So funktioniert Kapitalismus

Paul Krugman erklärt uns den Krieg

Von 12. Juni 2010 um 00:19 Uhr

Zumindest kann man das hier so verstehen:

“And it’s also important to send a message to the Germans: we are not going to let them export the consequences of their obsession with austerity. Nicely, nicely isn’t working. Time to get tough.”

Erstaunlich, wie drüben ein mechanistischer Keynesianismus Oberhand gewinnt, während hüben mit nicht-keynesianischen (also expansiven) Effekten einer restriktiven Haushaltspolitik argumentiert wird. Die Amerikaner sind ökonomisch vom Mars, wir von der Venus. Das gab es in der Form meines Wissens noch nie. Ich selbst war von der Literatur zu den nicht-keynesianischen Effekten bislang nicht überzeugt, aber für die nächste Ausgabe der ZEIT werde ich mich nun auf den neuesten Stand bringen.

Kategorien: Der Zeitungsleser
Leser-Kommentare
  1. 33.

    @32
    Die Staatsverschuldung erreicht absolut und nominal praktisch immer neue Rekordhöhen, weil absolut eben keine Schulden getilgt werden. Ist doch auch gar nicht nötig, es reicht völlig, wenn die Schulden im Verhältnis zum BIP fallen. Und genau dies sollte auch ohne “Sparpaket” bald wieder der Fall sein. Durch die Krise sind die Steuereinnahmen gesunken und die Ausgaben gestiegen, ferner gab es ein paar Einmalausgaben. Letztere fallen per definitionem nun weg, die Steuereinnahmen werden mit nominalem BIP-Wachstum wieder steigen und die konjunkturell bedingten Mehrausgaben sinken. Man sollte daher kein Drama aus 3,3% Neuverschuldung in letzten und vielleicht 4% in diesem Jahr machen. Die Alternative dazu wäre eine schärfere Rezession gewesen mit entsprechend höheren Folgekosten und noch niedrigeren Steuereinnahmen.

    Antworten

    • 15. Juni 2010 um 07:39 Uhr
    • Thomas
  2. 34.

    “Verblödung durch Intellektualisierung” schrieb heute die Kolummne ‘DAS KAPITAL’ die an dieser Stelle so überschwenglich gelobt wurde.
    Argumentationsstrang, eines Meinhard Miegels würdig, Ressourcen sind knapp, die Preise für Rohstoffe müssen erhöht werden, wir haben kein Nachfrage- und Arbeitsmarktproblem. Die Reallöhne sinken, dass Arbeitsvolumen sinkt mit.

    Ich habe an dieser Stelle schon vor Jahren geschrieben, dass der Staat genauer das Verbraucherschutzministerium, die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft setzen muss damit Rohstoffe eingespart werden müssen.
    Die Langlebigkeit und Gebrauchsdauer von Produkten ließe sich so in 10 Jahren verdreifachen.
    Aber das ist ja Verschwendungsideologie.
    Im Roman 1984 wurden ja auch die Begriffe immer umgedreht.

    Antworten

    • 16. Juni 2010 um 14:58 Uhr
    • Marlene
  3. 35.

    Mir sind der Ton des Beitrags und die Reaktionen in den Kommentaren unverständlich. Allein in den letzten zehn Einträgen des Herdentriebs, sind drei, deren Analysen den Äußerungen Krugmans in den letzten zwei Jahren entsprechen. Vor allem bei den Kommentatoren scheint großes Unverständnis bezüglich der gegenwärtigen Wirtschaftslage zu herrschen.
    Empfehlenswert zur Auffrischung ist vor allem “Es geht doch in Richtung Japan“.

    Antworten

    • 16. Juni 2010 um 21:09 Uhr
    • palonks
  4. 36.

    “Paul Krugman erklärt uns den Krieg”…… und ist dabei ihn via Finanzmarkt zu gewinnen. Die USA hat im ersten Quartal 2010 einen „ Balance of Income“ von 41,7Mrd. erzielt!!!! Wo liegt das Problem für die USA? Es hat keines!!! Es geht doch sogar auf der Basis Nettoauslandsschulden Zinseinnahmen erzielen!!! Das Finanzkasino ist wieder eröffnet. Nun noch ein paar Korrekturen auf den Anlagenwert der Ausländeranlagen und die USA ist komplett schuldenfrei.
    Der Rest der Welt hat im 1. Quartal den USA 332Mrd. aufgedrängt. Beim dem Leistungsbilanzdefizit müssen sich diese zwangsläufig zum größten Teil als wieder als Schrottanlagen herausstellen. Während die 301Mrd, die die USA für Anlagen im Ausland abzweigen konnte, sich als höchst profitabel erweisen werden. Der Rest der Welt hat nichts dazugelernt. Ich verstehe die Kapitalanleger einfach nicht.

    bea.gov/../international/transactions/2010/trans110

    Antworten

  5. 37.

    Herr Klehn,

    Ihre Frage nach den 200 Mrd. Bundesbankforderungen hat wahrscheinlich eine ganz simple Ursache. Aufgrund der Tatsache, daß nicht deutsche Banknoten an die betreffenden Zentralbanken zurückgeführt werden müssen, wird es wohl so sein, daß die Bundesbank viele, viele Scheinchen an andere Zentralbanken zurückschicken durfte. Rechnen Sie sich das mal aus! (Vor dem Hintergrund, daß an deutschen Grenzen kaum jemand nach eingeführten Bargeldbeständen fragt!)

    Ist nur eine Hypothese, hat aber viel für sich! Warum? Bargeldimporte werden nirgends erfaßt!!

    Antworten

    • 24. Juni 2010 um 04:10 Uhr
    • enigma
  6. 38.

    Krugman hat auf den Beitrag von Walter Franz im Handelsblatt (handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/
    oekonomie-wie-waere-es-mit-fakten-herr-krugman
    ) geantwortet:

    krugman.blogs.nytimes.com/2010/06/23/they-hate-me-sie-wirklich/

    Reine Polemik; keine angemessen inhaltichen Aussagen. Ich frage mich da schon, was Krugman eigentlich bezweckt. Er dreht sich ja die Fakten hin, wie er lustig ist.

    Zum Beispiel behauptet er, dass Spaniens und Irlands Immobilienblase größer gewesen sei, als die in den USA. Und das als Gegenargument dafür, dass die Finanzkrise ihren Ausgang in der laxen Geldpolitik der Fed und relevanten Deregulierungen (z.B. bei der Kreditvergabe) genommen hat.
    Wäre er nicht gerade wirtschaftlicher Berater des amerikanischen Präsidenten, könnte man soviel Unverstand und Argumentationslücken weglächeln. Da er aber offensichtlich Einfluss hat, ist die Sache nicht ganz so witzig.

    Antworten

    • 24. Juni 2010 um 12:25 Uhr
    • Antizipationspartizipator
  7. 39.

    @ #38: muss natürlich Wolfgang Franz heissen, nicht Walter Franz.

    Antworten

    • 24. Juni 2010 um 12:27 Uhr
    • Antizipationspartizipator
  8. 40.

    Die Makroökonomie besteht “nur aus Reihe banalster Selbstverständlichkeiten” (Zitat: Silvio Gesell). Die Frage ist: Warum ist der “Normalbürger” nicht in der Lage, sie zu verstehen?

    Er darf sie gar nicht verstehen, denn solange das Wissen nicht zur Verfügung stand, wie eine Liquiditätsfalle zu verhindern ist, durfte das arbeitende Volk nicht wissen, dass ein nachhaltiges Wirtschaften unmöglich und der nächste Krieg – zwecks umfassender Sachkapitalzerstörung, um den Zinsfuß hochzuhalten – unvermeidlich ist. Anderenfalls hätte das, was wir heute “moderne Zivilisation” nennen, gar nicht erst entstehen können.

    Die gezielte Programmierung von Untertanen zur Anpassung an eine noch fehlerhafte (kapitalistische) Makroökonomie nennt sich Religion (Rückbindung auf einen künstlichen Archetyp):

    deweles.de/willkommen/cancel-program-genesis.html

    Antworten

  9. Kommentar zum Thema

    (erforderlich)

    (wird nicht veröffentlicht) (erforderlich)

    (erforderlich)