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Tanzen unter Einfluss von Aufputschmitteln

Awolnation, was soll das heißen? Nehmen die Drogen? Der Amerikaner Aaron Bruno und sein hyperaktives Pop-Projekt sind auf dem Kreuzzug durchs Internet.

© Red Bull Records

Fangen wir mal mit der Musik an – das ökonomische, optische und digitale Drumrum kommt später. Also: Außerirdische haben den unehelichen Sohn von David Bowie und Jerry Lee Lewis entführt, ihm einen Starkstrom-Synthie unter die Pfoten geschoben und ein paar Durchgeknallte vom Planeten der Punks zur Seite gestellt. Weiter„Tanzen unter Einfluss von Aufputschmitteln“

 

400 Kilogramm Tontechnik in der Wüste

Diese Musiker waren im Trainingscamp für libysche Rebellen und zogen später für die Tuareg in den Kampf. Auf ihrem neuen Album besingen Tinariwen die Schönheit der Dürre.

© Marie Planeille

Weltmusik ist zum Schimpfwort geworden. Zahme Exoten musizieren da, heißt es, die sich für Geld von weißen Produzenten an der Kette in die Manege führen lassen. Weiter„400 Kilogramm Tontechnik in der Wüste“

 

Schlabberige Funk-Rap-Rock-Pop-Kost

Eingängiges Zeug, aber keine Gewürze. I’m with you, das zehnte Album der Red Hot Chili Peppers, zeigt: Die Herren sind fad geworden.

© Warner

War ’ne klasse Fete: Ein Kumpel von einem Kumpel hatte beim zweiten Versuch endlich das Abi geschafft. Aus dicken Boxen wummerten die Red Hot Chili Peppers über den Schulhof, auf dem wir schon ab mittags soffen. Hinterher saßen wir bis zum Morgen im Park und versuchten, unseren billigen Nylonsaitenklampfen ein halbwegs erkennbares Under The Bridge zu entlocken. Weiter„Schlabberige Funk-Rap-Rock-Pop-Kost“

 

Crosser geht’s nicht

„Cross generational, cross cultural, cross genre“ – aber nicht „cross gender“! Die Schlagzeugerin Terri Lyne Carrington hat eine weibliche Jazz-Supergroup um sich versammelt.

© Tracy Love

Im Jazz war es lange wie auf Piratenschiffen: Frauen haben an Bord nichts zu suchen, sie bringen Unglück. Auch heute sind ihnen in der Regel bestimmte Rollen vorbehalten. Singen. Ein bisschen Tasten drücken. Das war es meistens. Terri Lyne Carrington hält dagegen Weiter„Crosser geht’s nicht“

 

Luzifers Jugendstiftung rockt vorm Altar

Sie nennen sich Wu Lyf, haben das Düstere, Mysteriöse als PR-Strategie gewählt und vermummen sich. Was ist dran an der Hype-Band aus Manchester?

© Lyf Recordings

Leise ist schon lange das neue Laut, Geheimniskrämerei die neue Publicity-Strategie. Wu Lyf umgab von Anfang an Mysteriengewaber. Das fängt beim Bandnamen an, der für „World Unite! Lucifer Youth Foundation“ steht Weiter„Luzifers Jugendstiftung rockt vorm Altar“

 

Tom Waits im Huglfinger Hinterland

Saupreißn, Obacht! Zur Vorbereitung auf die Alpenferien erklärt die CD-Reihe „Stimmen Bayerns“, dass Liam und Steam die beschwingten Brüder von Liebe und Tod sind.

Monaco Franze alias Helmut Fischer (© dpa)

Es gibt sie noch, die letzten Dinge: den Tod und die Liebe. Demnächst kommen auch der Hass und der Rausch, die Freiheit, Betrug, Mord und Totschlag dazu. Das Label Trikont nimmt sich dieser Großthemen an, und zwar auf Süddeutsch Weiter„Tom Waits im Huglfinger Hinterland“

 

Der wunderbare Blues-und-Boden-Sound

Zu Wim Wenders‘ „Pina“ steuerten sie ein Stück bei. Nun bringen Hazmat Modine ihr neues Album „Cicada“ heraus: Es wurzelt tief im amerikanischen Humus.

© Jaro

Hazmat Modine ist das Ding aus den Sümpfen. Ein urzeitliches Dschungelmonster, das mit langen Krallen Mangrovenwurzeln im Mississippidelta aushöhlt, um mit Zuckerrohratem brünftige Balzgesänge hindurchzuröhren. Weiter„Der wunderbare Blues-und-Boden-Sound“

 

Konstruktion im Proberaum

Vor vier Jahren erregte die Gruppe Battles großes Aufsehen mit ihrem komplexen Mathrock. Jetzt kehrt sie ohne Sänger, aber mit dem neuen Album „Gloss Drop“ zurück.

© Warp Records

Der Sänger ist weg. Tyondai Braxton hat die Battles im vergangenen Herbst verlassen, um solistisch mehr loszumachen. Was aber ist eine Band ohne Sänger? Queen ohne Freddie? Doors ohne Jim? Stones ohne Mick? Weiter„Konstruktion im Proberaum“

 

Gieß Budweiser ins Klavier!

Der Amerikaner Alexander Ebert ist vom Partypunk zum Zottelhippie mutiert. Auf seinem neuen Album verbeugt er sich vor den Großen der Songwriterzunft. Ein Riesenspaß

© Vagrant Music

Das Leben von Alexander Ebert muss man sich wohl als ein ewiges Auf und Ab vorstellen, als Abfolge von Gegensätzen. Da schleppt der Papa, ein Psychotherapeut und Musikologe, den kleinen Alex singend durch die Wüste Weiter„Gieß Budweiser ins Klavier!“