ZEITansage

Hier bloggt die Redaktion. Ein Fenster ins Innenleben von ZEIT ONLINE

Themenwoche Perfektes Leben

Von 7. April 2014 um 09:55 Uhr

Das ist doch kein Vorbild: Ein Mädchen, das die Zeit umkehrt, nur um noch mehr Schulfächer besuchen zu können, als sie ohnehin schon in ihren übervollen Stundenplan gepackt hat. Man mag Hermine Granger mögen, aber das geht zu weit. Obwohl: Ein Zeitumkehrer, wie ihn Harry Potters beste Freundin um den Hals trägt, wäre sicherlich ein Verkaufsschlager. Denn was fehlt uns mehr als Zeit?!

Unser Leben ist zu einer Art Leistungssport geworden. Wir wollen ein möglichst perfektes Leben. Ständig arbeiten wir an uns, um noch schneller, effizienter, leistungsfähiger, einfach besser zu werden. Dauernd kämpfen wir darum, Arbeit, Freizeit, Partnerschaft und Familie ins Lot zu bringen. Dabei sollen wir dann auch noch gesünder und glücklicher sein als zuvor. Irgendwem gelingt das auch. Jedenfalls treffen wir immer wieder auf Leute, die davon schwärmen, wie zufrieden sie mit ihrem Leben sind. Andere allerdings brechen unter den gewaltigen Anforderungen zusammen. Der große Rest? Kämpft sich irgendwie durch. Nie war der Wunsch so groß, sich selbst zu verwirklichen.

Wie konnte es dazu kommen? ZEIT ONLINE geht dieser Frage in der Themenwoche “Perfektes Leben” nach. Sieben Autoren haben versucht, das Geröll aus Therapeuten-, Soziologen- und Psychologensprech zur Seite zu räumen, das die Debatte beherrscht. Dahinter fanden sie ein Bündel von Idealen, die unsere Gesellschaft prägen. Sie etablieren Normen, denen wir folgen, oftmals ohne uns ihrer bewusst zu sein: die ideale Kindheit; die romantische Liebe; Berufung; Selbstoptimierung; Pflichtbewusstsein; Leidenschaft; Genügsamkeit.

Alle diese Begriffe entwerfen Muster einer vollkommenen Welt. Doch wer sie zu erreichen sucht, gerät schnell in eine Falle. Der Zeitgeist hat uns eingebläut, dass wir alles erreichen können, wenn wir uns nur genug anstrengen. Bei Idealen ist das jedoch unmöglich. Zumal sie nicht alle zueinander passen. Einige arbeiten sogar gegeneinander. Wir müssen uns deshalb damit auseinandersetzen, welche Hoheit über unsere Lebensgestaltung wir diesen Idealen zugestehen. Sieben Texte sollen entschlüsseln, wie sie uns antreiben, herausfordern, überfordern. Und wie wir lernen können, angemessen mit ihnen umzugehen.

Kategorien: Allgemein

ZEIT ONLINE gewinnt vier Medaillen bei den Malofiej Awards

Von 31. März 2014 um 18:09 Uhr

Die Redaktion von ZEIT ONLINE ist mit vier Medaillen beim “Malofiej Infographic World Summit” in Pamplona ausgezeichnet worden. Der Malofiej-Award, der als Pulitzer-Preis der Infografik gilt, wird vom spanischen Verband “Society for News Design” (SND-E) und der Universität von Navarra vergeben. Die Jury entschied insgesamt über 1.290 eingereichte Beiträge. Beteiligt hatten sich 139 Medienhäuser aus 34 Ländern.

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Gregor Aischs Visualisierung der Bundeskabinette erhielt eine Medaille in Silber. Die interaktive Grafik zeigt die Zusammensetzung der neuen Bundesregierung und die Lebensläufe der Minister und Ministerinnen. Dank der Recherche des Politik-Ressorts von ZEIT ONLINE können die Leser nicht nur das aktuelle Kabinett, sondern auch auch alle politischen Lebensläufe der Kanzler und Bundesminister vom Kabinett Kohl IV bis zu Merkel II recherchieren. Auch lassen sich die Altersgruppen und die Regierungs- und Parlamentserfahrung der Minister auf einen Blick vergleichen.

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Mit Bronze wurde unsere Visualisierung der Wählerwanderungen in Deutschland zur Bundestagswahl 2013 prämiert. Wohin wanderten die FDP-Wähler, wer machte die CDU so stark? Woher kommen die neuen Anhänger der AfD? Die interaktive Wahlgrafik von Ole Häntschel und Christian Gross zeigt es.

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Moritz Stefaners “Wahlland” wurde ebenfalls mit einer Bronzemedaille ausgezeichnet. Die interaktive Karte zeigt die deutschen Wahlkreise, neu angeordnet nach Ähnlichkeit im Wahlverhalten – kurzum: eine neue politische Landkarte nach der Wahl.

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Aus welchen Ländern stammt die Mode in unserem Kleiderschrank? Wir haben die 41 Produktionsländer der zehn in Deutschland meistverkauften Marken zusammengetragen. Die mit Bronze ausgezeichnete ZEIT-ONLINE-Weltkarte liefert generelle Informationen über das Entwicklungsniveau, die Arbeitsrechts- und Arbeitsschutzsituation in den Produktionsländern für westliche Mode und das Engagement der Modemarken im Hinblick auf Sozialstandards in ihrer Lieferkette.

Freude auch bei den Kollegen vom ZEIT-Magazin: Matthias Stolz und Ole Häntzschel gewannen ebenfalls Bronze für ihre Darstellung der globalen Militärhaushalte “Welt der Waffen“.

Alle Medaillengewinner des Malofiej Awards finden sich in dieser Übersicht.

Kategorien: Data, Infografik, Multimedia

“Willkommen in Deutschland”: ZEITmagazin und ZEIT ONLINE starten neues Longform-Projekt

Von 27. Februar 2014 um 13:54 Uhr
Ghayeb Youssouf – einer der Flüchtlinge, die Carolin Emcke in ihrer Reportage für das ZEITmagazin und ZEIT ONLINE begleitet hat. © Sebastian Bolesch

Ghayeb Youssouf – einer der Flüchtlinge, die Carolin Emcke in ihrer Reportage für das ZEITmagazin und ZEIT ONLINE begleitet hat. © Sebastian Bolesch

Was erleben Flüchtlinge, die zu uns nach Deutschland kommen? Wie heißen wir die willkommen, die zu uns vor Krieg, Terror und Armut fliehen? Für das ZEITmagazin und ZEIT ONLINE hat Carolin Emcke zusammen mit dem Fotografen Sebastian Bolesch eine Reise an die Peripherie unserer Gesellschaft unternommen. Sie hat Flüchtlinge, die in der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber in Eisenhüttenstadt/Brandenburg angekommen sind, über Monate begleitet. Ihre Geschichten erzählen wir gleichzeitig im ZEITmagazin, in der ZEIT-App und bei ZEIT ONLINE.

Nach Tour de France und Neues Leben in der Stalin-Allee ist Willkommen in Deutschland das dritte größere Longform-Projekt bei ZEIT ONLINE, für das wir unser Artikel-Layout grundlegend weiterentwickelt haben – immer mit der Prämisse: Wie lassen sich herausragende, tiefgehende Geschichten im Netz bestmöglich erzählen? Auf großen Desktop-Computern ebenso wie auf Tablets und Smartphones.

Zum ersten Mal produzieren wir ein Longform-Projekt in unserem Redaktionssystem, statt es vollständig von Hand zu programmieren. Sie als Leserinnen und Leser merken davon – hoffentlich – nichts. Für uns als Journalisten, Fotografen, Designer, Infografiker und Entwickler bedeutet die Umstellung einen wichtigen Schritt nach vorne. Longform-Projekte können nun schneller realisiert werden, ohne aufwändige technische Vorarbeiten. Am Ende bleibt mehr Zeit für die Essenz: für das Erzählen, für den Journalismus.

Kategorien: Allgemein

ZEIT ONLINE gewinnt Deutschen Infografik Preis

Von 25. Februar 2014 um 08:58 Uhr
Paul Blickle, Sascha Venohr und Philip Faigle

Paul Blickle, Sascha Venohr und Philip Faigle

Eine gute Infografik fängt die komplexe Wirklichkeit ein und macht sie für die Leser verstehbar. Die Grafik “Wo das Jobwunder stattfindet – und wo nicht” will noch etwas mehr: Sie will den Leser dazu anregen, selbst in einem gewaltigen Datensatz zu recherchieren. Jetzt ist die Infografik der ZEIT-ONLINE-Redakteure Paul BlickleSascha Venohr und Philip Faigle in Berlin mit dem Deutschen Infografik Preis ausgezeichnet worden.

Jedes Jahr verkündet die Bundesagentur für Arbeit eine Zahl, die durchschnittliche bundesweite Arbeitslosenquote. Sie ist in den vergangenen Jahren deutlich kleiner geworden. Und doch gibt diese eine Zahl wenig Auskunft darüber, wie gleich oder ungleich diese Entwicklung im Land verläuft. Das war der Ausgangspunkt der Recherche. Die Idee: Eine Datenvisualisierung, die möglichst anschaulich zeigt, wie unterschiedlich stark einzelne Städte, Gemeinden und Regionen vom Boom am Arbeitsmarkt profitiert haben. Über ein Intro werden die Leser zu Beginn in die interaktiven Entdeckungsmöglichkeiten der Grafik eingeführt.

Der Deutsche Infografik Preis wird in diesem Jahr erstmals vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin verliehen. Eine unabhängige Jury zeichnete dabei “herausragende, deutschsprachige Infografiken aus, die sich mit der Vermittlung von Wirtschafts- und Sozialdaten befassen”. Neben der Grafik zum Arbeitsmarkt waren zwei weitere Arbeiten von ZEIT ONLINE für die Endrunde des Wettbewerbs nominiert: die Wahlkantine zur Bundestagswahl und die große Abgeordnetenbilanz.

Kategorien: Allgemein, Data, Infografik

ZEIT ONLINE gründet ein Investigativ-Ressort. Damit verbunden ist ein Wechsel in der Chefredaktion.

Von 6. Februar 2014 um 12:19 Uhr

Das neue Investigativ-Team (c) Andreas Labes

Viele journalistische Projekte sind heute so umfassend, dass sie von einzelnen Redakteuren oder Ressorts kaum zu bewältigen sind. Bei den “Drohnen-Dokumenten“, die ZEIT ONLINE kürzlich in einer Serie aufbereitete, galt es beispielsweise, 800 Geheimakten aus dem Untersuchungsausschuss des Bundestages in kurzer Zeit zu analysieren und zu bewerten. Auch unsere Recherche zu den Aktivitäten der Bundestagsabgeordneten in der letzten Legislaturperiode beruht auf einem großen Datenberg, den es weiter auszuwerten gilt.

Unser neues Team Investigativ/Daten wird sich permanent um solche Recherchen kümmern. Es wird eine Schnittstelle zu anderen Rechercheteams im In- und Ausland sein – und nach innen eine Art Dienstleistungsressort, das ZEIT-ONLINE-Kollegen bei ihrer Arbeit unterstützt.

Alle Teammitglieder sind erfahrene Onliner und kennen die kooperative Arbeitsweise digitaler Journalisten. Sie werden also nicht, wie es dem investigativen Klischee entspräche, für ein halbes Jahr abtauchen, um dann mit einem Scoop wieder aufzutauchen – sondern sich täglich mit unserer Redaktion austauschen. Vor allem werden sie den Schwerpunkt, den ZEIT ONLINE im Datenjournalismus gesetzt hat, weiter ausbauen. Aber auch eine klassische Recherche, die einen etwas längeren Atem erfordert, kann im Investigativ-Team angesiedelt sein. Auch große Crowdsourcing-Projekte, mit denen ZEIT ONLINE bereits sehr erfolgreich ist, werden in Zukunft vom Team organisiert: An unserer Erhebung zu Dispozinsen etwa haben sich mehr als 10.000 Leser beteiligt.

Leiten wird das Team Investigativ/Daten Karsten Polke-Majewski, bisher stellvertretender Chefredakteur. Markus Horeld, bisher Leiter der Ressorts Politik und Gesellschaft, wird stellvertretender Chefredakteur. Die stellvertretende Chefredakteurin Domenika Ahlrichs und der Geschäftsführende Redakteur Christoph Dowe bleiben wie bisher Mitglieder der Chefredaktion.

In das neue Team Investigativ/Daten wechseln Kai Biermann, Philip Faigle und Sascha Venohr. Kai Biermann ist seit 2007 bei ZEIT ONLINE und war zuletzt für die Themen Internet, Datenschutz und Netzpolitik zuständig. Philip Faigle kam Ende 2007 als Redakteur ins Wirtschaftsressort von ZEIT ONLINE. Mit Sascha Venohr, Head of Data Journalism, bündelt ZEIT ONLINE alle datenjournalistischen Projekte im neuen Team.

 

Kategorien: Allgemein

Warum wir unsere Startseite neu gestalten – und im kommenden Jahr ganz ZEIT ONLINE

Von 28. November 2013 um 11:15 Uhr

Wenn Sie www.zeit.de aufrufen, werden Sie die Neuerung erst auf den zweiten Blick bemerken: Wir haben die untere Hälfte unserer Homepage neu entworfen.

Gleich nach den Videos finden Sie ab sofort die wichtigsten Beiträge aus Ressorts wie “Politik”, “Wissen” oder “Digital” noch übersichtlicher angeordnet. Das neue Design gibt unserer wachsenden Redaktion deutlich mehr Möglichkeiten, auch jenseits der Topmeldungen wichtige Themen zu setzen. Unseren Lesern scheint es ebenfalls zu gefallen: In Beta-Tests haben wir festgestellt, dass sie die präsentierten Artikel nun fast doppelt so oft aufrufen. Besonders auf Mobilgeräten ist die neue Darstellung besser nutzbar.

Die heutige Änderung ist nur ein erster Schritt. Bis zum Sommer 2014 werden wir ZEIT ONLINE vollständig überholen – und dabei wiederum vor allem an unsere beständig wachsende mobile Nutzerschaft denken.

Ob Ihnen das geplante Design so gut gefällt wie uns, testen wir schon im Frühjahr mit dem Start eines eigenen ZEIT MAGAZIN ONLINE. Es wird derzeit entwickelt und gehorcht bereits jenen Prinzipien, nach denen wir auch ZEIT ONLINE bis zum Sommer modernisieren wollen.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns Ihre Meinung zu der veränderten Homepage mitteilen würden – gerne in den Kommentaren unter diesem Blog-Eintrag oder per Mail an jochen.wegner@zeit.de.

Kategorien: Allgemein

Das neue Leben der Stalinallee – über die Wiederentdeckung eines Boulevards

Von 22. Oktober 2013 um 13:00 Uhr
Brunnen am Strausberger Platz © Amélie Losier

Brunnen am Strausberger Platz © Amélie Losier

Es ist “der letzte europäische Boulevard, der gebaut wurde”, hat der berühmte Architekt Aldo Rossi einmal über die Karl-Marx-Allee in Berlin gesagt. Kaum jemand, der die fast drei Kilometer lange Allee vom Alexanderplatz bis zum Frankfurter Tor in Friedrichshain durchfährt, kann sich der Wirkung des monumentalen Zuckerbäckerstils entziehen. Doch es ist nicht nur die eigenwillige, großartige Architektur, die fasziniert – die Menschen, die in der früheren Stalinallee leben, stehen für den Umbruch in Berlin. Ihre Geschichten wollen wir erzählen.

An unserem Special zur Karl-Marx-Allee haben Reporter, Fotografen, Videojournalisten, Infografiker, Designer und Entwickler mitgearbeitet. Texte, Videos, Fotostrecken, Visualisierungen und Karten stehen gleichberechtigt nebeneinander – unser responsives “Feiertagslayout”, wie wir es intern nennen, kennen Sie in einer früheren Version schon von unserem Tour de France-Projekt. Viele kleine und größere Verbesserungen sind seitdem in dieses opulente Design eingeflossen. Wichtig ist uns, dass das Feiertagslayout auf allen modernen Geräten (Desktop-Rechner, Notebooks, Tablets oder Smartphones) gut aussieht und reibungslos funktioniert.

Im Mittelpunkt stehen aber die Menschen, die wir Ihnen vorstellen möchten. Die Tochter des DDR-Stararchitekten Hermann Henselmann, die als kleines Mädchen die Anfänge der Stalinallee miterlebt hat; Erich Honeckers ehemaliger Butler, der heute Zeitungen austrägt; eine Studenten-WG, die die Straße gänzlich unbelastet vom historischen Kontext erlebt und neu entdeckt; sowie Tom und Günther, zwei Freunde, die sich so wohl nur auf der Karl-Marx-Allee finden konnten.

Ein Tipp am Rande: Nehmen Sie sich etwas Zeit, um den bildschirmfüllenden Falk-Plan aus dem Jahr 1966 zu erforschen. Seine Details sind für jeden historisch Interessierten hochspannend – inzwischen längst wieder umbenannte Straßen, “tote” Bahnhöfe, der scheinbar willkürliche Verlauf der Mauer mitten durch das Stadtzentrum. Geschichte als Stadtplan.

P.S.: Für alle, die die Reportagen in Ruhe auf dem Kindle oder einem anderen eReader nachlesen wollen, bieten wir erstmals bei einem Multimedia-Special auch eine eBook-Version in den Formaten ePub und Mobi an.

Wie unsere Porträts führender Politikerinnen entstanden

Von 12. September 2013 um 12:03 Uhr
Twitter Card

Voransicht der Politikerinnen-Porträts bei Twitter

Die Idee zu unserer Porträtreihe Kennen wir uns? war so einfach wie anziehend: Warum nicht Deutschlands bekannteste Politikerinnen einmal gemeinsam zeigen – und damit demonstrieren, dass in zumindest einem gesellschaftlichen Bereich die Gleichberechtigung erfreulich voranschreitet? Die spontane, positive Resonanz von Frauen wie Ursula von der Leyen und Sahra Wagenknecht hat uns in unserem Vorhaben bestärkt.

Bei einem Interview für die Videoserie Talking Fashion entstand der Kontakt zu Joachim Baldauf. Die Bilder des mehrfach ausgezeichneten Fotografen haben ein verborgenes Leitmotiv: Baldauf ist auf der Suche nach der deutschen Eleganz. Wir hätten keinen besseren Fotografen gewinnen können, um den persönlichen Charakter und das Gemeinsame der Frauen, die in Deutschland erfolgreich Politik machen, gleichermaßen einzufangen.

Unsere Porträts sollen kein Klischee von Weiblichkeit perpetuieren, sondern die Frau hinter der politischen Funktion zeigen. Fast alle angefragten Politikerinnen sagten schließlich beherzt einem Fotoprojekt zu, das sich dem schwierigen Thema Weiblichkeit und Stil in Führungspositionen widmet. Wer nicht dabei ist – Hannelore Kraft oder auch Annegret Kramp-Karrenbauer – konnte in dem knappen Zeitfenster einfach keinen Termin in Berlin einrichten.

Die elf Frauen, die zugesagt haben, gaben uns jeweils maximal eine Stunde. Mehr war wenige Wochen vor der Bundestagswahl nicht möglich. Trotz des Zeitdrucks haben der Fotograf und das Team um Stylistin Rebecca Rupcic und Visagistin Lisa Zeitler das größte Kompliment gleich mehrfach erhalten: “Bei Ihnen habe ich mich vor der Kamera zum ersten Mal wohlgefühlt.”

Nach der Fotoproduktion begann die Arbeit für unsere Entwicklungsredaktion: Welches Onlineformat wird der Ästhetik des Themas und den außergewöhnlichen Bildern gerecht? Wie können wir zeigen, dass opulente Optik nicht unbedingt Papier braucht? Wir entschieden uns für eine Variante unseres intern so genannten Feiertagslayouts, das bereits bei unserem Special zu 100 Jahre Tour de France zum Einsatz kam. Durch responsives Design ermöglichen wir die Nutzung des Formats auf Desktopcomputern, Tablets und Smartphones.

Kategorien: Allgemein, Foto

Unsere neue Morgenkolumne Fünf vor 8:00

Von 22. Juli 2013 um 07:21 Uhr

Manche meinten, es sei nicht möglich, diese fünf großen Namen der ZEIT kurzfristig an einem Tisch zu versammeln – sie sind selten gemeinsam in Hamburg und melden sich auf Mails freundlich aus Tel Aviv, Honolulu oder Stanford.

Und doch: Das denkwürdige Treffen im Hamburger Pressehaus der ZEIT fand statt, die Debatte über eine neue, gemeinsame Morgenkolumne war ebenso lebhaft wie fruchtbar, die Wahl fiel (nach ausgiebigem Abgleich aller Reisepläne) auf Montag, den 22. Juli.

So startet heute Fünf vor 8:00 mit einem Beitrag von Robert Leicht, politischer Korrespondent der ZEIT, zum Recht des Stärkeren in den Zeiten des NSA-Skandals. Immer dienstags schreibt Theo Sommer, Editor-at-large der ZEIT, mittwochs folgt Matthias Naß, internationaler Korrespondent der ZEIT, donnerstags ZEIT-Herausgeber Josef Joffe und an Freitagen blickt ZEIT-Kulturkorrespondent Ulrich Greiner ins Wochenende.

In ihren Beiträgen wollen die großen Fünf aufgreifen, was heute wichtig ist, “aber über den Tag hinaus und angereichert durch Expertise, Erfahrung, Meinungsfreude”, so Josef Joffe. “Die Themen sind national und international: Politik, Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft – mal nüchterne Analyse, mal temperamentvolles Plädoyer, mal die spielerische Betrachtung.”

Die Kolumnen finden Sie allmorgendlich kurz vor 8 Uhr auf unserer Homepage – oder als E-Mail in Ihrem Postfach.

Hier können Sie die “Fünf vor 8:00″ abonnieren.

 

Kategorien: Allgemein

Das Feiertagslayout – ein Blick in die Zukunft von ZEIT ONLINE

Von 16. Juli 2013 um 12:04 Uhr

Zuvor eine Warnung: Wenn Sie diesem Link auf unser Special 100 Jahre Tour de France folgen, konfrontieren wir Sie mit Online-Journalismus, den Sie von uns noch nicht gewohnt sind.

Das Projekt trägt in der Redaktion von ZEIT ONLINE den Codenamen “Feiertagslayout” und hat zwei Dutzend Kollegen zum Teil Wochen beschäftigt: Reporter und Datenjournalisten, Foto-, Video- und Entwicklungsredakteure, Designer und Programmierer.

Die Gestaltung des Feiertagslayouts folgt Prinzipien, die Sie von den großen Online-Medien an Werktagen nicht unbedingt gewohnt sind. Unsere Darstellung ist einerseits besonders opulent und präsentiert neben den Texten auch sehr prominent Fotos, Videos und Infografiken. Sie ist andererseits reduziert: Auf eine Vielzahl ablenkender Elemente, wie sie im Online-Journalismus üblich sind, haben wir bewusst verzichtet.

Wir wollen nur eine Geschichte erzählen.

Diese aber umso eindringlicher: Wir würden uns wünschen, dass Sie sich lange mit den drei ungewöhnlichen Protagonisten am Rande der Tour de France beschäftigen, die wir für Sie begleitet haben. Die vielen unterschiedlichen Darstellungsformen, die wir dafür nutzen, stehen gleichberechtigt nebeneinander, wie es sich für ein digitales Medium gehört.

Es gehört sich auch, dass das Gerät, mit dem Sie unsere Geschichte betrachten, keine Rolle spielt: Das Feiertagslayout und alle seine Elemente funktionieren nicht nur mit – fast – beliebigen Browsern und Bildschirmgrößen, sondern auch auf Tablets und Smartphones. Neuen Gegebenheiten passt es sich automatisch an. (Spielen Sie einmal mit der Größe Ihres Browser-Fensters, falls Sie an einem Computer sitzen.)

Die mobilen Geräte hatten dabei für uns erstmals höchste Priorität: Konzepte, die auf ihnen nicht funktionierten, wollten wir bei unserem in die Zukunft gewandten Projekt nicht berücksichtigen. Schließlich lesen Sie ZEIT ONLINE immer häufiger auf Tablets und Handys.

Für die Zukunft unserer Arbeit haben wir noch mehr gelernt: So war unser Team selbst für Online-Verhältnisse besonders interdisziplinär angelegt. Die Grenzen zwischen den formalen Zuständigkeiten verschwammen: Programmierer gaben wichtige Handreichungen zum Inhalt der Geschichte, Reporter machten sich Gedanken über die Benutzeroberfläche. Und die Arbeitsweise entstammte eher der modernen, so genannten agilen Software-Entwicklung als dem klassischen Journalismus.

In den kommenden Monaten wollen wir noch einige lange Geschichten im neuen Feiertagslayout erzählen. Zugleich werden wir daran arbeiten, dem gesamten Angebot von ZEIT ONLINE noch mehr Tiefe zu verleihen, es opulenter zu gestalten und zugleich ruhiger – und  jedem Gerät angemessen. Auf dass jeder Werktag zum journalistischen Feiertag wird.

P.S.: Die Geschichte Snowfall der New York Times hat uns, wie viele Redaktionen, zu unserem ersten Storytelling-Projekt dieser Art angeregt. Besonders erwähnt seien auch Keine Zeit für Wut der NZZ, Firestorm vom Guardian und Out in the Great Alone (Greatland / ESPN).

Kategorien: Allgemein