‹ Alle Einträge

Warten auf ein neues Leben – Das Medienlog vom Montag, 8. Januar 2018

 

Derzeit laufen die Plädoyers der Nebenkläger im NSU-Prozess. Die Hinterbliebenen der Opfer stellen ihre Sicht der Dinge dar. Doch wie genau sieht es in ihnen aus? Beispielhaft stellt dies eine Reportage von Armin Lehmann im Tagesspiegel dar. Es geht um Abdul Kerim Simsek, Sohn des 2000 in Nürnberg ermordeten Enver Simsek.

Demnach ist die Tat eine Hypothek, die bis heute auf dem 30-Jährigen lastet. Der NSU habe Simsek „ein anderes Leben aufgezwungen“. Noch immer hadere der Sohn mit seinem Schicksal und auch mit dem Sinn des Prozesses in München: „Vor ihm eine Wand, die er nicht überwinden kann. Dahinter wiederum, glaubt er, könnte ein glücklicheres Leben warten. Vielleicht.“

An jedem Werktag sichten wir für das NSU-Prozess-Blog die Medien und stellen wichtige Berichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

Das nächste Medienlog erscheint am Dienstag, 9. Januar 2018.

6 Kommentare

  1.   hallo ronny

    Das Problem dürfte sein, das man als Angehöriger die Gewissheit haben will, das der oder die Täter gefasst sind.
    Wo soll die her kommen?
    Das Böhnhardt und Mundlos das Opfer Simsek erschossen haben bleibt leider nur eine Behauptung der Anklage, dazu mit fadem Beigeschmack, sieht man die anderen Fälle.
    Es fehlt nicht nur an Beweisen, es fehlt bereits an Indizien.
    Daran hat das jahrelange Gerichtsverfahren nicht geändert.
    Die Tatorte haben keine Spuren ergeben, die eine Anwesenheit oder gar Tatausführung der angenommenen Täter, auch nur ansatzweise, belegen.

    Das ist kein Beweis für eine Unschuld, nur den Bedarf es auch nicht.
    Die Unschuldsvermutung zählt und die ist mit Behauptungen nicht zu widerlegen.

  2.   fliegenklatsche

    @ hallo ronny
    wie ist es denn dann wenn etwas nach etwas bekannten aussieht, so riecht sich so anfühlt und bei vielen so schmeckt wie das für das es gahlten wird?

    So eine Aussage kann doch nur kommen wenn man wirklich nicht alle faccetten des ganzen kennt.
    Ok ok alles ist nicht bekannt, aber schon verdammt viel, soviel das es zu einer Verurteilung reichen sollte, oder nicht?

  3.   PLA-Sachsen

    Liebe(r) Fliegenklatsche,

    welche Rolle spielen Sie hier? Sie machen immer dunkle Andeutungen, über ein Hintergrundwissen zu verfügen, das Beweise oder überhaupt Argumente gewissermaßen entbehrlich mache. Auf „hallo Ronny“s korrekte Feststellung, es sei überhaupt nichts bewiesen, antworten Sie mit folgender, höchst unfairen Bemerkung: „So eine Aussage kann doch nur kommen wenn man wirklich nicht alle faccetten des ganzen kennt.“ – Und welche Kenntnisse reklamieren SIE denn für sich? Lächerliche, möchte ich sagen!

    Denn sie erschöpfen sich in Ihrem – angeblichen! – Gefühl: „wie ist es denn dann wenn etwas nach etwas bekannten aussieht, so riecht sich so anfühlt und bei vielen so schmeckt wie das für das es gahlten wird?“

    Ganz ehrlich gefragt: Für wen schreiben Sie?

  4.   Vater Klaus

    An meine Vor-Kommentatoren: Sehen Sie, das für Ungeübte am schwersten Verständliche am Verhalten der Berufs-Richter ist deren Prinzip, niemanden zu glauben, der nicht klare Zeugen-Aussagen beibringt (die oft unklar und wider-sprüchlich sind) UND/ODER der Vorträge mit schriftlichem Beweis unterlegt. Logische Schlüsse werden immer hintan gestellt. Diese würden bei Laien und Ungeübten eher zuerst zählen. Ich habe lange in einer Kanzlei als priv. Gutach-ter mitgewirkt. Machen Sie Forderungen aus Schulden geltend, müssen Sie zu jeder !! ihrer Behauptungen den schriftl. Auftrag und die Zahlung nachweisen, evtl. auch die schriftliche, formelle Mängelanzeige. Ohne Letztere kann eine Zahlung nicht fällig werden, obwohl die Forderung unbestritten bleibt. Das BGB u.a. sind wahre geistige Meisterwerke von Denkern des 19. Jahrhunderts. Hinzu kommen aktuelle, Recht setzende Kommentare und Urteile der (Ober-)gerichte. Ebenso beim StGB. Das Urteil wird zwar vom Richter verkündet und begründet, die Hauptarbeit in den Büros machen Sachverständige und sehr fleißige Schrift-führer, oft Frauen als Juristen. Die machen als Beauftrage des Vorsitzenden die Texte fertig. Oft in einem Deutsch, das in dieser Eleganz kaum noch verwendet wird. Daran ist der Rechtsstaat zu messen. In unzivilisierten Ländern, wenn sie den Überbau wie den Staat überhaupt haben, wird in wenigen Stunden Recht gesprochen — und der Deliquent abgeknallt. Besonders türkische Mitbürger erleben hier, was zuhaus wegen laufendem Staatseingriff in die Justiz völlig abweichend ist. Auch deswegen können die Weststandards in der Türkei nicht erreicht werden, was deren Aufnahme in die EU dauerhaft und stärkstens ver-hindert hat. Der NSU-Prozess (nicht einmal das „NSU“ ist bewiesen) könnte völlig andere Grundlagen haben als äußerlich diskutiert wird. Ich möchte kein Richter sein. Es geht sicherlich um sehr viel mehr als Pistilen – Attentate und 10 Tote. Vielleicht auch nicht ? Wenn Berufung oder Revision stattgegeben wird,
    wird der gesamte Stoff nochmal durchgemangelt. Frau Tschäpe wird die Höchst strafe erhalten, Schadensersatz nebst Verfahrenskosten leisten müssen, dies unter Haftzeitanrechnung. M.E. werden wir nie erfahren, was wirklich ablief. Eine wahre, offene Beichte wird T. –wie auch immer — nie ablegen (können).

  5.   Vater Klaus

    Nachtrag: Die Anwälte wollen verdienen und nicht das Recht und den Spruch beeinflussen. Sie bekommen ihre Vergütung nach RVG, die sich nach dem Streitwert richtet. Die Festsetzung des Streitwertes erfolgt in einem gesond. Verfahren nach Geltenmachung aller Aufwändungen aller Parteien. „Schluss-worte“ der Beklagten und Nebenkläger interessieren die Richter kaum. Sie werden gestattet nach dem Prinzip des rechtlichen Gehörs. Richter sind „Fak-tenmenschen“ und Lügen zzgl. Tränen und Krokodilstränen satt gewohnt. Sie hören dabei kaum hin. Wenn der Prozess off. für beendet erklärt wird, kann jeder sagen was er will. Es zählt nicht mehr dazu. Desgleichen ein verspäteter Vortrag zur Beweisaufnahme. Auch, wenn er der Rechtsfindung dienen könnte. Die Richtungswechsel a la Barbara Salesch sind komisch und auch noch selten ! Wer aussagen will, muss über einen zugelass. Anwalt per Antrag off. geladen werden. Rein-Platzen und Reden ist nicht zulässig. Die Angeklagtenvertretung darf nicht überrumpelt werden. Mal sehen, ob der Prozess zu wiederholen ist ?

  6.   fliegenklatsche

    Hier werden nur Meinungen und teilweise Wissen geteilt, manche haben anscheind fundiertes Wissen manche nur gefährliches Halbwissen.
    Jedem das seine.
    Das nicht einfach in eine laufende Verhandlug geplatzt werden kann sollte jedem klar sein.
    Nur wie ernst oder eben nicht man das hier nimt liegt bei jedem selbst, hier wurden schon genügend Kommentare gelöscht oder editiert weil sie wohl unpassend waren.
    Hier geht es wohl auch um emotionen, die meisten empfinden doch wohl bei dem Thema NSU Wut oder auch Angst und Unsicherheit.

    Wie will man etwas beweisen was zwei Tote getan haben wobei sie keine fassbaren Spuren hinterlassen haben nur mit ihren Taten andere in ihren sog gezogen haben und so ein riesen schwarzes loch gerissen haben das jeder hinter einem schatten sofort einen Täter vermutet?

    Ich selber habe manchmal sowas wie eine enttäuschung empfunden und es ist nicht immer einfach klar und sachlich über diese dinge zu denken, aber es gibt zuviel was sich nicht leugnen lässt.

    Ich halte es für überflüssig den Prozess zu wiederholen, wo sollte ein Grund liegen? da war ein Angeklagter so geständig und sagte zu anfang das er den beiden Uwes eine waffe besorgt habe, die beweise gegen die anderen sind nur ziemlich schwer standhaft zu entkräften, warum dann so eine frage?

 

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Anmelden Registrieren