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Die Logik-Frage, die fast jede/r falsch beantwortet

 

Jack schaut Anne an, aber Anne blickt auf George. Jack ist verheiratet, George nicht. Schaut eine verheiratete Person auf jemanden, der (oder die) unverheiratet ist? Diese Frage stellte kürzlich James Grime in seinem YouTube-Kanal singingbanana – und schickte gleich eine Warnung hinterher: Diese Logik-Frage würde fast jeder Rätsel-Fan falsch beantworten. Wir fragen: Gehören Sie auch dazu?

Gehen wir an dieser Stelle davon aus, dass Sie sich in Beziehungsfragen auskennen – deshalb hier die drei möglichen Antworten:

a) Ja

b) Nein

c) Lässt sich nicht eindeutig sagen.

Wenn Sie sich für Antwort c) entschieden haben, denken Sie wie die Mehrheit der Guardian-Leser (die ihrerseits übrigens nur die Versuchsergebnisse anderer bestätigten). Und liegen dennoch falsch. Denn richtig ist Lösung a). Nur, warum? Schauen wir uns Anne an, deren Beziehungsstatus unklar ist – was für Lösung c) sprechen würde. Tatsächlich ist Annes Beziehungsstatus für die Lösung der Aufgabe völlig irrelevant. Sollte sie verheiratet sein, schaut eine verheiratete Person eine unverheiratete an (Anne -> George). Ist Anne aber nicht verheiratet, schaut ebenfalls eine verheiratete Person eine unverheiratete an (Jack -> Anne).

Logisch, oder? In seinem Clip erklärt James Grime, warum wir uns so leicht täuschen lassen – und klärt noch ein mathematisches "Bonus-Problem".

Lust auf weitere Rätsel? Dann empfehlen wir diese Teilchen:

  1. Für dieses Logikrätsel müssen Sie Zahlen von 1 bis 9 so in eine Gleichung einsetzen, dass am Ende 66 herauskommt. In Singapur lösen das 14-Jährige.
  2. Hier sehen Sie Parkplätze mit verschiedenen Nummern. Wissen Sie, auf welcher Nummer das Auto steht? Für Sechsjährige aus Hongkong ist das kein Problem.
  3. Wenn Sie es mehr mit Zahlenfolgen haben, schauen Sie doch hier vorbei.
  4. Und bei dieser Aufgabe aus Singapur müssen Sie einen Geburtstag errätseln.

Mehr Teilchen gibt es hier.

114 Kommentare

  1.   Graf Zahl

    Das funktioniert aber u.a. nur, wenn Scheidungen entweder verboten sind, oder man nach einer Scheidung wieder in den Zustand „ledig“ zurückversetzt wird.

  2.   FluffyMoose

    Die Lösung stimmt aber nur unter der Annahme, dass alle in einer Reihe stehen. Das steht aber nicht in der Aufgabenstellung und ist somit nicht zwingend der Fall. Wenn Jack neben George steht und die beiden zusammen mit Anne ein Dreieck bilden kann nicht gesagt werden ob eine verheiratete Person auf eine ledige Person schaut. In diesem Fall schaut nämlich Jack nur noch Anne an und nicht mehr George. Um die Aufgabe beantworten zu können müsste dann bekannt sein ob Anne verheiratet ist. Daher ist c) für diese unscharf gestellte Aufgabe m.E. tatsächlich richtig.

  3.   Kai

    Wenn der Zustand binär ist. Wir sind halt so koordiniert, dass es noch andere Zustände gibt. Geschieden wurde bereits genannt, verwitet steht auch auf deutschen Formularen.
    Wenn man allerdings sagt, dass es nur 2 mögliche Zustände gibt, merken wir es.

  4.   Zelot

    Numberphile ist ein toller Kanal. Ich verstehe 0 von Mathe, schaue mir trotzdem gerne die Videos an, auch wenn ich oft nur Bahnhof verstehe ;)

  5.   Makake

    Bitte lesen Sie die Erklärung noch einmal durch. a) ist richtig und es ist dabei völlig egal, wie die drei Personen angeordnet sind. Auf die Lösung sollte man eigentlich auch selber kommen. Klar, der Bauch sagt im ersten Moment wohl bei den meisten „das kann man doch nicht wissen“, aber wenn man dann einmal beide Möglichkeiten durchspielt, hat man es sehr schnell raus.

  6.   Alex Fox

    Es ist zwar egal, wie die Personen angeordnet sind, aber es ist nicht egal, wieviele „Personenzustände “ zulässig sind. Die von der Zeit skizzierte Lösung ist mir sofort durch den Kopf geschossen, sie setzt aber vorraus, das alles , was nicht verheiratet ist, ledig ist. Das stimmt zumindes in Deutschlan nicht. Da kann Anne auch geschieden oder verwitwet sein. Nur verstorben ist ausgeschlossen, weil sie sonst george nicht anblicken könnte.

    Es ist aber denkbar:

    Jack: verheiratet
    Anne: verheiratet
    George: verstorben

    Jack: verheiratet
    Anne: verheiratet
    George: geschieden

    Jack: verheiratet
    Anne: verheiratet
    George: verwitwet

    Jack: verheiratet
    Anne: geschieden
    George: verstorben

    Jack: verheiratet
    Anne: geschieden
    George: geschieden

    Jack: verheiratet
    Anne: geschieden
    George: verwitwet

    Jack: verheiratet
    Anne: verwitwet
    George: verstorben

    Jack: verheiratet
    Anne: verwitwet
    George: geschieden

    Jack: verheiratet
    Anne: verwitwet
    George: verwitwet

    In allen diesen Fällen wird keine ledige Person angeblickt, wiel keine der Personen ledig ist.
    Für den Fall, dass nur ledig und verheiratet als Status zulässig ist, ist die Aufgabe trivial und die Lösung wie von der Zeit beschrieben. Diese Einschränkung gehört dann aber in die Aufgabenstellung.

  7.   Mathias Lechtl

    Ist es aber nicht so, dass wenn alle verheiratet sind es dann nicht funktioniert? Weil:
    Jack: verheiratet
    Anne: verheiratet
    George: verheiratet
    ist doch auch ein durchaus vorstellbares Szenario, oder etwa nicht?

  8.   LW

    @Zeit/TD:

    Es ist hier m.E. nicht angebracht, sich stilistisch an der Fragestellung abzuarbeiten, weil sie dadurch unpräzise wird. Statt:

    „Jack schaut Anne an, aber Anne blickt auf George. Jack ist verheiratet, George nicht. Schaut eine verheiratete Person auf jemanden, der (oder die) ledig ist?“

    sollte es etwa heißen:

    „Jack schaut Anne an, aber Anne schaut George an. Jack ist verheiratet, George nicht. Schaut eine verheiratete Person eine nicht verheiratete Person an?“

    Vgl. den englischen Wortlaut.

  9.   SH001

    Anna schaut auf George…
    George ist unverheiratet

    Wie kann man hier auf etwas anderes als „a) Ja“ als antwort kommen?

  10.   WiederSoEinHegelianer

    Problematisch an diesem „logischen“ Sachverhalt ist vielmehr: Wir können die Aufgabe nach der scheinbar „richtigen“ Lösung A nur erschließen, wenn wir unter festgestellten Hypothesen arbeiten, d.h. entweder den Zustand „verheiratet“ oder „unverheiratet“ für Anne annehmen. Wir müssten also, wie von Vorrednern bereits angeschnitten, ein Binärsystem voraussetzen, und es, das ist wichtig, aktiv einsetzen, um zu der vermeintlich korrekten Lösung zu gelangen. Sowohl der Zustand „1“ (verheiratet) wie auch „0“ (unverheiratet) würden die Beziehung aber fest determinieren, jeweils in eine andere „Leserichtung“, und da nunmal beide möglich scheinen (und man beide Optionen tatsächlich zwingend zum Lösen betrachten muss) – wir werden also bei der von A vorgeschlagenden Antwort vor zwei Seinsmöglichkeiten gestellt, müssten aber beide in eine Einheit zusammenfassen, um eine fixierte Antwort geben zu können; beide Leserichtungen müssten dasselbe sein, was sie jedoch nicht sind. Beide sind nicht gleich eindeutig Antwort A, da sie untereinander schon nicht erlauben, eine einfache Einheit darzustellen, jedoch werden beide Möglichkeiten benötigt, um die Binarität aufrecht zu erhalten, die inhaltlich ursprünglich die Frage bedingt. Daher ist Antwort A de facto „erschummelt“.