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Wohlleben scheitert mit Antrag – Das Medienlog vom Mittwoch, 31. Januar 2018

 

Mitten in den Plädoyers der Nebenklage wollten die Verteidiger des Mitangeklagten Ralf Wohlleben wieder in die Beweisaufnahme einsteigen und beweisen, dass nicht er, sondern zwei andere Thüringer Rechtsextreme die vom NSU verwendete Pistole Ceska 83 besorgt haben. Wegen der Beschaffung ist Wohlleben als Mordhelfer angeklagt. Nun hat das Gericht den Antrag der Anwälte abgelehnt. Diese kündigten eine Gegenvorstellung an.

„Die Hängepartie im NSU-Prozess nimmt kein Ende, der Fortgang der Plädoyers ist weiterhin nicht in Sicht“, merkt Frank Jansen vom Tagesspiegel an. Denn lässt das Gericht die Verteidiger mit ihrer Gegenvorstellung abblitzen, drohe erneut ein Befangenheitsantrag, wie schon viele Male zuvor. Die Geduld von Richter Manfred Götzl sei „schier unerschöpflich“, heißt es bei Julian Löwis of Menar vom Bayerischen Rundfunk. Schließlich gelte: „Leicht ist und war im NSU-Prozess gar nichts!“

An jedem Werktag sichten wir für das NSU-Prozess-Blog die Medien und stellen wichtige Berichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

Das nächste Medienlog erscheint am Donnerstag, 1. Februar 2018.

1 Kommentar

  1.   hallo ronny

    Der wichtigste Punkt dabei geht unter.
    Es geht un DIE Cheska und nicht irgendeine. Mit einem zweiten Lieferanten wird eine entscheidende Frage aufgeworfen. Wenn zwei eine Ceska 83 geliefert haben, welche ist die, die zehn Jahre später im Schutt von Zwickau lag.
    Die Antwort, das kann man objektiv gar nicht bestimmen. Beim Waffentyp ist Schluss. Niemand ist in der Lage gleiche Waffen zu unterscheiden. Weder sofort, als Hütchenspiel, schon gar nicht zehn Jahre später.
    Was für zwei Waffen gilt, und nun über die neuen Lieferanten als Thema hoch gekommen ist, gilt aber eben auch für eine Waffe.

    Es ist überhaupt nicht möglich einen Beweis der Identität zwischen einer gelieferten Waffe und einer zehn Jahre später gefundenen herzustellen.
    Dazu bräuchte die Waffe ein Alleinstellungsmerkmal der Erkennbarkeit. Autogramm von Elvis drauf oder so.
    Heißt der Anklagepunkt Beihilfe scheitert schon an der Waffenidentifizierung und hätte nie vor Gericht gedurft. Denn da gilt die Unschuldsvermutung, die durch Beweise zu widerlegen ist.

 

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