China rettet die Welt
Dass die Aktienmärkte, ebenso wie die Rohstoffmärkte, weiter haussieren, hat nicht zuletzt damit zu tun, dass sich im Fernen Osten ein Land weitgehend von der globalen Rezession abgekoppelt hat und kräftig wächst: Chinas Beitrag zum globalen BIP beträgt zwar “nur” 8%, aber das reicht, die Exporte Deutschlands und Japans, selbst der USA, wieder in Fahrt zu bringen und die Stimmung zu verbessern. Die Rohstoffpreise werden zur Zeit fast gänzlich von Chinas Strategien dominiert. Im Übrigen halten die Notenbanken und die Finanzminister weltweit den Fuß fest auf dem Gaspedal. Die expansive Politik schlägt inzwischen sichtbar an: Im abgelaufenen dritten Quartal dürfte das globale BIP mit einer annualisierten Rate von 3 bis 4 Prozent zugenommen haben. Nach einem Rückgang um 1,1 Prozent in diesem Jahr, dem ersten Rückgang seit der Nachkriegszeit, dürfte es im nächsten wieder eine positive Zuwachsrate von 3,1 Prozent geben – sagt der Internationale Währungsfonds.
Die Kapazitätsauslastung bleibt aber global sehr niedrig, so dass vorläufig keine Inflationsgefahren drohen. Deflation ist nach wie vor ein Risiko. In China nimmt das reale BIP 2009 um vermutlich 8 1/2 Prozent zu, der BIP-Deflator, das breiteste Inflationsmaß, sinkt gleichzeitig um etwa 4 Prozent. Insgesamt dürften die Bondrenditen noch um Einiges fallen. Für den Euroraum kommt in dieser Hinsicht als positiver Faktor hinzu, dass der Dollar weiter abwerten dürfte. Der EZB wird nichts übrig bleiben als irgendwann im nächsten Jahr die Zinsen weiter zu senken – erst danach dürfte über Interventionen am Devisenmarkt nachgedacht werden.
So breit aufgestellt das Wachstum der Weltwirtschaft zur Zeit ist, so wenig ist sicher, dass es ohne wirtschaftspolitische Krücken geht. Die Kreditvergabe ist schwach, die Banken haben noch gewaltigen Abschreibungsbedarf, die Arbeitslosigkeit steigt vermutlich noch um Einiges, und in vielen Ländern hat Sparen oberste Priorität, etwa in den USA, wo Haushalte und Banken mit Überschuldung und notleidenden Assets im Gefolge der geplatzten Immobilienblase zu kämpfen haben.
Daher: Eine neue Euphorie wird es nicht geben. Rückschläge, auch große, werden sich nicht vermeiden lassen. Aber für’s Erste bleibe ich dabei, dass die Aussichten sowohl für Aktien als auch für Anleihen nicht schlecht sind.
Ausführliches zur wirtschaftlichen Lage in den USA, Euroland, Japan, China und Russland sowie den Aussichten für Aktien, Bonds, Rohstoffe und Wechselkurse in meinem neusten Investment Outlook:
Wermuth’s Investment Outlook – October 2009*) (pdf, 239 KB)
*) Den Investment Outlook von Dieter Wermuth in englischer Sprache gibt es einmal im Monat und er wird zunächst kostenlos auf Herdentrieb zum Herunterladen bereitgestellt. (ur)
@spirit
Ja, Insider verkauften, Banken verkaften, auch die verkündeten Gewinne der Deutschen Bank waren Aktienverkäufe. Ebenso ein Teil der Goldman-Gewinne, Aktien- und Rohstoffhandel, wenn echte Gewinne, dann billiger Kauf und teurerer Verkauf.
Es gibt zwei Möglichkeiten. Der Spread zwischen durch Derivate hochgetriebene Aktienindizes und wirklich umgesetzten Aktien zu Kurswerten schließt sich durch hochmotivierte Bullenscharen oder die Kurse hängen in der Luft, bis die “Liquidität” so spurlos verschwindet, wie sie sich unerkannt ranschlich. Alternativ dazu könnten die Marktmanipulateure die Kurse plus minus seitwärts halten, was mit der Zeit sehr teuer würde.
Börsenpsychologie sollte man nie mit Ökonomen- und Politikerpsychologie verwechseln, sonst wäre die Börse sehr bald kein Markt mehr. Leider sind uns die bisweilen äußerst nützlichen nackten Shorties abhanden gekommen, die waren immer nette Kurstreiber, wenn sie im richtigen Moment einen kräftigen Tritt vor die Kniescheibe gekriegt haben.
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China rettet die Welt – das Vereinigte Königreich aber offenbar nicht. Dort wurde im dritten Quartal ein durchaus beachtliches Minuswachstum beim BIP von 0,4 Prozent verzeichnet. Einstweilen ist es unerklärbar, warum dort die Talfahrt trotz Einkaufsmanagerindizes im positiven Bereich weitergeht und im Rest der Welt nicht. Welche ökonomische Größe treibt das Wirtschaftswachstum wirklich an?
Auch mit einem über die Maßen boomenden China können wir in den USA und Europa eine Rezession haben. Die Volkswirtschaft des Vereinigten Königreichs unterscheidet sich bekanntlich nicht sehr von der der Vereinigten Staaten. Der große Dienstleistunssektor befindet sich dort noch lange nicht in Erholung, und der Zwischenboom im Industriesektor wegen Lagerzyklus und Konjunkturprogrammen ist bald vorbei.
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Ach Leute, Ihr mit Euren Zukunftsprognosen.
Ihr wisst nicht mal, was morgen ist.
D. Wermuth meint, die EZB würde demnächst die Zinsen noch weiter senken, um den Euro zu schwächen.
Der Chefvolkswirt der DB Waltert meinte heute morgen auf n-tv, im nächsten Frühjahr würden die Notenbanken beginnen, die Zinsen zu erhöhen.
Warum sollten sie die Zinsen erhöhen wollen, wenn es mit der Konjunktur weiter bergab geht?
Also, was denn nun?
Gestern prophezeite ein Chart-techniker einen Absturz des DAX auf 4500 oder gar noch tiefer. Aber erst würde der DAX auf 6100 steigen.
Ich habe mir überlegt, ganz ruhig zu bleiben, meine AltTaktien nicht anzurühren und auch den nächsten Abschwung auszusitzen.
Der Aufschwung danach kommt dann so sicher wie das Amen in der Kirche.
Irgendwann werde ich meine Aktien dann zu einem guten Kurs verkaufen, wobei Abgeltungssteuer für Wertsteigerungen nicht anfallen werden, vorausgesetzt, der Regierung juckt es nicht in den Fingern, auch da noch zuzulangen. Die Zukunft ist offen.
Aber in 100 Jahren sind wir (fast) alle tot.
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Habe noch was vergessen, Thyssen kündigte an,
den Hochofen 9 in Duisburg wieder hochzufahren.
Der Stahl sei für die Thyssen Stahlverarbeitung in
Alabama bestimmt.
Am ersten Nov. 2009 soll der Hochofen angefahren werden.
Auch das kann man wieder zerreden.
Was ist, wenn das Thyssenstahlwerk in Brasilien
fertig ist, dann wird in Alabama der Stahl aus Duisburg
nicht mehr benötigt.
Man sieht, jeder fast jeder Tag erfordert ein neues Nachdenken.
Und bislang ist die Welt noch nicht untergegangen, obwohl dies oftmals
prophezeit wurde.
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Ich geh vielleicht ab und zu chinesisch essen,
aber leben wie in China oder icn CHina möchte ich NICHT.
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