-Szene. Zudem waren unter den genutzten Videos auffällig viele, die das Verhältnis gewaltbereiter Fußballfans und der Fan-Szene des Bundesligavereins Borussia Dortmund beleuchten.

Die Thüringer Landeszeitung widmet sich der Vernehmung des Zeugen Mario B, der zum Thüringer Heimatschutz gehörte. Eine Befragung, in der B. immer wieder mit Gegenfragen reagierte. „Seine Vernehmung schrammt knapp einige Male am Eklat vorbei“, schreibt Kai Mudra. Seine Antworten hätten immer wieder Dreistigkeiten enthalten.

Das nächste Medienlog erscheint am Montag, 20. Juli 2015

6 Kommentare

  1.   Karl Müller

    Spannend das hier die Medienvertreter wieder mal versuchen Wunsch und wirklichkeit zu vermischen…..

    Tatsächlich sind ja nur die Aufrufe gelistet, wer diese getätigt hat, also vor dem Rechner saß kann nicht nachgewiesen werden.

    Bei den „Sauerländern“ war es noch ein Beispiel für deren Konspirationsverhalten dass sich die Gruppe mail-accounts geteilt hat, um dort für alle Gruppenmitglieder benutzbar, im Entwurfsordner Nachrichten abzulegen.

    Niemand hat hinterfragt das alle Beteiligten Zugriff gehabt haben sollen.

    Nun wird ohne Beweise das Gegenteil angenommen.

    Im übrigen ist es natürlich schön wenn auch Zeugen höflich sind. Nur müssen auch Zeugen nicht jede Suggestivfragerei die auf ein bestimmtes Aussagenergebnis hinarbeitet, willenlos mitmachen.

    Sie hier einen „Eklat“ herbeizuschreiben, kann derzeit nur aus der fortgesetzten Enttäuschung erklärt werden, das schon wieder ein Zeuge die eifrige mediale Vorverurteilung nicht mitmachen will!

  2.   Willi Wiesel

    Na, da scheint aber jemanden das Verfahren nicht recht zu schmecken.
    So ist das nun mal in einem Rechtsstaat mit Pressefreiheit.

  3.   izquierd

    So langsam wird die Berichterstattung über den NSU-Prozess in den Medien wirklich lächerlich!

    „Weil Zschäpe sich auch das Fahndungsvideo der Aktenzeichen-Sendung angeschaut habe, offenbare sie „Täterwissen“, schreibt die „Bild“-Zeitung.“ (Stuttgarter-Nachrichten)
    Soso, Zschäpe offenbart also „Täterwissen“, weil sie sich auch das Fahndungsvideo der Aktenzeichen-Sendung zum Mord an Michele Kiesewetter angeschaut hat. Haben dann die Millionen anderer Zuschauer auch dieses „Täterwissen“?! Achso, die haben kein „Täterwissen“, weil sie nicht in der NSU-Mordserie angeklagt sind. Ich verstehe! Ein wirklich schöner und lehrbuchhafter Zirkelschluss, den die Bild-Zeitung da raushaut! Und die Stuttgarter-Nachrichten gehen auf diesen Schmarrn auch noch ein. Ich gehe mal davon aus, dass dem Bild-Journalisten/Redakteur sein offensichtlicher Zirkelschluss bewusst ist (alles andere kann ich mir nicht vorstellen!), dann stellt sich natürlich die Frage, warum er so etwas macht?! Man muss dann eigentlich davon ausgehen, dass es ihm nur darum geht, Zschäpe und das Schlagwort „Täterwissen“ in einem Artikel unterzubringen…
    Das ist kein sauberer Journalismus! Es wäre wirklich wünschenswert, wenn endlich ein Teil der Medien zu einer seriösen Berichterstattung (zurück-)finden würde!

  4.   Karl Müller

    @ 3,

    natürlich ist das bekannt, Ich setze das in der dargebotenen Schriftform auch als beabsichtigt voraus!

  5.   Hr. Schulz

    Wie denn gefragt wurde wer die Kaution fürs Womo zahlte ist klarer und deutlicher Hinweis darauf, dass sich Beate Zschäpe in einer Metaphernsprache an die Öffentlichkeit wendet. Doch diese hört bewusst weg, weil nur einen Aufhänger für die Grundfrage des gesamten Verfahrens zu nutzen, die gesellschaftliche Verarbeitungskapazität überfordert, hinter der sich der politische Staat versteckt. Es folgt der damaligen Farce über das Klingeln bei der Seniorin, wo sie fragte ob ihr denn geglaubt werden würde. Dieses grundlegende Menschenrecht wird ihr mit jeder weiteren Zeile der Terrorschablone abgesprochen. Ich plädiere für mehr Menschlichkeit in allen Bereichen wo so unverhohlene Manipulation stattfindet. Rede doch damit du unsere Taubheit erkennen kannst. Ihr Leben ist verwirkt da sie für uns leidet, aber unsere „Dankbarkeit“ ist der glatte Hohn aus den Herzen welche nur noch Lügensubstrat pumpen.

    MFG

  6.   Karl Müller

    Auf den Kautionsgeld waren weder DNA noch Fingerabdrücke der Z. oder der Uwes nachweisbar…

 

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