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Frauen haben bei den Simpsons (fast) nichts zu sagen

 
Bart hat bei den Simpsons mehr zu sagen als Lisa – und Homer mehr als Marge. © Daniel Deme/dpa
Bart hat bei den Simpsons mehr zu sagen als Lisa – und Homer mehr als Marge. © Daniel Deme/dpa

Die Simpsons sind Kult. 580 Folgen in 27 Staffeln voll von hintergründigem Humor, düsterer Vorhersagen, Anspielungen und viel Mathematik. Nach 27 Jahren gibt es ausreichend Material für die Statistiker – und einer von ihnen hat nun ermittelt, dass die Serie Frauen nicht wirklich oft zu Wort kommen lässt.

Todd Schneider ist Programmierer und großer Simpsons-Fan. Er hat die Dialoge aller Folgen ausgewertet und kommt zum Ergebnis, dass Frauen in der Serie nicht allzu viel zu sagen haben. Wobei: In der Familie Simpson und ihrem engsten Umfeld selbst ist das nicht ganz so auffällig. Doch auch hier spricht der Mann mehr als seine Ehefrau und der Sohn mehr als seine Schwester. 1,3 Millionen Wörter sind bis einschließlich Staffel 26 gesagt worden – und 21 Prozent davon kamen aus dem Mund von Homer Simpson. Auf Rang 2 kommt Marge, dicht gefolgt von Bart und Lisa:

Frauen haben bei den Simpsons (fast) nichts zu sagen
Zahl der von Hauptcharakteren gesprochenen Worte in den Simpsons-Staffeln 1-26. © Screenshot Todd Schneider

Interessanter ist der Blick auf die Zahl der gesprochenen Wörter bei den Nebenfiguren. Dort ist die erste Frau (Edna Krabappel) erst auf Rang 15 zu finden, nach Serien-Schwergewichten wie Mister Burns, dem Barmann Moe und Schulrektor Seymour Skinner, die offenbar mehr zu sagen haben als beispielsweise Marge Simpsons Schwestern Selma und Patty oder Skinners Mutter Agnes. Überhaupt sind unter den 50 aufgelisteten Nebencharakteren mit dem größten Gesprächsanteil in der Serie gerade einmal fünf Frauen:

Zahl der von Nebenfiguren gesprochenen Worte in den Simpsons-Staffeln 1-26. @ Screenshot Todd Schneider
Zahl der von Nebenfiguren gesprochenen Worte in den Simpsons-Staffeln 1-26. (Auszug aus der Grafik) @ Screenshot Todd Schneider

Frauen, so schreibt Todd Schneider, haben an den Simpsons-Dialogen gerade einmal einen Anteil von 25 Prozent – und da sind die Hauptfiguren Marge und Lisa noch eingerechnet. Ohne die Familie Simpson hätten weibliche Charaktere in der Serie einen Dialoganteil von weniger als zehn Prozent. Wie schade, dass sich Maggie bis heute als nicht besonders gesprächig herausgestellt hat.

 


39 Kommentare

  1. Avatar  FredSchrad

    Ich frage mich ernsthaft, ob es sinnvoll ist scheinbar fehlende Gleichberechtigung mit den Mitteln simpler Arithmetik zu begründen.

    Sagen die reinen, in Minuten oder Wörtern kumulierten Gesprächsanteile der Charaktere wirklich etwas über Gleichberechtigung aus? Oder ist es vielleicht wichtiger zu erforschen, wer was warum und aus welchem Hintergrund heraus sagt?

    Ist eine Serie oder ein Film, in dem Frauen oder Männer weniger zu Wort kommen per se frauen- oder männerfeindlich?

    Nehmen wir „Herr der Ringe“ zum Beispiel. Die Buch- bzw. Filmreihe wird gerne zitiert, um angebliche Ungleichheit und Diskriminierung zu veranschaulichen, da mit Éowyn, Arwen und Galadriel nur drei weibliche Figuren einem Heer von männlichen Haupt- und Nebenfiguren entgegenstehen.

    Aber ist es nicht viel wichtiger zu erforschen, wie die Figuren gezeichnet sind, anstatt mit der Stoppuhr die Screen Time zu messen?

    Bei „Herr der Ringe“ sind zwar nur drei Frauen im Haupt-Cast – dafür aber in bemerkenswerten Rollen. Es sind allesamt starke Frauen; mächtig, furchtlos, heldenhaft, kampfstark. Zudem denke man an die Schlüsselszene, in der Éowyn den Hexenmeister von Angmar tötet, der von keines -Mannes- Schwert getötet werden kann – von einer Frau jedoch schon.

    Welches Szenario ist also sexistischer? Ein Film, in dem Frauen zwar übermäßig viel Text sprechen, aber in klischeehaften, platten Rollen gefangen sind? Oder ein Film, in dem Frauen zwar seltener auftreten, dafür aber emanzipierte, starke Rollen spielen?

  2. Avatar  Maulwurfschanze

    Das ist das Ergebnis davon, dass so viele Aktivistinnen und Feministinnen etwas zu bemängeln und korrigieren haben, dass von Frauenrollen gar nichts mehr übrig bleibt. Welche Rolle könnte man mit einer Frau besetzen, ohne einen Shitstorm zu bekommen, man beachte, es geht hier darum Rollenbilder zu karikaturieren, also auch etwas lächerlich zu machen.

  3. Avatar  Temposcriber

    Ich glaube wir haben schon längst den Punkt der Absurdität überschritten.

  4. Avatar  Hesekiel1985

    Das Problem sollte doch fuer unsere aufgeklaerte Gesellschaft relativ einfach zu loesen sein.

    Homer identifiziert sich in der neuen Staffel als Frau, aendert das Geschlecht mithilfe von Doctor Nick und wird Homina. Zur Sicherheit entdeckt Lisa, dass sie nicht binaer-sexuell ist und tritt in jeder Folge in einer leicht abgewandelten Geschlechterrolle auf.

    Bart wird ein Apache Kampfhelikopter.

    Problemo solved!

  5. Avatar  Maulwurfschanze

    Jeder gescheite Anwalt wird Ihnen raten, bringen sie lieber zu wenige Frauen mit wenig Text, und machen sich juristisch unangreifaber. Als irgendeine Rolle zu bringen, die irgend welchen Aktivistinnen nicht gefällt und der Ruf der Serie ruiniert wird. Es verlieren Professoren ihren Job, weil eine Studentin den Witz nicht versteht. Simpsons macht viele Witze.

  6. Avatar  Hainuo

    Diejenigen Personen, die sich mit sowas befassen, sollten eventuell wenigstens erwähnen, dass die einzigen halbwegs normalen und nicht bescheuerten Figuren gerade die zwei Frauen mit großem Redeanteil sind. Der Rest sind stereotype Darstellungen von Männern, die wir nur in Gelb unfassbar gerne mögen, weil man dort über sie lachen kann.

  7. Avatar  Kiwistrauch

    Dafür sind die größten Vollidioten der Serie auch alles Männer (Mit Homer und Bart sogar zwei Hauptcharaktäre), ebenso wie die größten Versager. Außerdem sind in der Serie fast alle kriminellen, inkompetenten und korrupten Charaktäre männlich. Und: Wenn Männer in der Serie sprechen, kommt häufig sinnloser Unsinn heraus, während Lisa und Marge (als die präsentesten Frauen der Serie) deutlich rationaler dargestellt werden. Die Analyse ist eine nette Spielerei ohne besondere Aussagekraft.

  8. Avatar  Talano68

    Auffallend ist das Männer oft als dumm, hinterhältig und primitiv dargestellt werden, wärend Frauen meist besser abschneiden.
    Skandal!

  9. Avatar  menssana1

    Frauen sind in der Sendung durchweg die einzig intelligenten Figuren. So ziemlich alle männlichen Figuren sind dummdreiste, faule, infantile, inkompetente, alkoholkranke Verlierer. Das ist Fakt und wer da Diskriminierung der Frau wittert, dem ist schlicht und einfach nicht mehr zu helfen. :(

  10. Avatar  nicouh

    Homer ist ja nun mal auch die Hauptrolle. Daher sind auch seine natürlich eher männlichen Freunde mehr im Mittelpunkt… Eine Beschwerde wie „Hauptrolle wichtiger als Nebenrolle. Skandal!“ ergibt auch sehr wenig Sinn.
    Aber wie gesagt ist es nicht wichtig, wie viel eine Person sagt, sondern was sie sagt. Und da haben die Frauen bei den Simpsons einen noch größeren Vorsprung gegenüber den Männern…

 

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