Rappen mit Echthaar

Nicki Minaj gehört zu den größten Blenderinnen des Popgeschäfts. Ausgerechnet von ihr wird oft mehr Authentizität gefordert. Ihr neues Album belässt es bei ersten Schritten in diese Richtung.

© Universal
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Jeder Popstar ist eine Kunstfigur, aber kaum jemand hat es mit der Überzeichnung in den vergangenen Jahren bunter getrieben als Nicki Minaj. In Videos war sie unter anderem als Barbie, Geisha, Meerjungfrau und männerfressendes Monster zu sehen, auf einem Albumcover mit verlängerten Beinen. Weiter„Rappen mit Echthaar“

 

R’n’B nach Ferguson

Nach 15 Jahren veröffentlicht D’Angelo, einstmals Gott des Neo Soul, sein neues Album: „Black Messiah“ geht es nicht mehr um Sex, sondern um die gesellschaftliche Kraft schwarzer Musik.

© Sony
© Sony

Bester Witz der jüngeren Musikgeschichte: Das erste Stück auf D’Angelos neuem Album Black Messiah heißt Ain’t That Easy. Weiter„R’n’B nach Ferguson“

 

Tortenschlacht der Gangsta-Rapper

Die berühmteste Gruppe der Hip-Hop-Geschichte verabschiedet sich: Das voraussichtlich letzte Album des Wu-Tang Clans ist eine Sensation. Allerdings nur, weil es überhaupt zustande gekommen ist.

© Warner Music Group
© Warner Music Group

Manche Leute halten die Organisation eines G-8-Gipfels für eine logistische Herausforderung. Diese Leute haben natürlich keine Ahnung von den Interessen und Befindlichkeiten der acht Egos, mit denen Robert „RZA“ Diggs schon sein halbes Leben jongliert. Weiter„Tortenschlacht der Gangsta-Rapper“

 

Powerchords sind schon okay

Am Artrock der frühen Alben von TV On The Radio gab es nichts zu verbessern. Auf ihrer neuen Platte Seeds klingt vor allem die Zuversicht der Band unverbesserlich.

© Juco/Vertigo
© Juco/Vertigo

TV On The Radio waren schon einmal optimistisch, und damals ging die Sache nach hinten los. Im August 2008 veröffentlichte die New Yorker Band das Stück Golden Age, ihren bis dahin eingängigsten Popsong. Er war jedoch nicht als Amtseinführungshymne für Barack Obama gedacht, dessen Präsidentschaft sich zu diesem Zeitpunkt bereits abzeichnete. Weiter„Powerchords sind schon okay“

 

In der Geisterstadt brennt wieder Licht

Dub-Techno mit menschelnden Momenten: Andy Stott geht dort auf die Hörer zu, wo andere Produzenten gar kein Publikum mehr vermuten würden. Erstaunlich!

© Modern Love
© Modern Love

Das Techno-Jahr 2014 begann in einer Geisterstadt. Auf seinem vierten Album Ghettoville entwarf der britische Produzent Actress Tanzmusik für menschenleere Clubs. Seine Tracks ließen Dubstep, Deep House und R ’n‘ B als Ausgangspunkte in weiter Ferne erkennen, meistens kreisten sie aber gedankenverloren um sich selbst. Weiter„In der Geisterstadt brennt wieder Licht“

 

Vor zehn Jahren ein Hit

Mit ihrem neuen Album verabschieden sich Röyksopp und tragen gleichsam die LP zu Grabe. Aber ist nun das Format am Ende oder der Easy-Elektro der beiden Norweger?

© Warner Music
© Warner Music

Ihren größten Moment in Deutschland hatten Röyksopp am 24. Januar 2003. Auf dem Höhepunkt ihrer Bedeutsamkeit widmete die Harald Schmidt Show dem norwegischen Duo ein mehrere Minuten langes Segment. Weiter„Vor zehn Jahren ein Hit“

 

Klare Ansage aus Harlem

Zunächst galt Azealia Banks als großes Raptalent, dann als streitsüchtig und selbstverliebt. Ihr seit Jahren erwartetes Debütalbum zeigt jetzt, wie gut das eine zum anderen passt.

© Azealia Banks
© Azealia Banks

Wer fast drei Jahre auf der Strafbank saß, hat natürlich keine Zeit zu verlieren. Schon während der ersten drei Tracks von Broke With Expensive Taste rappt und singt Azealia Banks auf Englisch und Spanisch, über Beats, die von Jazz, Salsa, 2-Step, Ambient, No Wave und Afrobeat gleichermaßen inspiriert wirken. Weiter„Klare Ansage aus Harlem“

 

Songs gegen die Schwerkraft

Mit Weyes Blood möchte man sich dorthin verirren, wo kein Handy mehr Empfang hat. Auf „The Innocents“ besingt die Amerikanerin das typische Coming-of-Age-Programm. Diese Stimme!

© Shawn Brackbill
© Shawn Brackbill

Natalie Mering singt wie ein Krokodil mit ausgehängtem Kiefer, das sagt sie zumindest selbst. Auf The Innocents, ihrem zweiten Album unter dem Künstlernamen Weyes Blood, beeinflusst die Stimme der Musikerin aus Pennsylvania das Geschehen so vollständig, wie selten ein einziges Instrument eine Platte bestimmt. Weiter„Songs gegen die Schwerkraft“

 

Zombies in der Rollschuhdisko

Sex, Tod und Sex mit Untoten: Die Band Stars aus Montreal weiß, worüber es sich zu singen lohnt. Das neue Album der Synthie-Popper ist Partymusik für Beerdigungen.

© Shervin Lainez
© Shervin Lainez

Wer Stars hört, muss tausend Tode mit ihnen sterben. Die Band aus Montreal arbeitet sich seit fast 15 Jahren an metaphorischen und tatsächlichen Todesfällen ab. Zunächst mit einem Indierock-Entwurf der größtmöglichen Gesten, der ihre Verwandtschaft zu Broken Social Scene erkennen ließ. Weiter„Zombies in der Rollschuhdisko“

 

Mann über Motherboard

Wo hört der Mensch auf, wo beginnt die Maschine? Der junge venezolanische Produzent Arca macht nervenaufreibende Laptop-Musik. Und entfernt sich selbst aus ihr.

© Daniel Sannwald
© Daniel Sannwald

Je weiter sich Alejandro Ghersi vom Mainstream entfernt, desto entschlossener scheinen ihm dessen aufmerksamste Vertreter hinterherzulaufen. Als sich das Management von Kanye West an den venezolanischen Produzenten wandte und um die Einsendung einiger Arbeitsproben bat, schickte Ghersi die verrückteste Musik zurück, die er bis zu diesem Zeitpunkt unter seinem Künstlernamen Arca komponiert hatte. Weiter„Mann über Motherboard“