So funktioniert Kapitalismus. Ein Blog

Wir armen Deutschen

Von 9. April 2013 um 22:27 Uhr

Der Bericht der EZB über die Vermögenslage in Europa ist da. Viele Zahlen sind schon seit einiger Zeit bekannt. Deutschland liegt beim Medianeinkommen ganz hinten, Zypern ziemlich weit vorne.  Und beim Durchschnittseinkommen liegen die Deutschen im hinteren Mittelfeld.

Die EZB weist ausführlich darauf hin, warum die Daten mit Vorsicht zu genießen sind: Die Position beim Median sagt mehr über die Einkommensverteilung innerhalb eines Landes als über den Vergleich zu anderen Ländern. Beim Durchschnitt verzerren Immobilienbesitz, Haushaltsgröße, Rentenansprüche und Zeitpunkt der Befragung das Bild. Jeder der in jüngerer Zeit in Griechenland war wird bestätigen, dass es diesem Land definitiv viel schlechter geht als uns.

Interessant sind also nicht die Daten selbst, sondern wie sie wahrgenommen werden. Man könnte schier verzweiflen, wenn man die FAZ liest. Aber es geht hier nicht mehr um Wahrheit oder Erkenntnis, sondern um Politik.

Kategorien: Der aktuelle Rand
Leser-Kommentare
  1. 1.

    IIP

    nuf said!

  2. 2.

    >Interessant sind also nicht die Daten selbst, sondern wie sie wahrgenommen werden.>

    Richtig.

    Meine Wahrnehmung:

    In den Ländern, in denen die Verschuldung hoch ist, gibt es auch Vermögen.

    Was liegt NÄHER, als diese Vermögen zur Sanierung heranzuziehen?

    Die Wahrnehmung der Schuldner:

    Da sind ANDERE Länder, in denen es Vermögen gibt.

    Was liegt näher, zuerst und vorrangig diese heranzuziehen?

    So ist das, wenn ALLE auf die GLEICHEN Daten schauen.

    • 10. April 2013 um 02:14 Uhr
    • Dietmar Tischer
  3. 3.

    Die Daten mögen mit Vorsicht zu genießen sein, aber will man den Bericht deswegen gleich verwerfen? Wozu dann so einen Bericht erstellen?

    Ich würde eher behaupten, dass die Ergebnis Mark Schieritz nicht in sein politisches Konzept passen.

    Alex

    • 10. April 2013 um 07:59 Uhr
    • Alex
  4. 4.

    Das Einkommen der Deutschen ist auch deshalb so gering , weil branchenspezifische Tarifverträge, die Abschaffung der Tarifverträge, … die Deinvestitionen des Staates in Infrastruktur, Bildung, … zu Produktivitätsbremsen geworden sind.

    Eine Schuldenbremse ist eine Investitionsbremse.

    Undhinterläßt einen politischen Trümmerhaufen, … nicht nur eine verarmende, unausgebildete Jugend.

    flassbeck-economics.de/zur-lohnrunde-2013-teil-5/

    • 10. April 2013 um 08:25 Uhr
    • Marlene
  5. 5.

    #4

    “Eine Schuldenbremse ist eine Investitionsbremse.”

    Wenn die Investitionen des Staates sich lohnen, dann können sich Schulden auch nicht bis 60% des BIP auftürmen. Denn dann gibt es ja einen Return on Investment, so dass sich die ursprünglichen Investitionen in Form, von zB höheren Steuereinnahmen rentieren. Schulden entstehen in diesem Fall nur kurz- bis mittelfristig.

    Es besteht also hingegen der Verdacht, dass der Staat keine rentablen Investitionen tätigt, sondern lediglich Geld ausgibt, um die Marlenes in ganz Deutschland möglichst ruhig zu halten.

    Und wenn dann die Kreditwürdigkeit des Staates zur Neige geht, dann ist das Geschrei groß, weil man einen Lebensstandard auf Kredit finanziert hat, der nun nicht mehr finanzierbar ist. Daran sind dann natürlich “die Reichen” schuld.

    Alex

    • 10. April 2013 um 11:22 Uhr
    • Alex
  6. 6.

    @ Alex # 5

    >Und wenn dann die Kreditwürdigkeit des Staates zur Neige geht, …>

    Doch nicht bei uns, USA und Japan – werfen Sie uns und andere Power Nations doch nicht mit der Peripherie, die auf Krücken geht, in einen Topf.

    Bei uns ist hinsichtlich der Schulden noch viel Luft nach oben, siehe z. B. D. Wermuth zu „output gap“.

    Würde Schäuble mal richtig Kohle raushauen, hätten wir weniger Schlaglöcher und bekämen obendrein noch viel Beifall. Merkel könnte sich dann wieder überall blicken lassen.

    Wirtschaftspolitik ist ganz einfach:

    Man muss nur wollen.

    • 10. April 2013 um 13:06 Uhr
    • Dietmar Tischer
  7. 7.

    Ich verstehe nicht, warum bei Immobilienbesitz so getan wird, als sei es im Grunde kein Vermögen. Dieser Beitrag suggeriert das auch schon wieder. Selbstverständlich gehört eine Immobilie dazu. Und wie andere Anlageformen kann natürlich auch deren Wert schwanken.

    Warum allerdings die Zahlen nicht um die Haushaltsgröße korrigiert werden, verstehe ich auch nicht. Dann könnte man die Zahlen besser vergleichen. Deutschland stünde wohl trotzdem noch eher weit unten.

    • 10. April 2013 um 14:06 Uhr
    • SG
  8. 8.

    Ernste Frage ohne Ironie:
    Kann jemand das mit den Rentenansprüchen erklären? Es wird ja gesagt, diese verzerren das Bild da sie nicht mit eingerechnet seien. Sind damit die Ansprüche an die deutsche Rentenversicherung gemeint?

    • 10. April 2013 um 14:14 Uhr
    • Peter
  9. Kommentar zum Thema

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