Seit nunmehr 20 Jahren der winzige, aber zentrale Anlaufpunkt für Freunde der Musique concrète, experimenteller und abstrakter Elektronik.
Nichts Aufregendes, aber total selten und deswegen ein echtes Kleinod, eine Oase für Hamburger, die mit dem meisten, was unter „normaler Musik“ verstanden wird, schon lange nichts mehr anfangen können und sich stattdessen auf Musique concrète, experimentelle und abstrakte Elektronik sowie Spielarten von Industrial verlegt haben: Die Hörbar in den hinteren Räumen des B-Movie ist seit nunmehr 20 Jahren der zwar winzige, aber zentrale Treffpunkt dieser speziellen Szene Hamburgs. Jeden Mittwoch läuft hier rare und außergewöhnliche Musik vom Band, am jeweils letzten Freitag eines jeden Monats gibt es ein Konzert mit mehreren Musikprojekten oder Performern. Nachdem Ende Dezember das Jahr 2014 mit dem mittlerweile schon traditionell zu nennenden Jahresausklangfestival beschlossen wurde, öffnet die Hörbar am 7. Januar zum ersten Abend im neuen Jahr ihre Tür.
Kampf der Künste präsentiert: Die Dichterliga – Hamburgs beste Slam-Poeten im Kampf um die Tabellenspitze. Moderation: Rasmus Blohm.
Dass Hamburg Slamburg ist, weiß inzwischen jeder. Finden hier doch längst die meisten regulären Poetry-Slams überhaupt statt – und so ist es irgendwie auch kein Wunder, dass hier inzwischen eine ganze Menge der besten Poeten des Landes vor Anker gegangen sind. Mit Herzblut und Leidenschaft, Stimmkraft und mitreißenden Performances erzählen sie ihre Geschichten – authentische Gegenwartsbetrachtungen und echte Poesie sind garantiert. Wie gewohnt kommen die lokalen Poeten auch im Januar zum 4. Spieltag der Dichterliga wieder im Molotow (in der ehemaligen China Lounge) zusammen. Mit dabei ist selbstredend Mona Harry, derzeit an der Tabellenspitze, außerdem treten Jan Wilhelm Schund, Fabian Navarro, Matti Seydel, Sabrina Schauer, Victoria Helene Bergemann, Lennart Hamann und Finnja Krisamer an. Die Moderation übernimmt die norddeutsche Slam-Größe Rasmus Blohm – das wird ein wortwitz-funkensprühender Abend!
Von den Wurzeln früher Spirituals bis hin zum modernen Soul: Queen Esther Marrow gastiert mit ihrem altgedienten Gospel-Ensemble in der Laeiszhalle.
Ein alter Kalenderspruch rät, man solle mit den Steinen, die einem das Leben in den Weg räumt, etwas bauen. Eine Treppe vielleicht. Oder etwas Schönes zum Drinwohnen. Queen Esther Marrow macht es seit jeher anders – sie singt. Sie besingt die Höhen und Tiefen, die jeden von uns umgeben und reißt mit jedem Ton alles ein, was da im Weg liegen könnte. Irgendwo dort, wo ihre Stimme herkommt, muss es einen unerschöpflichen Vorrat an Zuversicht geben, die jeden mitträgt, der ihr zuhört. Zusammen mit The Harlem Gospel Singers steht sie nun bereits seit 24 Jahren auf der Bühne; sie selbst blickt auf eine mehr als doppelt so lange Bühnenkarriere zurück, in der sie bereits mit Künstlern wie Ray Charles, Bob Dylan oder Mahalia Jackson zusammenwirkte. In der Laeiszhalle präsentiert sie mit The Harlem Gospel Singers die neue Produktion Bring It On!. Eine Botschaft voller Aufbruchstimmung, von der man sich im noch frischen Jahr inspirieren lassen darf.
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Claus-Peter Rathjen liest aus dem neuen Roman von Hans-Joachim Meyer – aber, liebe Zugereiste und Jung- und Wahlhamburger – auf Plattdeutsch!
De dulle Geschicht över veer Jungs vun ganz unnen, lautet der Untertitel des aktuellen Romans von Hans-Joachim Meyer, Lenni in’t Glück. Er erzählt – auf Platt – die Geschichte eines Waisenjungen in St. Pauli, der aus dem Kinderheim ausreißt, sich mit anderen Straßenjungs aus dem Viertel anfreundet, eine Karriere als Kleinkrimineller beginnt, erneut im Heim landet, dort drin Yusuf und nach seiner Entlassung draußen Wanda kennenlernt, die Liebe entdeckt, aber auch deren manchmal doch unergründliche Wege… Autor Hans-Joachim Meyer, der an diesem Abend anwesend ist, stammt aus Insterburg und lebt seit 1951 in Harburg. Zuletzt erschien von ihm der Band mit dem amüsanten Titel Horborg kann mi geern hebben! un anner plattdüütsche Vertellen. Claus-Peter Rathjen ist gebürtiger Hamburger, Mitbegründer der Operetten Compagnie Hamburg und als PR-Mann für das Museum Elbinsel Wilhelmsburg tätig.
…kurz vor der Machtergreifung in Hamburg: Martin Sonneborn und Leo Fischer machen am 6. Januar das Polittbüro unsicher.
Erst Hamburg, und dann das ganze Europa – äh, nee, andersherum: Nachdem es der PARTEI zuletzt gelungen ist, das Europaparlament zu entern, soll jetzt unsere Hansestadt davon überzeugt werden, dass nur die PARTEI eine sichere und angenehme Zukunft für alle zu gewährleisten imstande ist. Folgende Punkte aus dem PARTEI-Programm sollen die Macht zu ergreifen helfen: Nicht die Vertiefung, sondern eine Verbreiterung und Verlängerung der Elbe ist geplant – mehr Elbe für alle sozusagen; außerdem, so versprechen die PARTEI-Führer Sonneborn und Fischer, soll das „marode Verkehrsnetz für Zeppeline“ ausgebaut und das Wildpinkeln erlaubt werden. So weit, so gut, der letzte Punkt dürfte allerdings für einige Diskussionen sorgen. Wir würden stattdessen – anknüpfend an den Wahlkampf der Hamburger KED vor gut 20 Jahren – eher vorschlagen, etwas konsequenter gegen Bartwuchs und Naschwerk vorzugehen…
Salon- und Kaffeehausmusik, Foxtrott, Jazz, Walzer und Klassik: Wolfram Hillenbrand, Gudrun Reichel und Hans Braun zu Gast im Eidelstedter Bürgerhaus.
Das Konertz Trio ist ein kleines, bescheiden auftretendes Mini-Ensemble aus Hamburg, das mit seiner Musik seit vielen, vielen Jahren in unregelmäßigen Abständen Bürgerhäuser und Stadtteilzentren zwischen Schnelsen, Bramfeld, Eidelstedt, Langenhorn und Altona bespielt. Die Konzerte finden meist am Nachmittag statt. Die Besetzung besteht aus Wolfram Hillenbrand (Violine), Gudrun Reichel (Violoncello) und Hans Braun (Klavier). Das Repertoire der drei ausgebildeten Musiker reicht von Salon- und Kaffeehausmusik der zwanziger und dreißiger Jahre über Foxtrott, Tanzmusik und leichten Jazz bis hin zu Walzer und Melodien aus Klassik, Oper und Operette. Ist schon klar: Krasses Hipstertum findet Ihr woanders. Dafür gibt es hier solides Handwerk zu bewundern – gänzlich frei von falschen Pop-Versprechen und jedweder Art von Wichtigtuerei.
Im Rahmen der „Fat Jazz“-Reihe spielt am ersten Dienstag des Jahres das frisch gekürte Eve Kleese Quartett im Golem.
Das Golem bietet seit seiner Materialisierung am Hamburger Hafen einen Anlaufpunkt für Freunde des gepflegten Besäufnisses und des ernsthaften Gesprächs – so liest man auf der hauseigenen Internetpräsenz. Einmal da gewesen weiß man, dass die Atmosphäre tatsächlich genau diese Stimmung auszubreiten vermag, in der man klugscheißerisch bis wissend im Wein besondere Nuancen zu erkennen glaubt oder im Laufe des Verzehrs verschiedener Spirituosen für einen kurzen Moment den Sinn hinter allem und nichts erkennt. Jedoch gibt es selbstredend noch mehr Gründe, dem Golem einen Besuch abzustatten, zum Beispiel regelmäßig am Dienstag: Jazz, und zwar „Fat Jazz“, jene Reihe also, die einst in der Bar 227 ansässig war, bevor sie vor geraumer Zeit an den Hafen zog. Am ersten Dienstag des neuen Jahres stattet das Eva Kleese Quartett mit Xenon dem Golem einen Besuch ab – frisch ausgezeichnet mit dem Nachwuchspreis der Stadt Leipzig. Im Anschluss geht es im Late Night Concert mit Björn Lücker and Friends weiter.
Ein Neujahrskonzert der unverkrampften Art. Die Fremdenlegion der Münchner Philharmoniker lädt in den großen Saal der Laeiszhalle.
Die Wortkomponente „Schaden“ könnte einen völlig falschen Eindruck erwecken. Einem könnten Ideen von scheppernder Punkmusik kommen oder einer überdrehten Trommlergruppe. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem Namen Blechschaden ein Ensemble aus zwölf Mitgliedern der Münchner Philharmoniker – elf Blechbläser und ein Schlagzeuger – die allesamt zu jeder musikalischen Schandtat bereit und vor allem fähig sind. Sie selbst nennen sich auch die Fremdenlegion der Philharmoniker. An gewohnter Perfektion, wie aus dem klassischen Umfeld bekannt, wird auch in dieser Zusammensetzung nicht gerüttelt, nur wird das Programm abweichend gestaltet. Unter der Leitung des Schotten Bob Ross, der seit der Gründung 1984 den Taktstock schwingt, spielt und witzelt man sich durch Jazz und Klassik genau wie durch die Perlen der Popkultur.
Text: SZENE Hamburg
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Es wird Zeit, die Vespa rauszuholen und die Krawatte noch einmal zurechtzuzupfen: The Riots aus Moskau spielen im Kir.
Mit The Riots spielt Anfang des neuen Jahres eine Band im Kir, die verdammt noch mal alles richtig macht. Die Anzüge sitzen. Das Charisma überzeugt. Und erst recht die Leidenschaft, mit der sie ihre Musik in die Welt tragen, die unweigerlich an The Liberteens oder The Clash erinnert, aber keineswegs den Eindruck erweckt, dass hier lediglich ein paar Fanboys zu lang im großen Topf der Rockmusik gerührt hätten. Man könnte fast meinen, ihre Songs klängen so frisch und unverbraucht, als hätte es Punk und Britpop nie gegeben. Viel entscheidender ist jedoch, dass das stilbewusste Mod-Trio mit seinen bisherigen fünf EPs und der 2013 erschienenen, mittlerweile vergriffenen LP Time For Truth einen Sound geschaffen hat, der uns wieder an unsere Liebe zu britischem Rock ’n’ Roll erinnert – der in diesem Fall eben aus Moskau kommt.
Text: SZENE Hamburg
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Hardcore-Punk aus dem kalten, dunklen Norden – nämlich Schweden – gibt’s am Samstag im Goldenen Salon des Hafenklangs.
Auch wenn der Bandname kurzfristig Assoziationen an in Schweden designte, jungfamilientaugliche Brotlagerungsküchenkomponenten aufkommen lassen könnte, haben wir es hier eher mit dem genauen Gegenteil zu tun. Mit dem Brot, das jenseits jeder fachgerechten Aufbewahrung steinhart geworden ist und trotzdem noch zähneknirschend zerkaut wird. Das man der nächststehenden Autorität brüllend vor die Füße wirft, das in der Form eines Mauersteins bestens geeignet ist, um Hindernisse jeglicher Art zu bekämpfen. Anders gesagt, Knaegt beschreiben sich selbst als die Band, die man liebt, wenn man seinen Boss hasst. Als das Kind, das die Band Rich Kids On LSD mit den Crack rauchenden Accüsed zeugen würde. Das ist working class-Hardcore-Punk aus Schweden. Nachgeschoben sei noch die Empfehlung, einen Helm mitzubringen. Ob zum Tragen oder Werfen – man wird sehen…