Monique Schwitter und Katharina Teutsch laden zu einem literarisch-wissenschaftlichen Abend über das Wesen von Gefühlen.
„Lässt sich über Gefühle diskutieren, gar debattieren? Man kann auf Gefühle hören, allerdings nicht zählen. Man hat sie halt“, stellen die Veranstalterinnen fest. Zu ergründen, woher sie kommen und wohin sie (ver)gehen, das haben sich die Hamburger Schriftstellerin Monique Schwitter (Foto, r.) und die Berliner Kulturjournalistin Katharina Teutsch zur Aufgabe gemacht. Ihre literarisch-wissenschaftliche Reihe zum Thema Emotionen geht hiermit in die zweite Runde. „Affekte und Naturwissenschaft. Affenforschung und die Conditio Humana“ stehen diesmal im Fokus. Zum Gespräch wurden die Autorin Ulrike Draesner geladen, die in ihrem neuen Buch Sieben Sprünge vom Rand der Welt Untersuchungen über Vorsatz und Instinkt, Trieb und Emotionen anstellt, sowie die Biologin und Primatenforscherin Julia Fischer (Autorin von Affengesellschaft, Suhrkamp 2012).
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Zum „Welttoilettentag“ sitzen vier Männer gegenüber der Davidwache auf transparenten Kompostklos und lassen sich zeichnen. Auch Bela B. ist vor Ort.
Klobürsten auf St. Pauli – da klingelt’s doch. Das Toilettenutensil war Symbol der Protestbewegung gegen das 2014 errichtete Gefahrengebiet. Keine Bürste, sondern gleich das ganze Klo steht am 19. November zum Welttoilettentag auf der Reeperbahn im Mittelpunkt. Die Hamburger Trinkwasserinitiative Viva con Agua und Komposttoilettenhersteller Goldeimer bitten fünf Männer für 24 Stunden auf umweltverträglichen Latrinen Platz zu nehmen – der Haken an der Sache: die Dinger sind transparent. Ganz Hamburg kann also zuschauen. Es gibt auch eine Gästetoilette für jeden, der Probesitzen will. Bobbie Serrano vom Hamburger Kunst- und Designkollektiv Der 6ste Lachs zeichnet die Leute auf dem Klo. Auch Musiker und Mitbegründer der Viva-con-Agua-Stiftung, Bela B., ist vor Ort. Was der Scheiß soll? Aufmerksamkeit für die Tatsache, dass 2,4 Milliarden Menschen auf der Welt keinen Zugang zu sanitären Anlagen haben und täglich ihr Geschäft draußen verrichten müssen. Und für die mobilen Komposttoiletten, in denen Fäkalien zu Humus werden.
Text: Lena Frommeyer
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Wer redet den größten Mist? Das Haus 73 lädt zum „Ersten Bullshit Slam Deutschlands“. Die Moderation übernimmt „Bullshit Bingo“-Erfinder Lorenz Meyer.
„Bullshit“, sagen die Veranstalter des Slams, „ist Gerede, bei dem der Sprecher sich nicht um Wahrheit oder Lüge schert. Hauptsache, er kann die Zuhörer um den Finger wickeln. Die Teilnehmer imitieren das inhaltslose Geschwurbel von Managern, Werbung, Gesundheitsaposteln und anderen – und treiben es auf die Spitze.“ Das Publikum dieses ersten Bullshit Slams Deutschlands muss sich auf einiges gefasst machen: revolutionäre Therapien, neue Führungsmethoden, Managementphrasen, Verschwörungstheorien und bahnbrechende Erfindungen. Die Slammer haben jeweils zehn Minuten Zeit, ihre heiße Luft an Frau und Mann zu bringen. Dabei geht es den Machern nicht nur um möglichst originellen Nonsens, sondern auch um Aufklärung: „Mit dem Bullshit Slam“, so Organisatorin Julia Offe, „wollen wir Menschen dazu ermutigen, das eigene Hirn einzuschalten, wenn sie mit Bullshit konfrontiert werden.“ Moderiert wird die Veranstaltung vom Erfinder des Bullshit BingoLorenz Meyer.
Fritz Langs visionären Trip zum Erdtrabanten zeigt das mobile Kino „Flexibles Flimmern“ im großen Hörsaal des Hamburg Museum.
Wasser, Sauerstoff – und Gold! Das vermutet der Mondexperte Professor Georg Manfeldt auf dem Erdtrabanten. Zusammen mit dem Raumfahrtingenieur Wolf Helius arbeitet er an einem Raketenraumschiff, das bald zum Mond abheben wird – allerdings mit einem blinden Passagier an Bord, gefolgt von anderen Unwägbarkeiten, die sich im Laufe dieser Reise auftun… Einige der utopischen Vorstellungen, die Fritz Lang in seinem letzten Stummfilm präsentierte, mögen heute naiv erscheinen. Gleichzeitig aber verblüfft Frau im Mond (1929) durch seinen Ideenreichtum, die wissenschaftlich fundierte Darstellung der Mondlandschaft und der technischen Details bei Start, Flug und Landung der Weltraumrakete. Das mobile Kino Flexibles Flimmernlädt zusammen mit dem Hamburg Museum zu einem besonderen Filmabend in den großen Hörsaal ein.
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Der Hamburger MC, just dem Newcomer-Status entwachsen, präsentiert die Tracks seines Major-Debüts „Nix mehr egal“ live im Headcrash.
Vor wenigen Jahren auf den Plan getreten, konnte sich der gebürtige Hamburger Alan Julian Asare-Tawiah alias Ahzumjot mit nur einer EP und einem Album schon einen gewissen Namen als Rap-MC machen – die freundschaftlichen Verbindungen zu den ungleich erfolgreicheren Casper und Cro, mit denen er bereits auf Tour war, mögen dabei nicht gerade hinderlich gewesen sein. Dank seines im August dieses Jahres erschienenen Major-Debüts Nix mehr egal, das sich immerhin eine Woche lang auf Platz 39 der hiesigen Albumcharts tummeln durfte, und dem überwiegend geschmeidigen, aber auch durchaus elektronisch versetzten HipHop darauf, ist die Markierung von Ahzumjot auf der Deutsch-Rap-Landkarte noch mal ein ganzes Stück größer geworden. Am 18. November ist der 25-Jährige nun im Headcrash zu Gast. Keine Frage, dass er auch dort auf der Bühne ordentlich Gas geben wird.
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FAZ-Kunstredakteur Niklas Maak stellt sein neues Buch „Wohnkomplex. Warum wir andere Häuser brauchen“ in der Buchhandlung Sautter + Lackmann vor.
„Unsere Städte veröden. Viele Menschen ziehen ins Umland, wo sich ein trostloser Siedlungsbrei in die Landschaft ergießt. Warum versprechen sie sich vom Einfamilienhaus ein besseres Leben?“ Ja, warum eigentlich? Für sein neues Buch Wohnkomplex. Warum wir andere Häuser brauchen ist der Leiter des Ressorts Kunst bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung dieser und anderen Fragen nachgegangen: Was sagt unser heutiges Wohn-Ideal über uns aus? Wie werden wir in Zukunft wohnen? Werden wir unser Ideal den veränderten ökonomischen und ökologischen Umständen anpassen müssen? Können wir uns unsere Häuser auch ganz anders vorstellen? Autor Niklas Maak verdeutlicht, wie Interessen der Bauindustrie, eine überforderte Politik und die Routine von Stadtplanern und Architekten verhindern, dass das Bauen neu gedacht wird. In Japan, Amerika und Europa finden sich schon erste Beispiele für ein neues, besseres Wohnen: jenseits von Einfamilienhaus und Apartmentriegel.
Nu-Rave mit Alarm-Faktor: Die von der britischen Pop-Presse gehypte Band kommt mit neuem Album im Gepäck ins Uebel & Gefährlich.
Fun fact: Ein Klaxon ist eine Art elektronische Hupe, die Gefahr signalisiert – lautmalerisch ungefähr umschrieben mit „ah-uugah“. Einen Alarm machten vor allem britische Musikmagazine um die danach benannte Band, die 2006 mit der EP Xan Valley und Songs wie Gravity’s Rainbow oder Atlantis To Interzone erstmals auf sich aufmerksam machte. „Nu-Rave“ nannte man den tanzbaren Gitarrenkram damals, bezugnehmend auf Achtziger-Manchester-Bands wie die Happy Mondays oder Inspiral Carpets. Wie es sich für Künstler gehört, rissen die Klaxons mit dem sperrig-noisigen zweiten Album Surfing The Void das ein, was sie mit dem Debüt Myths Of The Near Future aufgebaut hatten, um mit dem dritten wieder zurückzurudern: Love Frequency ist das elektropoppigste Werk der Londoner, entstanden mithilfe von Star-Producern wie James Murphy (LCD Soundsystem) und Tom Rowlands (The Chemical Brothers).
Text: Michael Weiland
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Melancholie und böser Witz: Die US-Singer/Songwriterin trägt ihre unkonventionellen Rocknummern live in der Prinzenbar vor.
Musik ist kein Sport, darum sollte man nicht von „Leistungssteigerung“ oder „Bestmarken“ reden. Es steht ja auch niemand mit Stoppuhr im Studio, und letzten Endes spricht man auch über Geschmacksfragen. Dies vorausgeschickt: Are We There ist Sharon van Ettens bestes Album, was angesichts des ganz und gar erstaunlichen Vorgängers Tramp erst unwahrscheinlich schien. Die amerikanische Singer-Songwriterin verfasst emotionale, unkonventionelle Rocksongs, die sich grob der Marschrichtung von Künstlern wie The National oder Ryan Adams anschließen: in der Herangehensweise an Rock und Americana sowie in der Mischung aus Melancholie und bösem Witz – eine Zeile wie „I washed your dishes, but I shit in your bathroom“ könnte man sich auch von Matt Berninger gegrummelt vorstellen. Besser geht‘s nicht. Vermutlich.
Text: Michael Weiland
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Das Abaton Kino zeigt Philipp Hartmanns „launisch-philosophisches“ Essay „Die Zeit vergeht wie ein brüllender Löwe“.
Ziemlich schwindelerregend ist das, was der HfbK-Absolvent Philipp Hartmann in seinem Film Die Zeit vergeht wie ein brüllender Löwe veranschaulicht: Um die eigene Chronophobie zu bezwingen, stellt er in seinem Essay jede Menge vergänglicher Momente vor. Sie reichen von den Schaltsekunden einer Atomuhr bis zu Alzheimer-Phänomenen, führen in die bolivianische Wüste und zu einer argentinischen Sanduhrmacherin.
Philipp Hartmann ist bei seiner Verwandlung des Kinos in eine Zeitmaschine in den weiteren Vorstellungen am 23. November und 7. Dezember persönlich zugegen. Der Regisseur über sein Werk: „Kann ein Film ein Heilmittel sein? Gegen die Angst vor dem Vergehen der Zeit? Was ich im Film dramaturgisch und pathologisch zugespitzt als ‚Chronophobie‘ bezeichne, könnte man auch ‚Midlife-Crisis‘ nennen. Oder ‚Burn-out-Syndrom‘.“
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Das stilprägende Downbeat-Urgestein aus dem nordenglischen Leeds begeht sein 25-jähriges Bestehen mit einem chilligen Abend im Mojo Club.
Zusammen mit Massive Attack gehören sie zum Urgestein dessen, was man irgendwann TripHop und Downbeat zu nennen begonnen hat. Ende der 1980er gegründet und direkt aus der englischen HipHop-Szene entsprungen, haben Nightmares On Wax in den Neunzigern stilprägende Alben veröffentlicht, allen voran Smokers Delight von 1995. Der verkiffte Hedonistensound machte weltweit Schule und Nightmares On Wax mauserten sich zu einem der beliebtesten Musikexporte von den britischen Inseln. Danach ist Kevin Harper aus dem Projekt ausgestiegen. Übrig blieb George Evelyn alias DJ Ease, der heute zu den begehrtesten und wahrscheinlich auch teuersten Plattendrehern der Welt zählt. Als aktueller Partner steht ihm Robin Taylor-Firth zur Seite. Zum 25-jährigen Bestehen von Nightmares On Wax beehren die beiden nun den Mojo Club.
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