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Schulden-Inflations-Transferunion

 

Das Ende ist nah. Holger Steltzner heute in der FAZ:

Wenn Angela Merkel aus dem Sommerurlaub zurückkehrt, weichen die naiv-romantischen Träume der Linken wieder realer Machtpolitik. Sonst hätten Sigmar Gabriel und Peer Steinbrück schon längst Eurobonds eingeführt, um aus der Währungsunion möglichst schnell eine Schulden-Inflations-Transferunion zu machen.

Eine Schulden-Inflations-Transferunion – die führen aber wirklich böses im Schilde da drüben in Brüssel. Da muss mal dringend jemand genauer hinsehen. Vielleicht wollen sie auch noch das Privateigentum abschaffen, die Bundeswehr entsorgen und Freibier für alle. Vielleicht wollen die eine Schulden-Inflations-Transfer-Sozialismus-Pazifismus-Freibierunion. Bürger, auf die Barrikaden!

75 Kommentare

  1.   Christian Wagner

    Also das mit dem Privateigentum abschaffen kommt sogar hin. Wenn man die Pläne vom IDW hört, Zwangsanleihe ab 250.000 €.
    Sorry, das ist das Einfamilienhäuschen von der Witwe Gerda, die ne Rente von 900 € hat und im ehemals gemeinschaftlichen Ehehäuschen lebt und die Lage nicht direkt an der polnischen Grenze ist.

  2.   ThorHa

    Mit Schulden-Inflations-Transferunion hat der FAZ Autor offenbar einen Nerv getroffen? Weil das exakt (!) beschreibt, was Mark Schieritz im trauten Verein mit SPD und Grünen morgen einführen würde, schliesslich geht es ja um die Rettung des christlichen Abendlandes, pardon, des Euro.
    Nebenbei – die Bundeswehr ist schon entsorgt, denn unsere Eliten lassen nur noch sterben, und das ging historisch noch nie lange gut. Das Recht auf Privateigentum ist leider so tief in der menschlichen Natur verankert, dass es bisher jedem Versuch zur Abschaffung widerstanden hat. Sobald die dafür verantwortliche Genkombination gefunden ist, wird sicher auch in der ZEIT jemand die Frage diskutieren, ob man das nicht einfach …
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  3.   Ludwig Büchner

  4.   Dietmar Tischer

    @ M. Schieritz

    „da drüben in Brüssel“?

    Es sind nicht irgendwelche Leute in Brüssel.

    Es sind UNSERE Politiker, die das Spiel (mit)spielen und darüber (mit)bestimmen.

    Und zu „genauer hinsehen“, hier noch einmal, was ich eben am anderen Thread gepostet habe:

    „FAKTISCH hat sich seit geraumer Zeit der Druck auf die Zentralisierung Europas verstärkt. Denn die unterschiedliche Verteilung von Kosten und Nutzen einer Vergemeinschaftung der Schulden bei unzureichender Kontrolle erhöht die Attraktivität eines geeinten Haftungseuropas für die Nutznießer ungemein. SCHLEICHEND werden dabei aus Notmaßnahmen zur Überwindung einer Krise ewig währende Dauerinstitutionen, deren Etablierung kein Souverän gewollt und die erst im Nachhinein von den nationalen Parlamenten ratifiziert werden. NIEMAND passt auf, wie sich die Instrumente der Krisenintervention zur Architektur des neuen europäischen Haftungsverbundes wandeln. Es sind zum Teil nur schlicht daherkommende Umbenennungen, die aus dem AUSNAHMEZUSTAND ein EWIGKEITSINSTRUMENT machen. So wie aus EFSF flugs ESM geworden ist. Und wie bei der Zentralbank aus punktuellen Interventionen ein Instrument dauerhafter monetärer Staatsfinanzierung wird.“

    Aus:

    faz.net/aktuell/wirtschaft/schuldenkrise-der-ausnahmezustand-europas-11852316.html

    Denjenigen, die angesichts des Gangs der Dinge zu recht besorgt sind, mit unterstellter Naivität zu verhöhnen, ist mal wieder eine ganz billige Nummer.

    Da Ihnen Ökonomie beigebracht wurde, sollte man mal ein paar intelligente Sätze zu den möglichen Konsequenzen einer Haftungsunion erwarten dürfen.

    Anscheinend ist das von einem preisgekrönten Wirtschaftsjournalisten zu viel verlangt.

  5.   lh

    @Dietmar Tischer: Was Steltzner und Co. da fabrizieren, kann man nicht mehr ernst nehmen. Im Übrigen ist zur Gegenposition anderswo auch schon fast alles gesagt worden, nur leider nicht im Wirtschaftsteil der FAZ.

  6.   Hermann Keske

    Die Lösung des Problems dringt doch, wenn auch erst nur langsam, ins allgemeine Bewußtsein. Alle europäischen Staaten werden noch darauf kommen, daß sie ihre Staatsschulden mit dem Privatvermögen ihrer Bürger abdecken können, jeder Staat für sich. Was sollten sie wohl auch sonst tun?

    Danach werden alle Staaten aufhören, Schulden zu machen. Sie werden entdecken, daß ein demokratischer Staat seine Ausgaben durch Steuererhebung zu decken hat. Der Unfug, daß die Vermögenden und Bestverdienenden vor der nötigen Steuerbelastung geschützt werden und Kredite gewähren sollen, wo sie Steuern zahlen könnten, wird sein Ende finden. Staatsverschuldung bedeutet dann unmittelbar strafbare Untreue derer, die Kredite aufnehmen, wo Steuern erheben könnten.

    Und soweit große Leistungsbilanzdefizite zu beklagen sind, werden die Bürger der Staaten bald begreifen, daß sie es sind, die mit ihrem Einkaufsverhalten die die Bilanzen bestimmen. Wenn denn z.B. die Spanier viel Güter aus Deutschland kaufen, ganz ohne Gegenseitigkeit, dann muß man eben in Zukunft seine Kaufentscheidungen danahc ausrichten, daß keine Defizite entstehen können.

    Im Jahr der Cooperation wird womöglich praktische Vernunft eine größere Rolle spielen – weil vielleicht immer mehr Leute begreifen, daß ihr derzeitiges Wirtschaftssystem eine einzige Katastrophe ist.

  7.   Wasser

    Tja der Stelzner… So wie die CDU weiß, was sie an ihren Kauders und Dobrindts hat, scheint sich auch die FAZ ihren Wadenbeißer zu halten.

    Wenn es Herrn Schieritz allerdings weniger um den Effekt, sondern um ernsthafte Auseinandersetzung ginge, dann wären ihm andere, wie ich finde sehr wichtige Artikel in der FAZ aufgefallen. Zwecks Beförderung der Diskussionskultur würde ich mir wünschen, dass man sich mit diesen ernsthaft und polemikfrei auseinandersetzt.

    Zum einen analysiert Prof. Blankart heute auf sehr einfache und elegante Weise, welche Optionen für die Eurozone bestehen

    faz.net/-gqu-7225e

    Und auch sehr leseswert, die Abrechnung von Rainer Hank mit den Rettungseuropäern

    faz.net/-gqe-721b0

  8.   Dietmar Tischer

    @ Ih

    Niemand wird gezwungen, irgendetwas ernst zu nehmen.

    Aber legen Sie doch bitte einmal an wenigstens einem einzigen Satz aus der von mir oben zitierten Passage dar, warum er nicht ernst zu nehmen sei.

    Mag ja sein, dass anderswo schon fast alles zur Gegenposition gesagt worden ist. Dass im Wirtschaftsteil der FAZ Derartiges nicht dabei gewesen sein soll, halte ich für ein Gerücht.

    Wie auch immer:

    Man kann jeden UNTERBIETEN.

    Schieritz tut das im vorliegenden Fall.

    Das kritisiere ich, nicht weil man nicht für eine Schuldenunion sein kann, sondern weil er so tut, als sei Kritik daran nichts weiter als Panikmache.

    Die Konsequenzen sind erheblich.

    Darüber derart hinwegzugehen, ist in meinen Augen schlichtweg unseriös.

  9.   alterego

    @4
    Apropos preisgekrönt. Da scheinen sich die Journalisten (oder bestimmte unter ihnen) selbst zu feiern.

  10.   jinky

    “Alle europäischen Staaten werden noch darauf kommen, daß sie ihre Staatsschulden mit dem Privatvermögen ihrer Bürger abdecken können.” Es geht noch weiter: die Schulden SIND das Privatvermögen ihrer Bürger…