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Vor einem Crash des Goldpreises

 

Warum hält sich der Goldpreis so gut? Was ist das Geheimnis um den Handel mit Gold? Seit seinem historischen Hoch von 1215,70 Dollar am 2. Dezember vergangenen Jahres ist er zwar um 9,9 Prozent gesunken, er bewegt sich aber immer noch auf einem außerordentlich hohen Niveau. Vom Crash der Rohstoffpreise im Sommer 2008 war auch Gold betroffen, aber nur vergleichsweise wenig (-29 Prozent, vom 17. März bis zum 12. November) – seitdem ging es weiter stürmisch aufwärts (+53,4 Prozent). Die Goldrallye ist inzwischen neun Jahre alt. In dieser Zeit hat sich der Preis um 325% erhöht, was einer durchschnittlichen jährlichen Zuwachsrate von 18,1 Prozent entspricht. Ein Teil des Anstiegs kann als Kompensation für den schwachen Dollar gelten – er hatte gegenüber dem Euro in dieser Zeit im Jahresdurchschnitt 4,8 Prozent verloren. Das reicht aber als Erklärung für den Höhenflug des Goldpreises nicht annähernd aus.

Grafik: Goldpreis in USD

Wir haben es mit einer Blase zu tun, und diese wird über kurz oder lang platzen müssen. Das sage ich allerdings schon lange. Selten habe ich mit meinen Marktprognosen so daneben gelegen. Ein untrügliches Zeichen, dass ich diesmal recht behalten werde, sind jedoch die Versuche der Goldlobby, mit immer neuen Argumenten die Preise weiter nach oben zu treiben. Das nenne ich mal das “this time is different”-Syndrom, nach dem Titel des kürzlich erschienen Buchs von Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff. Wenn die normale Logik nicht mehr ausreicht, oder sogar für einen Preisrückgang spricht, muss eine neue Erklärung der Welt her, oder mindestens der Märkte, damit die Leute weiter kaufen und die Verkäufer ihre Boni verdienen können. Dann ist größte Wachsamkeit geboten. So leicht werden die ökonomischen Grundregeln nämlich nicht durch neue ausgehebelt.

Sehen wir uns die beiden Seiten der Debatte an. Zunächst: Mit welchen Argumenten wird der hohe Goldpreis gerechtfertigt?

Vor allem mit den niedrigen und zudem seit Jahren fallenden Zinsen! Wenn ich mir Geld leihen kann, ohne viel dafür zu zahlen, fällt es, gemessen am finanziellen Aufwand, nicht schwer, mir einen Goldvorrat anzuschaffen, mal unterstellt, ich sei kreditwürdig. Oder anders herum: Ob ich mir mein Erspartes auf ein Terminkonto zu 0,5 Prozent lege oder mir stattdessen unverzinsliches Gold kaufe, macht keinen großen Unterschied. Im Übrigen: je niedriger die Zinsen, desto mehr kann ich mich verschulden, desto mehr Gold kann ich erwerben und desto stärker steigt dadurch der Goldpreis. Kurz, wenn es nicht danach aussieht, dass die Notenbanken die Zügel anziehen werden, sind Nullzinsen für den Goldpreis eine starke fundamentale Stütze. So ist es im Augenblick

Beim Gold muss aber offenbar noch etwas anderes hinzukommen, denn sonst gäbe es ja nicht die große Diskrepanz zur Entwicklung der übrigen Rohstoffpreise, einschließlich des Ölpreises. Gold dient seit alters her dem Schutz gegen einen Verlust von Kaufkraft, gegen die Entwertung von Papiergeld durch Inflation. Wer sich vor Inflation fürchtet, dessen Motivation für den Kauf von Gold ist allerdings genau entgegengesetzt zu der Motivation, die im vorigen Absatz beschrieben wurde, die nämlich darauf setzt, dass die Zinsen niedrig bleiben werden. Die einen kaufen Gold, weil die Finanzierung so attraktiv ist und auch bleiben wird – weil es keine Inflation gibt -, die anderen kaufen Gold, weil sie Angst vor steigender Inflation haben!

Wenn man sich anschaut, wie das Finanzsystem mit Zentralbankgeld überschwemmt wird, vor allem in den USA (von 800 Mrd. Dollar auf 2.000 Mrd. Dollar innerhalb von eineinviertel Jahren), kann man schon Angst bekommen. Da beruhigt vermutlich auch nicht der Hinweis, dass der Zusammenhang zwischen Zentralbankgeld, Kreditexpansion und Wirtschaftswachstum nicht mehr besteht, dass der sogenannte Transmissionsprozess gestört ist, weil Haushalte und Unternehmen, einschließlich der Banken, nichts anderes im Sinn haben, als ihre Schulden abzubauen. Wer überschuldet ist, hat kein Interesse daran, neue Schulden aufzunehmen – oder hält es für zu gefährlich.

Für die Skeptiker ist die gegenwärtige Stabilität der Verbraucherpreise allerdings nur ein vorübergehendes Phänomen: Wenn so aggressiv Geld gedruckt wird wie zur Zeit, sei ein starkes Anziehen der Inflation praktisch zwangsläufig. Sie raten daher zum Kauf von Gold. Sie sind auch überzeugt, dass es am Ende zu einer systemischen Krise kommt, also zu einem Zusammenbruch des jetzigen Währungssystems, wie wir es seit dem Ende von Bretton Woods kennen, als die letzte Verbindung des Dollar ans Gold gekappt wurde. Mit ungedecktem Papiergeld würde sich dann nichts mehr kaufen lassen, mit Goldmünzen dagegen schon.

Klar ist außerdem, dass der Umlauf von Dollars außerhalb der USA in den letzten Jahren infolge der Devisenmarktinterventionen vor allem der Schwellenländer explosionsartig zugenommen hat. Der Dollar ist kein so knappes Gut mehr und dürfte aus diesem Grund nur begrenzt – oder immer weniger – als Wertaufbewahrungsmittel oder als Parallelwährung in Ländern ohne politisch unabhängige Notenbanken taugen. Der Euro ist für viele noch keine attraktive Alternative, da es im Euroland an einer gemeinsamen Finanzpolitik fehlt und das Überleben der neuen Währung immer mal wieder angezweifelt wird, so wie zur Zeit wegen der Probleme mit Griechenland. Beim Gold wüssten die Anleger dagegen, woran sie sind.

À propos Devisenreserven, ein relativ neues Argument pro-Gold geht so: Die Bestände der Notenbanken an Dollar und Euro haben so stark zugenommen, dass der Anteil der Goldreserven unter ein wünschenswertes Niveau gesunken ist und daher gesteigert werden müsse – was zwangsläufig zu einer Zusatznachfrage nach Gold führt. In China, Japan, Russland und Taiwan, die allesamt über gewaltige Devisenbestände verfügen, liegt der Anteil des Goldes an den gesamten Währungsreserven bei unter 5 Prozent. In den USA, in Deutschland, Italien und Frankreich sind es dagegen zwischen 63 und 70 Prozent!!

Gleichzeitig sei zu beobachten, dass die Notenbanken der OECD-Länder nicht mehr als Nettoverkäufer auftreten. Vielleicht ärgern sie sich darüber, dass sie das Gold in der Vergangenheit zu billig in den Markt gegeben haben, vielleicht haben sie auch erste Zweifel am Bestand des Systems flexibler Wechselkurse, wer weiß. Damit entfällt jedenfalls eine wichtige Angebotsquelle. Immerhin halten die Notenbanken rund ein Fünftel (30.000 Tonnen) des im Laufe der Menschheitsgeschichte geförderten oder gefundenen Goldes. (Übrigens verfügt die Bundesbank noch über 3.400 Tonnen.)

In den vergangenen sechs Jahren bis einschließlich 2008 ist zudem die Förderung von Gold tendenziell leicht zurück gegangen, was den Goldbullen ein weiteres Argument lieferte; es würden kaum noch neue Goldvorkommen entdeckt. Nun ja, wie jeder Ökonom weiß, sind Bodenschätze de facto unerschöpflich. Das gilt für Gold genauso wie für Erdöl – es ist alles nur eine Frage des Preises. Im vergangenen Jahr jedenfalls sollen wieder 2.553 Tonnen ans Tageslicht gebracht worden sein, 6 Prozent mehr als 2008.

Grafik: Jährliche Weltgoldprodution 1900-2008

Auf der Nachfrageseite spielt offenbar auch eine Rolle, dass ein armes Land wie Indien sehr rasant wächst. Gold wird bei Hochzeiten in großem Stil geschenkt, vielleicht weil es keine richtige Alterssicherung gibt und die Rupie traditionell eine Schwachwährung ist – gerade liegt die Inflation bei den Verbraucherpreisen im Vorjahresvergleich schon wieder bei 13,5 Prozent. Mit steigendem Wohlstand und angesichts einer Bevölkerung von mehr als 1,1 Milliarden Menschen sowie eines jährlichen Bevölkerungswachstums von 1,8 Prozent nimmt der Bedarf an Gold sprunghaft zu. Indien ist bereits heute der größte Markt, vor den USA und den OPEC-Ländern. Die übrigen Schwellenländer, China vor allem, haben vermutlich ebenfalls einen gewaltigen Nachholbedarf – ich lese allerdings gerade, dass die globale Schmucknachfrage wegen der hohen Preise stark rückläufig ist. Die Spekulanten, auch Investoren genannt, dominieren zur Zeit den Markt, was ihn natürlich sehr anfällig macht (das gehört schon zu den Gegenargumenten!).

Nach einem anderen, für mich ziemlich ungewöhnlichen Argument wird das Angebot an Gold aus Absicherungs- oder Hedgegeschäften weiter zurückgehen und damit den Goldpreis in die Höhe treiben, wie schon in den vergangenen neun Jahren. Wie geht das?

In den achtziger und neunziger Jahren wollten sich die Produzenten zunehmend gegen einen Verfall der Preise schützen. Dazu verkauften sie ihr Gold per Termin (etwa in drei Monaten) an eine Bank; die lieh sich umgehend gegen eine geringe Leasinggebühr physisches Gold von einer Zentralbank, verkaufte es am “Spotmarkt”, also per sofort, legte den Ertrag “fristenkongruent” (also für drei Monate) am Geldmarkt an und gab das Gold in dem Moment an die Zentralbank zurück, in dem der Produzent es lieferte (nach drei Monaten). Gleichzeitig konnte die Bank den Minenbetreiber aus der fälligen Geldmarktanlage bezahlen. Daraus ergab sich für die Bank ein Zinsgewinn, geschmälert durch die Leihgebühr. In dem Maße, wie der Umfang dieser Hedgeoperationen zunahm, vergrößerte sich das Angebot an Gold und drückte damit auf die Preise.

Im vergangenen Jahrzehnt ging es dann in die andere Richtung – es wurde immer weniger Gold per Termin abgesichert, weil die Produzenten (angeblich) auf steigende Preise setzten und erst dann verkauften, wenn das Gold auch physisch verfügbar war, also ein paar Monate später und zu höheren Preisen. Das verminderte per Saldo das Angebot an Gold – und trieb damit dessen Preis in die Höhe. Diese Strategie bestimme auch heute noch das Marktgeschehen.

Habe ich was vergessen?

Dann jetzt meine Gegenargumente:

Hauptverantwortlich für den Goldpreisboom war aus meiner Sicht der starke Rückgang der Zinsen. Damit ist aber mehr oder weniger Schluss (auch wenn ich nichts dagegen hätte, wenn die Notenbanken eines Tages negative Zinsen einführen würden – als Mittel gegen übermäßiges Sparen, Rezession und Deflation). Die Prognose, dass das Halten von Gold nicht mehr viel billiger wird, ebenso wie die Kredite, mit denen Goldkäufe finanziert werden, dürfte nicht sehr kühn sein. Außerdem denken die Notenbanker über ein Ende des billigen und reichlichen Geldes nach, und sie könnten sich dabei durch die für eine Weile anziehenden (headline-) Inflationsraten bestätigt fühlen. Nicht gut für den Goldpreis!

Wie steht es mit den Inflationsgefahren auf mittlere Sicht, wie berechtigt ist die Furcht, dass es doch eines Tages wieder zu hohen Inflationsraten kommt? Keine Frage, die Zentralbanken tun was sie können, damit die Inflation wieder anspringt oder, genauer, dass es nicht zu einer Deflation kommt. Wenn das Preisniveau sinkt und die Notenbankzinsen bereits bei Null angekommen sind, ist es nicht mehr möglich, durch eine Senkung der Realzinsen die Nachfrage und damit die Konjunktur zu stimulieren. Das wichtigste Instrument der Geldpolitik würde wirkungslos. Mit diesem Problem kämpft die Bank von Japan seit vielen Jahren und es sieht nicht aus, als ob sie es in den Griff bekommen könnte: Die Inflationsrate liegt in Japan bei minus 2 Prozent, die Löhne sind um etwa 3 Prozent niedriger als vor Jahresfrist.

Ich will nicht sagen, dass wir auch in den anderen Industrieländern auf eine solche Situation zusteuern, aber wir lernen gerade, dass auch eine sehr expansive Geldpolitik nicht automatisch in die Hyperinflation führt. So weit es sich um eine sogenannte Bilanzrezession handelt, bei der der Abbau von Schulden nach dem Platzen von Vermögensblasen Priorität hat, kann keine Inflation entstehen. Danach sieht es in wichtigen Ländern wie den USA, Großbritannien, Spanien und, wie gesagt, auch noch in Japan aus.

Nicht nur die Haushalte sind vielfach überschuldet, auch die Banken haben weiterhin einen großen Wertberichtigungsbedarf – das gilt nicht nur für Banken in einzelnen Ländern, sondern weltweit. Vielleicht sind demnächst sogar die chinesischen mit von der Partie! Vor ein paar Tagen hat das McKinsey Global Institute einen Bericht veröffentlicht, in dem unter anderem gezeigt wird, dass es in allen großen Ländern nach wie vor im Finanzsektor kriselt.

Bitte auch nicht vergessen, dass es bei Gold keine Zinserträge gibt. Andere Sachwerte, also Immobilien oder Aktien, verschaffen dagegen den Eigentümern in der Regel einen Einnahmestrom. Gold ist in dieser Hinsicht nicht attraktiv – der Kauf lohnt nur, wenn mit einer Wertsteigerung gerechnet werden kann. In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und riskanter Beschäftigungsverhältnisse ist es aber wichtiger als sonst, dass sich das Kapital regelmäßig verzinst, also echtes Geld zufließt. Sich allein auf einen steigenden Marktpreis zu verlassen, kann verhängnisvolle Folgen haben.

Der Goldpreis bewegt sich, wie wir wissen, mit großen Amplituden auf und ab – wenn es eine Weile stark nach oben gegangen ist, folgt der Absturz so sicher wie das Amen in der Kirche. Dazu ein paar Zahlen (es handelt sich um durchschnittliche jährliche Veränderungen des Goldpreises, aus Monatswerten, gemessen in Dollar):

 Aug. 70 – Dez. 74 +46,3 Prozent
 Dez. 74 – Aug. 76 -28,9 Prozent
 Aug. 76 – Jan. 80 +43,5 Prozent
 Jan. 80 – Feb. 85 -14,9 Prozent
 Feb. 85 – März 01 -0,7 Prozent, also de facto eine Seitwärtsbewegung, die 16 Jahre dauerte
 März 01 – Nov. 09 +19,2 Prozent

Grafik: Goldpreis in USD

Seit dem Hoch von 1,215,70 Dollar am 2. Dezember 2009 ist der Goldpreis auf 1.095,85 Dollar gefallen (-9,9%). Über den gesamten Zeitraum von 31. August 1970, als er noch 35,38 Dollar betrug, bis zum 22. Januar 2010 ist er um 2.974 Prozent gestiegen, also im Jahresdurchschnitt um 12,4 Prozent. Das ist weit mehr als der Anstieg des nominalen Sozialprodukts der USA in dieser Zeit, und erst recht viel mehr als die Inflationsraten der amerikanischen Verbraucherpreise.

Grafik: Entwicklung des Goldpreis in Relation zum US BIP
Grafik: Realer Goldpreis - Index

Was mich ziemlich sicher macht, dass wir vor einem Platzen der Goldpreisblase stehen, oder ihr sogar dabei bereits zuschauen, ist der rapide und ungewöhnlich lange Preisanstieg von März 2001 bis Anfang Dezember 2009. Das war nämlich eine Zeit moderater, sinkender oder zuletzt gar negativer Inflationsraten und rückläufiger Inflationserwartungen. Niemand schien daran zu zweifeln, dass die Notenbanken ihr Handwerk beherrschten und für dauerhafte Preisstabilität sorgen würden. Und trotzdem stieg der Goldpreis.

Normalerweise hätte es so sein müssen wie in den 1980er Jahren, als Paul Volcker an der Spitze der Fed stand und erfolgreich die Inflation bekämpfte. Damals sank der Goldpreis erwartungsgemäß. Gerade in den letzten vier Jahren hat sich der Goldmarkt aber offenbar von seinen fundamentalen Kräften gelöst und ist zum Spielball der Spekulanten geworden. Dafür spricht auch, dass die (fundamentale) Schmucknachfrage so stark eingebrochen ist – obwohl genauso viele Inder heiraten wie immer.

Nein, wir haben es mit einer echten Blase zu tun. Die Argumente für weiter steigende Goldpreise sind an den Haaren herbeigezogen. Natürlich sollte Gold für alle, die es sich leisten können, ein Teil ihrer Portefeuilles sein, ich würde seinen Anteil aber deutlich untergewichten, jedenfalls so lange die Kerninflationsraten (also Inflation ex Energie) nicht nachhaltig ansteigen. Auf absehbare Zeit ist das nicht zu befürchten. Vorher muss der Goldpreis noch auf 600 Dollar fallen (zur Qualität meiner Prognosen siehe oben!).

111 Kommentare

  1.   Eberhard J. Zimmer

    Sehr geehrter Herr Wermuth,

    seit geraumer Zeit verfolge ich Ihre Ausführungen mit großem Interesse, und habe höchsten Respekt vor Ihrer langjährigen Erfahung und unbestrittenen Kompetenz.
    Aber Ihr heutiger Artikel lässt mich verwundert und irritiert zurück. So heißt es z.B.:

    “Niemand schien daran zu zweifeln, dass die Notenbanken ihr Handwerk beherrschten und für dauerhafte Preisstabilität sorgen würden.”

    Niemand? – Ich weiß einfach nicht, wie ich eine solche Aussage einordnen soll: In anbetracht der Tragweite und der globalen Konsequenzen der Notenbank-Politik, kann es sich wohl kaum um einen scherzhafte Ausruf handeln.
    Bisher bin ich davon ausgegangen, daß Sie -wie Marc Faber- mit mir d’accord wären, daß die Notenbanken das vielleicht größte Übel des ausgehenden zwanzigsten und nun angebrochenen einundzwanzigsten Jahrhunderts wären. Da habe ich mich wohl gründlich getäuscht!
    Ferner ist der Goldmarkt, das wissen Sie bestimmt deutlich besser als ich, und könnten es sicherlich auch noch hinreichend erklären und finanz-mathematisch herleiten, kein Markt, dessen Preis von Angebot und Nachfrage gebildet wird.
    Und davon mal abgesehen, ganz praktisch gedacht:
    Welche Alternative haben die USA zum Dollar-Debasement?
    Was wäre, wenn sich am langen Ende die Zinsen für US-Amerikanische Staatsanleihen verdoppeln würden (Sie weisen ja zurecht auf Paul Volcker hin)?

    Hochachtungsvoll

    Eberhard J. Zimmer

  2.   lepkeb

    Guter Artikel, als Grafik wäre nur noch interessant gewesen wie sich der Goldpreis gegnüber dem Euro entwickelt hat.

  3.   maksym

    Ich würde mit schon seit längerer zeit gerne ein oder zwei Goldringe kaufen. Tue ich aber nicht, weil die Preise nur noch ein Witz sind.


  4. Es fehlte nur noch die Bemerkung von Herrn Wermuth dass man Gold nicht essen kann. Lehmann Zertifikate übrigens auch nicht. Offensichtlich hat „Die Zeit“ ein großes Problem mit diesem Metall. In einem anderen Artikel kann man lesen: „Nach 1971 hatte Gold seine Funktion als Geld eigentlich verloren.“ Gold war und ist immer Geld gewesen. Nach großen Krisen und Zusammenbrüchen hat man immer mit diesem Metall angefangen: Zuletzt in Bretton Woods. Doch irgend wann wurde es Politikern immer lästiger mit diesem Geld umzugehen, weil man dann z. B. keine Kriege mehr hätte führen können, soziale Wohltaten verteilen und was auch immer. Nicht umsonst wollten die Franzosen dieses „Geld“ gerne in ihren eigenen Tresoren sehen. Deswegen mussten die USA 1971 Gold zu einen ganz gewöhnliche Metall erklären und Papier zu Geld.
    Das was zurzeit als Geld bezeichnet wird; nämlich Papier wird, wie es Voltaire sagte, immer zu seinem inneren Wert zurückkehren: nämlich Null. Und dies erkennen immer mehr Menschen: dass unsere Politiker in verantwortungsloser Weise mit diesem Papiergeld umgehen. Schulden, die nicht mehr zurückgezahlt werden können. Geld, dass in verantwortungsloser Weise gedruckt wird um Banken zu retten, oder Kriege zu führen, usw.
    Deswegen steigt der Goldpreis
    Natürlich steigen auf diesen Zug auch Spekulanten auf. Ohne Zweifel. Deswegen wird es bei Gold auch immer eine hohe Volatilität geben. Aber die Grundlinie ist vorgegeben. Und die wird sich nicht mehr ändern.

  5.   Edwin

    Ein interessanter Artikel.
    Zu der englischen Redewendung “this time is different” , ich denke, so heisst nur das Buch. Also in etwa “Eine andere Zeit ist eingebrochen”

    Im Englischen heisst die Redewendung in der Finanzwelt jedoch
    “this time it is different” also “Dieses mal ist es anders”

  6.   nickname

    Slten so viel Blödsinn gelesen ! Das Gerede von einer Goldblase ist totaler Quatsch, weil gold ist Geld ! Alle Papiergeldwährungen sind wegen der exponetiellen Entwicklung des Zinseszinses den Menschen um die Ohren geflogen!

    Gold ist eines der wenigen völlig anonymen und nicht durch den Staat überprüfbaren Vermögen im Gegensatz zu z.B.Immobilien (Grundbuch) oder Aktien.

    Darauf wird es in den kommenden Jahren ankommen!!!

    Ich verweise ganz klar auf : das-bewegt-die-welt.de

  7.   Michael

    Eine stärkere Konsolidierung ist wahrscheinlich. Nur es gibt ein Argument für den Goldkauf. Die Zentralbankzinsen sind, ab Jan. 2010 auch in €uropa für jeden Dorftrottel erkennbar, tiefer als die Inflation. Neue Staatsanleihen zu für uns sichtbaren Preisen sind ein klarer Verkauf. Die Stabilität des Euro und des Dollars sind damit nicht mehr gerechtfertigt. Nach der Konsolidierung sollte der Goldpreis u.U. noch ganz andere Hochs sehen. Bevor die dann entstehende Blase irgendwann in den nächsten Jahren wohl platzt. Nämlich dann, wenn die Zinsen anfangen zu steigen. Bis dahin ist Gold fast alternativlos. Kann aber sein, dass die Zentralbanken intervenieren.

  8.   lurer

    Alles richtig, aber:

    Zwei bis drei Jahre zu schnell gedacht! Der Artikel sieht die Sache sehr stark von der fundamentalen Seite. Aber dass diese nicht immer den Ausschlag gibt, das muss ich wohl nicht erklären. Bei Gold wird es nicht anders sein, wie 2000 bei der New Economy Blase und wie bei der aktuellen Kreditkrise: Man kann das alles schon Jahre vorher sehen (Berichte über die problemhaten Finanzierungsmodelle in den USA gab es schon 2005), aber wenn der Markt läuft, dann läuft er. Und: 18 % im Jahr sind noch kein richtiger rush nach oben, sowas sieht anders aus.

    Nein, mein Tipp ist 2012/2013. Von der emotionalen Seite auch daher, weil ich denke, dass die Sanierung unserer Finanzsysteme vorher auf keinen grünen Zweig kommt.

    Was mich an der Sache am meisten verunsichert: Wir haben es geschafft unser ganzes Wirtschaftssystem hin zu einer “Blasenökonomie” zu transformieren, die von Welle zu Welle, von Blase zu Blase immer höhere Volatilität mit sich bringt, mit immer größeren Schwankungen in der Realwirtschaft. Entgegen aller Unkenrufe und marxistischer Krisentheorien erwarte ich leider nicht, dass das System daran zerbricht. Es wird nur für alle Beteiligten vom Vorstandsvorsitzenden bis zum hoffnungslos arbeitssuchenden HartzIVler immer drückender: Der schnelle übermäßig Aufschwung bei dem man dabei sein muss, der plötzlich Zusammenbruch der einen nicht mitreißen soll.

    Und gerade das wird Gold noch eine gut Zeit stützen, man darf nicht unterschätzen, was es Wert sein kann, seine Anlage tatsächlich in Händen zu halten. Ein Erlebnis von “Sicherheit” des Investments, das man sonst nirgends hat. Ein schönes Erlebenis von scheinbarer Sicherheit, wenn ansonsten alles unsicher wird.

    Just my two cents
    lurer

  9.   Hosenscheisser

    Ohje, wieder so ein “Goldexperte”.Gold ist Geld, sonst nichts.WQar es immer und bleibt es immer.Das Papiergeld wird in Hyperinflation aufgehen.Das Gold aber bleibt Gold.Mit oder ohne Ihrem Einverständnis.
    Amen!

  10.   Manfred

    Ziemlich viel Argumente gegen die weitere Steigerung des Goldpreises. Dafür dass er aber so hoch ist, und m.E. noch weiter steigen wird, gibt es eine Reihe weiterer Argumente: Die beängstigende Zunahme der Verschuldung und die einher gehende Zerrüttung der Staatsfinanzen und Währungen, weiter der Zinseszins-Effekt auf die Schuldentürme, der sich nun bemerkbar macht und die Versprechungen auf dem Papiergeld, die immer weniger Leute glauben. Gold ist ein Wert “in der Hand”, es steht keine Schuldverschreibung dahinter, im Gegenteil: ein wahrer Wert, der seit Jahrtausenden überall auf der Welt gegen “reale” Güter eingetauscht werden kann. Was will man noch mehr?