Politik, Kultur und Rätsel für junge Leser
Kategorie:
Politik und Wirtschaft
Am 8. März feiern überall auf der Welt Frauenorganisationen den Internationalen Weltfrauentag. Wozu soll denn das gut sein, denkt Ihr sicher. Und warum interessiert sich die KinderZEIT dafür? Weltkindertag würde doch viel besser passen.

Für viele europäische Kinder normal: Mama kümmert sich um die Kinder und das Essen. Es ist genug für alle da.
Doch auch der Weltfrauentag ist für Euch wichtig – für die Mädchen, und für die Jungen. Denn vor gar nicht so langer Zeit, vor 100 Jahren, als Eure Urgroßmütter geboren wurden, hatten Frauen in der Gesellschaft deutlich weniger Rechte. Sie durften nicht wählen, bekamen oft eine viel schlechtere Schulausbildung als Jungen und durften sich ihren Beruf nicht selbst aussuchen.
Damals rief die deutsche Sozialistin Clara Zetkin zum ersten Mal dazu auf, weltweit einen Tag den Rechten der Frauen zu widmen. [weiter...]

Foto: by Sean Gallup/Getty Images
In Deutschland arm zu sein ist etwas anderes, als in Indien oder Afrika arm zu sein. Arme Familien in diesen Ländern haben oft kein sauberes Wasser und keine richtigen Häuser. Wer dort keine Arbeit hat, muss hungern, bekommt keine medizinische Versorgung und kann seine Kinder nicht zur Schule schicken.
Deutschland ist ein reiches Land: Wer hier seine Arbeit verliert oder krank ist, bekommt Geld vom Staat – Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe. (Viele nennen diese Hilfe »Hartz IV«, nach dem Mann – Peter Hartz –, der viele Vorschläge dazu gemacht hat, wer wann was bezahlt bekommt und wer nicht.) Hartz IV soll eigentlich Armut verhindern. Menschen, die davon leben, fühlen sich aber oftmals trotzdem arm: zum Beispiel, wenn sie sehen, was ihre Nachbarn sich alles leisten können, oder wohin ihre Freunde verreisen. Oder wenn sie ihren Kindern dauernd sagen müssen: »Das ist zu teuer für uns.« Das höchste deutsche Gericht, das Bundesverfassungsgericht, hat in der vergangenen Woche festgestellt, dass die Leute mit ihrem Gefühl recht haben: Die Regierung muss sich jetzt überlegen, wie sie die finanzielle Hilfe, gerade für Kinder, verbessern kann.
Von Susanne Gaschke

© LUIS ACOSTA/AFP/Getty Images
In Haiti sind nach dem schlimmen Erdbeben viele Menschen mit auffälligen Helmen unterwegs. Es sind Soldaten, die von den Vereinten Nationen geschickt werden
Von Hauke Friederichs
Erst bebte die Erde, dann stürzten Wohnhäuser, Schulen, Gefängnisse, Hotels, Kirchen und sogar der Präsidentenpalast ein, als ein schweres Erdbeben vor zwei Wochen Haiti traf. Bis zu 200 000 Menschen sollen dabei gestorben sein (so viele, wie in Rostock leben). Noch viel mehr Menschen wurden verletzt. Nun herrscht große Not. Viele Familien wissen nicht, was mit ihren Verwandten passiert ist. Eltern suchen nach ihren Kindern, und viele haben Angst. [weiter...]

© GuARTEmala
Von Anne-Katrin Schade
Ob Fernseher, Jeans oder Turnschuh: Viele Waren schaden der Umwelt. Ihre Einzelteile kommen oft aus verschiedenen Ländern und reisen mehrmals um die Welt, bis sie fertig zusammengebaut in unseren Geschäften landen. Und bei jedem Flug, bei jeder Fahrt mit dem Schiff und bei jeder Strecke im Lastwagen entstehen sogenannte Treibhausgase, die unser Klima verändern: Sie lassen weltweit die Temperatur ansteigen, Gletscher schmelzen und Wirbelstürme entstehen. [weiter...]

Illustration: Judith Drews
Viele Produkte haben einen langen Weg hinter sich, bevor wir sie im Laden kaufen. Das hat Folgen für die Umwelt. Welche? Leonie und Anna, zwei ganz besondere Stadtführerinnen, erklären es
Von Katrin Brinkmann
Mühsam schieben sich Menschen mit prall gefüllten Einkaufstüten durch die Innenstadt Hannovers. Noch drei Wochen Zeit, um Geschenke für Weihnachten zu besorgen – da wirken viele Menschen gehetzt. Nur eine Gruppe Jugendlicher steht mitten im Weihnachtsmarkttrubel mit leeren Händen vor einem Modegeschäft. »Wisst ihr eigentlich, welche Weltreise eine Jeans macht, bevor sie in euren Einkaufstüten landet?«, fragt eine junge Frau, die von 15 Jungen und Mädchen umringt ist. [weiter...]

© Philipp Guelland/ ddp
Am Freitag vor 20 Jahren war ein wichtiger Tag für Millionen Kinder in der Welt. Am 20. November 1989 haben nämlich viele Länder einen Vertrag geschlossen – die sogenannte UN-Kinderrechtskonvention. In diesem Papier haben sich Staaten darauf geeinigt, dass Kinder besondere Rechte haben und besonders geschützt werden müssen. In 191 Ländern (das sind alle Staaten der Welt mit Ausnahme der USA und Somalias) sind diese Rechte inzwischen wirksam. In Deutschland gilt der Vertrag seit 1992. [weiter...]

ddp: Klaus-Peter Voigt/ Timur Emek/ Peter Rondholz/ Jens Koehler
Bis vor 20 Jahren gab es zwei deutsche Staaten. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse erklärt, warum die Menschen mit dem einen Staat so unzufrieden waren, dass sie ihn abschafften
Am 9. November vor 20 Jahren ist in Berlin die Mauer gefallen. Nicht einfach so: Sie wurde von vielen mutigen Menschen in der DDR umgestürzt. Heute ist es kaum noch vorstellbar, dass es einmal zwei deutsche Staaten gab – die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) – und dass Berlin einmal durch eine hohe Mauer geteilt war. Wenn Ihr aufmerksam durch die Stadt geht, könnt Ihr noch Spuren davon finden. [weiter...]
© Steffen Roth
Vier Jahre lang haben die Mitglieder einer Bundesregierung Zeit, etwas für das Land zu tun. Wenn die Wähler dann eine andere Regierung bestimmen, heißt es: Ausziehen!
Von Peter Dausend
Michael Müller zieht um. Er muss. Ihm bleiben zwar noch ein paar Tage Zeit, weil der Nachmieter noch nicht gleich einzieht, doch die Umzugskartons stehen bereits in seinem Büro im Berliner Bundesumweltministerium, zusammengefaltet lehnen sie an der Wand. Herr Müller steht aus seinem Stuhl auf, geht um den Schreibtisch herum, schnappt sich einen Karton, faltet vier Streifen Wellpappe zum Boden zusammen, richtet die Seitenwände auf, stellt die entstandene Pappkiste auf seinen Besuchertisch und fängt an, Bücher einzupacken. Das ist ein ziemlich trauriger Anblick. Es sieht ein wenig so aus, als packe Herr Müller sein ganzes Leben zusammen. Dabei, sagt er, »wusste ich schon länger, dass es so kommen würde«. [weiter...]

© Hulton Archive/Getty Images
Eine Depression ist eine Krankheit, die einen traurig macht. Manchmal sagt man auch, dass ein Land in eine Depression fällt. Dann geht es der Wirtschaft schlecht. Vor 80 Jahren geriet Amerika in einen so schlimmen Zustand, dass man sogar von der »Großen Depression« sprach. Sie begann am 24. Oktober 1929, dem »Schwarzen Donnerstag«, an dem viele Menschen arm wurden. Sie hatten Aktien an der Börse gekauft. Aktien sind Urkunden, die belegen, dass jemand einem Unternehmen Geld gegeben hat. Dafür bekommt er etwas vom Gewinn ab. Als die Firmen plötzlich keinen Gewinn mehr machten, verkauften viele Menschen ihre Aktien wieder. Dafür bekamen sie jetzt aber viel weniger Geld, als sie ausgegeben hatten. Sie gerieten in Not, sie hungerten und froren. Geschäfte und Fabriken schlossen. Fast jeder vierte Amerikaner verlor seine Arbeit. Andere Menschen bekamen weniger Lohn. Erst über zwanzig Jahre später erholte sich die amerikanische Wirtschaft von der Großen Depression.
Von Anne-Katrin Schade

© Ulrich Ladurner
In Afghanistan sollen Soldaten aus Deutschland und anderen Ländern die „Taliban“ am Kämpfen hindern. Das Wort bedeutet ursprünglich nicht „Krieger“ oder „Terrorist“, sondern „Schüler“
Von Ulrich Ladurner
In Pakistan gibt es einen Ort, der heißt Akora Khatak. Er ist mit seinen paar Zehntausend Einwohnern nicht besonders groß, doch er ist sehr laut, sehr staubig, und im Sommer wird es dort brütend heiß. Die Schule des Ortes hat ungefähr 7000 Schüler. Es ist also eine große Schule, und keine gewöhnliche, sondern eine Religionsschule, eine sogenannte Madrassa. Sie steht auf einem weitläufigen Gelände, direkt neben einer viel befahrenen Straße, die zur Grenze des Nachbarlandes Afghanistan führt. [weiter...]