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Neue Fragen an Zschäpe – Das Medienlog vom Mittwoch, 6. April 2016

 

Eigentlich sollte am Dienstag erneut der aus dem kriminellen Milieu stammende Zeuge Jens L. befragt werden. Stattdessen gab es weitgehend Stillstand: Der Zeuge sagte nicht aus, der kommende Prozesstag wurde abgesetzt. Das Gericht lehnte den Antrag des Mitangeklagten Ralf Wohlleben auf Aussetzung des Prozesses ab. Zudem stellte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl zehn neue Fragen an Beate Zschäpe – „vor allem eine hat es in sich“, bemerkt Wiebke Ramm auf Spiegel Online.

An jedem Werktag sichten wir für das NSU-Prozess-Blog die Medien und stellen wichtige Berichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

In den Fragen geht es überwiegend um den ebenfalls angeklagten Holger G., der den NSU-Mitgliedern Personaldokumente überlassen und Geld für sie aufbewahrt haben soll. Außerdem erkundigt sich Götzl nach einem Detail des NSU-Bekennervideos: Es geht um eine schriftlich vereinbarte Wette, an der neben einer Liese auch „Killer“ und „Cleaner“ teilnehmen. Diese Tarnnamen beschreiben nach Erkenntnis der Ermittler Zschäpe sowie ihre Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Als Wetteinsatz vereinbart ist unter anderem „200x Videoclips schneiden“ – der Anklage zufolge sind damit Szenen für das NSU-Video gemeint. Zschäpe selbst sagte aus, es sei um die Aufnahme von Fernsehserien gegangen.

Tim Aßmann vom Bayerischen Rundfunk beschäftigt sich mit der Perspektive der Angehörigen der Opfer. Diese warteten „weiter auf umfassende Aufklärung“. Er erinnert an das Versprechen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass alles getan werden solle, um die Taten aufzuklären: „Bisher wurde dieses Versprechen nicht erfüllt.“

Das nächste Medienlog erscheint am Donnerstag, 7. April 2016.

2 Kommentare

  1.   Milena D Amico

    Kaugummi Stratege

    Prozess scheint eine Kaugummi Strategie zu haben in welchen man immer gleichen Zeugen und Ereignisse in der Länge zieht um dann , am Schluss, einen Urteil zu machen welcher zwar nicht gerecht ist jedoch als Erleichterung für Staat , Angehörigen sowie Medien endlich vorhanden .
    Meine Meinung :

    Staatsanwaltschaft scheint Angst zu haben noch andre Wahrheiten und Schrecklichhkeiten zu NSU Morden zu finden und damit den Staat, also sich selber, zu verschmutzen.

    Staatsanwaltschaft vermeidet es neu Zeugen zu suchen sowie neue und genau Erkenntnisse welche nicht unmittelbar mit den bekannten Morden an den Migranten zu tun haben zu entdecken.
    ___________________________
    Editiert. Bitte beachten Sie das Artikelthema.

  2.   peterra

    Was helfen die besten Fragen, wenn sie nicht beantwortet werden.

    Die Hinterbliebenen sterben allmählich weg – und ich fühl mich gerade auch nicht sehr wohl…

    Wird eher schwierig, aus diesem epischen Prozess noch eine Erfolgsstory bundesdeutscher Rechtssprechung zu formen. Dasselbe galt bereits für die Strafverfolgung. Es wird Zeit, die Peinlichkeiten zu Ende zu bringen.

    Die Blumentöpfe, die es zu gewinnen gab, sind lange verwelkt.

 

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