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Alle bereit für die deutsche Immobilienblase?

 

Der neue Länderbericht des IWF deutet darauf hin, dass es eine längere Diskussion über die Risiken auf dem deutschen Immobilienmarkt gab.

Nonetheless, while concerns about a housing bubble are premature, preparations against it are not. Hence, the macroprudential toolkit should be readied. We welcome the authorities’ progress in making the new Financial Stability Committee fully operational and in expanding their statistical coverage of the mortgage market. We encourage them to consider expanding the set of macroprudential tools to include loan-to-value and debt-service-to-income instruments.

Für mich ist das ein Indiz, dass der neu geschaffene Ausschuss für Finanzstabilität bald aktiv werden könnte – zumal wenn die EZB die Zinsen noch einmal senkt. Interessant auch, dass der IWF noch erheblichen Spielraum bei den Investitionen sieht.

Additional investment up to 0.5 percent of GDP per year over four years could be financed without violating fiscal rules and would have only a minor impact on the debt-to-GDP ratio given the growth offset.

4 Kommentare


  1. Das wird spannend!
    So wie ich es verstehe hat der Ausschuss für Finanzstabilität die Möglichkeit Empfehlungen abzugeben, die zwar nicht bindend sind, aber die Adressaten der Empfehlung müssen sich dazu äußern, wenn die Empfehlungen nicht umgesetzt werden. Sofern die Empfehlungen und Antworten nicht vertraulich sind, gibt das interessanten Stoff für öffentliche Diskussionen.

    Spannend wird auch, ob und wie die neuen Möglichkeiten der makro-prudential regulation genutzt werden, ob und wie stark also die Kapitalanforderungen antizyklisch angepasst werden und wie spezifisch dabei auf einzelne Märkte dabei eingegangen wird oder werden kann. Ob es also z.B. Maßnahmen geben wird, die bei sich abzeichnender Immobilienblase selektiv den Wohnungsbau treffen sollen (und ob sie das auch erreichen) und andererseits z.B. Bauvorhaben im Rahmen von Investitionen möglichst wenig betreffen (die betrieblichen Investitionen sind meines Wissens noch Blasen-gefährdet).

    Und ob BuBa und BaFin als ausführende Organe dabei ähnlich asymmetrisch agieren wie bei der Inflation, d.h. die Ausschläge in die eine Richtung viel stärker fürchten als in die andere.

  2.   Dietmar Tischer

    Welche deutsche Immobilienblase?

    Wenn es eine Immobilienblase in Deutschland geben sollte, dann wird es eine punktuelle sein, die sich weitgehend auf den privaten Wohnungsbaus in bestimmten Ballungszentren beschränkt. Das Ruhrgebiet z. B. dürfte bis auf Köln, Düsseldorf und vielleicht noch die eine oder andere Stadt weitgehend ausfallen.

    In den mittleren Städten dürfte sich keine Immobilienblase bilden und im Osten wird flächendeckend rückgebaut.

    Es gibt limitierende Faktoren, die in der Vergangenheit bestanden haben und auch in Zukunft greifen werden:

    a) ein vergleichsweise hoher Eigenkapitalanteil von 20 bis 30% des Kaufpreises.

    b) risikobewusste Banken, die gerade nach dem Immobiliendesastern anderswo relativ zögerlich bei der Kreditgewährung sein werden.

    Auf der Nachfrageseite müssten wir m. A. n. über eine längere Zeit einen sehr stabilen Arbeitsmarkt speziell für jüngere Menschen haben. Nur wenn die Arbeitsplätze als sicher und die Arbeitseinkommen als nachhaltig erlebt werden, wird man sich auf das Abenteuer eines finanziell praktisch lebenslang bindenden Immobilienerwerbs einlassen.

    Allerdings:

    Der Renditerückgang beim Investmentbanking wird für verstärkte Fokussierung aufs Privatgeschäft sorgen und die sehr hohe Filialdichte in Deutschland wird vermutlich zu weiterhin scharfem Wettbewerb um die günstigsten Immobilienkredite führen, auch wenn das kein besonders renditestarkes Geschäft sein dürfte, speziell falls die Anforderungen an die Bonitätsprüfung wachsen sollten.

    Anders sähe es aus, wenn wir bei Inflationsraten von – sagen wir – mehr als 3% wären.

    Davon sind wir weit entfernt, also kein Grund in Panik zu verfallen.

  3.   alterego

    Um die mögliche Gefahr des Entstehens einer Immobilienblase einschätzen zu können, müsste man wissen:

    – auf welche Standorte konzentriert sich der Bauboom?
    – wie passt das zu deren wirtschaftlichen Aussichten?
    – was wird hauptsächlich gebaut: EFH, MFH, Bürogebäude?
    – wer sind die maßgeblichen Investoren/Gläubiger, wie ist deren Schuldentragfähigkeit zu beurteilen?
    – wie bzw. mit wieviel Prozent EK sind die Objekte finanziert?
    – wie ist die Zinsbindungsdauer der Kredite?
    – wer sind die maßgeblichen Gläubiger, wie ist deren Risikotragfähigkeit zu beurteilen?
    – wie ist die derzeitige Situation auf den relevanten Immobilienmärkten: Angebot, Nachfrage, Preisniveau, und wie hat sie sich entwickelt?

    Eine Immobilienblase kann gesamtwirtschaftlich „nur“ gefährlich werden, wenn den Investoren bzw. Eigentümern in großem Umfang die Luft ausgeht und Kredite in großem Umfang notleidend werden. Da Immobilienkredite bei uns in der Regel feste Zinssätze für relativ lange Zeit ausweisen, ist das gesamtwirtschaftliche Gefahrenpotenzial schon von daher begrenzt. Zudem ist eine heimische Immobilienblase mit der Gefahr gesamtwirtschaftlicher Verwerfungen für Deutschland untypisch.

  4.   Marlene

    Platzt jetzt die Exportblase in Deutschland?

    In den Niederlanden ist die Wirtschaft mit -1,5% im ersten Quartal regelrecht eingebrochen.

    Dort hängt an jedem zehnten Haus mittlerweile ein Schild ‚te koop‘.

    Die Niederlande ist ein wichtiger Handelspartner für Deutschland.

    In Deutschland sind gute Immobilien Mangelware.

    Auch im Ruhrgebiet.