‹ Alle Einträge

Niedrige Anleiherenditen machen Dividendenwerte attraktiv

 

Anleger können zum Einen davon ausgehen, dass es auf absehbare Zeit trotz steigender Rohstoffpreise kein Inflationsrisiko gibt – die Kapazitätsauslastung ist weltweit immer noch sehr niedrig, und die Arbeitslosigkeit immer noch hoch. In Ländern, die gezwungen sind, aggressiv ihre Schulden abzubauen, droht sogar Deflation. Die USA gehören in diese Gruppe.

Andererseits ist das Wachstum in den Ländern, die keine Probleme mit dem Deleveraging haben, sehr robust, vor allem in den Schwellenländern – sie wachsen zur Zeit etwa dreimal so rasch wie die OECD-Länder.

Weil der globale Wirtschaftsaufschwung offenbar als prekär gilt, sind Aktien relativ billig. Diese Furcht finde ich aber übertrieben. Als Ausgleich für die niedrigen Renditen auf Anleihen guter Bonität sollte tendenziell in Aktien mit einer möglichst hohen Dividendenrendite umgeschichtet werden. Der Dollar dürfte unter Druck bleiben.

Ausführliches zur wirtschaftlichen Lage in den wichtigsten Industrie- und Schwellenländern und den Aussichten für Aktien, Bonds, Rohstoffe und Wechselkurse in meinem neusten Investment Outlook:

Wermuth’s Investment Outlook – October 2010*) (pdf, 233 KB)

*) Den Investment Outlook von Dieter Wermuth in englischer Sprache gibt es einmal im Monat und er wird zunächst kostenlos auf Herdentrieb zum Herunterladen bereitgestellt. (ur)

9 Kommentare

  1.   WIHE

    Dividenden machen vor allem mit der derzeitigen Abgeltungssteuer den Staat reich und weniger den Aktienbesitzer.
    Ich halte eine Reihe von Aktien gekauft vor dem 1.1.2009.
    Da kann ich die Kursgewinne irgendwann steuerfrei realisieren.
    Die Dividenden muss ich dagegen versteuern, Dividenden mindern auf Dauer die Kursgewinne, da sie dem Unternehmen Kapital entziehen, dass es sich möglicherweise anderswo teuer wiederbesorgen muss.
    Deshalb mag ich Dividenden eigentlich nicht.
    Da schichtet der Aktionär Kapital von der einen in die andere Tasche,
    wobei knapp 30 % in die Tasche des Staates fällt.
    50 % der Gesamt-Gewinne einer deutschen AG gehen an den Staat.
    Unter diesem Gesichtspunkt lohnen Aktien eigentlich nicht mehr, wenn man bedenkt, dass man auch noch das volle Risiko trägt.
    Aktienkauf lohnt nur noch in der dicksten Krise und wenn die Krise vorbei ist, nicht mehr. Dann freut sich der vor allem der Staat, obwohl der gar kein Aktionär ist.


  2. @ WIHE (# 1):
    Es kommt immer auf die Aktie an, die man kauft, nicht auf DAX-Durchschnitt oder Erlös irgendeines Fonds. Wer globalisiert war, hat von der Krise nichts gemerkt. IBM beispielsweise erreichte 2008 vor der Krise den historischen Höchststand von 130, heute steht die Aktie auf 140. Falls eine Weltfirma in Europa weniger verdiente, so erzielte sie in China oder Indien umso mehr.

  3.   Eckrentner

    Danke Herr Wermuth. Wie immer ist es eine Freude, Ihre Einschätzungen zu lesen.

    Diesmal fand ich Ihre Meinung zum Yen besonders bedenkenswert. Hatte Japan wegen des optisch ungünstigen EUR/YEN Kurses bislang eher links liegen lassen. Das werde ich nun zumindest überdenken…

  4.   Landburli

    Um mal eine weitere Komponente in das Thema zu bringen:

    derstandard.at/…Interview-Banken-erfinden-Geld-aus-Luft

    Was halten Sie von diesen Ausführungen, Herr Wermuth? Es klingt ja doch etwas phantastisch. Doch ‘Der Standard’ ist eine äußerst seriöse österreichische Publikation.

    Wenn schon die “Mainstream”-Presse solche Thesen diskutiert muss man konstatieren dass wir, die westliche Welt, inzwischen einfach “in’s Schwimmen” geraten und absolut auf Sicht manövrieren. Schauen wir uns die Prognosen des Herbst 2009 an und gleichen sie mit der Gegenwart ab…man könnte genauso eine Münze werfen.

    Nicht nur was die weitere Konjunkturentwicklung sowie Entwicklung der Bondmärkte und Kapitalmärkte anbelangt,.

  5.   Dieter Wermuth

    @ Landburli

    Mir ist das zu hoch. Was soll am Geld schlecht sein? Nur weil es das schon lange gibt? Wir wohnen ja auch schon seit Ewigkeiten in Häusern – sollen wir alle ausziehen, nur weil Häuser nicht mehr zeitgemäß sind, weil schon die Hethiter in solchen Einrichtungen gewohnt haben.

    Ich muss allerdings sagen, dass das Misstrauen gegenüber dem Geld, also seiner künftigen Akzeptanz, zumindest bei den Goldhortern rapide zunimmt – wichtige Notenbanken versuchen ja geradezu aggressiv, das Geld zu entwerten.

    Gruß, DW

  6.   WIHE

    Gold,

    der Preis wird wieder genauso einbrechen wie 1982.
    Für jedes gekaufte Gramm Gold gibt es schon heute einen
    Verkäufer und nicht nur einen Käufer.
    Noch nie ist ein Baum in den Himmel gewachsen.
    Es wird auch künftig kein Baum in den Himmel wachsen.

    Die Gewinne der AGs werden auch nicht in den Himmel wachsen.
    Aber im Moment wachsen sie noch, weshalb auch die Kurse steigen.

    Gold liegt immer herum wie ein toter Hund, bringt noch nicht mal
    Zinsen oder Dividende.

  7.   enigma

    @ 6 WIHE

    “Für jedes gekaufte Gramm Gold gibt es schon heute einen
    Verkäufer und nicht nur einen Käufer.”

    Was soll uns diese Weisheit jetzt sagen?

  8.   Dieter Wermuth

    @ WIHE

    Immer wenn ich aus ökonomischer Sicht meine, dass wir es mit einer Blase zu tun haben, läuft der Markt weiter und ich sehe dumm aus. Aber die Blase platzt immer, oft dann, wenn ich schon dabei bin aufzugeben. Stimme Ihnen voll zu.

    Das Einzige, was für Gold spricht, ist die Möglichkeit, dass wir es wegen der Gelddruckerei doch irgendwann mit einer monumentalen Krise des Währungssystems zu tun bekommen, etwa wenn es einen klassischen Abwertungswettlauf gibt. Glücklicherweise halten sich die Europäer da noch raus.

    Gruß, DW

  9.   WIHE

    6 WIHE

    “Für jedes gekaufte Gramm Gold gibt es schon heute einen
    Verkäufer und nicht nur einen Käufer.”

    Was soll uns diese Weisheit jetzt sagen?<

    Was will uns diese Weisheit sagen, ganz einfach, dass schon heute viele Menschen nicht an weiter steigende Goldpreise glauben.
    Ihre Zahl muss sich nur wenig erhöhen, dann fällt der Goldpreis wieder.