„Mickrige Momente“ – das Medienlog vom Donnerstag, 8. August 2013

Wie treten die Angeklagten auf im Münchner Gerichtssaal? Zeigen sie Regung und Emotion? Wie unterscheiden sie sich und was verrät ihr Verhalten? Solche Fragen stellen einige Berichterstatter in den Mittelpunkt ihrer Zwischenbilanz des NSU-Prozesses. Anderen ist die Kritik an der Prozessführung wichtiger.

Weiter„„Mickrige Momente“ – das Medienlog vom Donnerstag, 8. August 2013″

 

Eine rechtsextreme Spur – das Medienlog vom Mittwoch, 7. August 2013

Die Soko Bosporus ging nach dem Mord von Ismail Yaşar doch intensiver von einem rechtsextremen Hintergrund aus als bislang bekannt. Das wurde am 32. Verhandlungstag mit Aussage des Beamten Manfred H. klar und beschäftigte die Medien: WAZ: „Ermittler sah früh ausländerfeindliches Motviv der NSU-Morde“, Spiegel Online: „Ermittler ging von ausländerfeindlichem Motiv aus“, ZEIT ONLINE: „Beinahe auf der rechtsextremen Spur“.

Weiter„Eine rechtsextreme Spur – das Medienlog vom Mittwoch, 7. August 2013“

 

32. Prozesstag – Mehmet Turgut, Ismail Yaşar

30. Juli - 6. August

Zunächst sagte am heutigen letzten Verhandlungstag vor der Sommerpause der Gerichtsmediziner aus, der den in Rostock ermordeten Mehmet Turgut obduziert hatte.

Turgut war am 25. Februar 2004 mit drei Schüssen in Nacken, Hals und Kopf getötet worden. Der damals 25-Jährige arbeitete in einem Döner-Imbiss. Weil er mit seinem Bruder Dokumente getauscht hatte, wird er in der Anklageschrift Yunus Turgut genannt.

Danach wurden Polizeibeamte als Zeugen im Mordfall Ismail Yaşar vernommen. Der 50-Jährige wurde am 9. Juni 2005 ebenfalls in einem Döner-Imbiss in Nürnberg ermordet.

Der Prozess wird, laut Planung, am 5. September fortgesetzt.

Hier ein ausführlicher Prozessbericht von unserem Autoren Tom Sundermann. Die Berichte über den 32. Verhadlungstag  fassen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

 

Zwischenbilanz: Indizien, Anja Sturm und RAF – das Medienlog vom Montag, 5. August

Die Verhandlungswoche im NSU-Prozess ist diesmal nur kurz: Am morgigen Dienstag ist vorerst der letzte Verhandlungstag vor der Sommerpause. Aus diesem Anlass ziehen die Medien eine Zwischenbilanz: In der Thüringer-Allgemeinen etwa schreibt Kai Mudra, dass das Interesse am Prozess, entgegen der Erwartungen, nach wie vor hoch sei.

Weiter„Zwischenbilanz: Indizien, Anja Sturm und RAF – das Medienlog vom Montag, 5. August“

 

Falscher Verdacht und Gratis-Champagner – das Medienlog vom Freitag, 2. August 2013

In der Berichterstattung über den 31. Verhandlungstag steht die Frage im Mittelpunkt, warum die Ermittler so lange in die falsche Richtung ermittelten. „Vor Gericht wurde heute klar, warum die Fahnder so lange an Organisierte Kriminalität als Hintergrund der Taten glaubten“, heißt es etwa im Deutschlandfunk. Der Autor schildert die Aussage des Zeugen Albert Vögeler von der polizeilichen Sonderermittlergruppe Soko Bosporus. Darin ging es um die Irrwege, auf denen die Beamten so erfolglos die Täter suchten. Ein Thema, das vor allem türkische Medien interessiert: So stehen die Ermittlungsfehler in der türkischsprachigen Zaman im Vordergrund.

Weiter„Falscher Verdacht und Gratis-Champagner – das Medienlog vom Freitag, 2. August 2013“

 

Eine aufgedrehte Zeugin – das Medienlog vom Donnerstag, 1. August 2013

Der Mord an Habil Kiliç, dem Münchner Gemüsehändler, ist das bestimmende Thema der Berichte über den 30. Verhandlungstag. Im Mittelpunkt stehen vor allem die widersprüchlichen Aussagen der Zeugin Anna S. und das eingestellte Verfahren der Erfurter Staatsanwaltschaft gegen Beate Zschäpe.

Weiter„Eine aufgedrehte Zeugin – das Medienlog vom Donnerstag, 1. August 2013“

 

31. Prozesstag – Enver Şimşek/Abdurrahim Özüdoğru und Mehmet Turgut

30. Juli - 6. August

Am 31. Prozesstag wurde unter anderem der leitende Kriminalbeamte Albert Vögeler befragt. Er schilderte, warum nach den Morden an Enver Şimşek und Abdurrahim Özüdoğru aus Nürnberg lange Zeit fremdenfeindliche Motive ausgeschlossen wurden. Vögeler sagte, dass die Möglichkeit eines solchen Hintergrunds zwar angesprochen wurde. Es seien jedoch bis 2006 „keine strukturierten Ermittlungen in diese Richtung vorgenommen worden“.

Der Blumenhändler Şimşek wurde 2000 in seinem Transporter erschossen. Bereits am 20., 21., und 26. Prozesstag wurde sein Mord im NSU-Prozess behadelt. Özüdoğru wurde ein Jahr später, 2001, in seiner Änderungsschneiderei getötet. Sein Fall war bereits am 14. und 28. Prozesstag Thema.

Am Nachmittag war der Zeuge Alexander H. geladen, der zum Mord an Mehmet Turgut in Rostock befragt wurde. Er hörte am 25. Februar 2004 die Schüsse, die Turgut töteten. H. sah aber niemanden. Der Ermordete arbeitete als Aushilfe in einer Imbissbude. (mit dpa)

Die Berichte über den 31. Prozesstag fassen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

 

Zschäpe, eine Prostituierte? – das Medienlog vom Mittwoch, 31. Juli 2013

Im Mittelpunkt der Berichterstattung stand die Rentnerin Charlotte E., die sich im Haus befand, als Beate Zschäpe im November 2011 mutmaßlich das Haus in Zwickau anzündete. Die heute 91-Jährige war selbst nicht vor Gericht, jedoch drei ihrer Verwandten. Auf das Schicksal der 91-Jährigen konzentriert sich etwa Kai Mudra in der Thüringer Allgemeinen („NSU-Opfer: Meine Tante hat alles verloren“) und (mit Mara Mertin) in der WAZ.

Weiter„Zschäpe, eine Prostituierte? – das Medienlog vom Mittwoch, 31. Juli 2013“