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Tangon Taikaa

Das Quartett um den Sänger und „Kulturbotschafter“ Timo Valtonen spielt seine amüsant-melancholischen finnischen Tangos auf der MS Claudia.

Hamburg kann sich damit rühmen, als erste deutsche Stadt den Finnischen Tango „entdeckt“ zu haben. Das ist auf zwei Leute zurückzuführen, die seit den 1990er Jahren in der Hamburger Subkultur-Landschaft ihr Unwesen treiben: DJ Litmanen begann vor fast nunmehr 20 Jahren damit, den Hörern des Radiosenders FSK diese Musik vorzuspielen. Das geschah in Allianz mit dem damaligen Wahl-Hamburger, Jetzt-Berliner, Ewig-Finnen und Tango-Experten Timo Valtonen, der vor einigen Jahren ein eigenes Quartett namens Tangon Taikaa ins Leben rief, „um dem deutschen Publikum die größte Tangokultur Europas näher zu bringen“. 2013 feierte der Finnische Tango seinen 100. Jahrestag als argentinischen Import. Am Sonntagnachmittag laden Valtonen und Tangon Taikaa zu einer amüsant-melancholischen Bootsfahrt auf der Elbe.

Text: Michele Avantario

 

Celentano-Tribut

Fast schon eine Hamburger Tradition: DJ Benedetto Nietnagel lädt zur Hommage an den größten noch lebenden Popstar Italiens.

Mindestens ein Mal jährlich findet auf einer der Barkassen von Frau Hedi eine Bootsfahrt mit der Musik von Adriano Celentano statt. Am 8.6. ist es mal wieder soweit. DJ Benedetto Nietnagel (hinter dem aller Wahrscheinlichkeit nach Benny Ruess vom Revolver Club steckt) lädt zur Celentano-Tribut-Tour und verspricht, nur die tollsten Rocker, Shaker und Hüpfer des italienischen Popstars auf die Teller zu bringen. Also nix Azzuro rauf und runter, denn die beiden (sowohl Celentano als auch Herr Nietnagel) haben weitaus mehr zu bieten als die wohlbekannten Hits. Als besonderes Schmankerl wurde diesmal auch eine Live-Band eingeladen. Oublie Loulou haben Chansons von Aznavour, Brassens, Brel und Piaf im Repertoire. Ihr aktuelles Programm heißt Voiles au vent – das passt doch perfekt zu einer (wenn auch maschinenbetriebenen) Bootsfahrt.

Text: Michele Avantario

 

SistaHood!

Der neue Flohmarkt und Basar im Gruenspan bietet Neuware und Gebrauchtes, Rhythmen von Talawah Sound und lecker Soul Food – aus Liebe zur Karibik und Afrika.

Es gibt Märkte wie die Flohschanze, bei der Mädchen in Blümchenkleid und Jungs mit Bart durch die Reihen streifen und Vintage-Klamotten oder Rennrad-Ersatzteile suchen. Der neue SistaHood! Bazaar & Flohmarkt im Gruenspan wird anders. Größter gemeinsamer Nenner ist hier die Liebe zur Karibik und zu Afrika. Ab 12 Uhr öffnen die Türen zur den Ständen mit „Fashion, Accessoires, Schmuck, Kosmetik, Homewear und Habitation“, heißt es in der Ankündigung. Und während man sich durch das Angebot wühlt, wippen die Hüften zu „heftigsten Riddims“ der Dancehall-, Reggae- und HipHop-Artists von Talawah Sound. Neben Privatverkäufern bieten auch Designer und Einzelhändler ihre Ware an. Bei der kulinarischen Versorgung bleibt SistaHood! dem Thema treu und reicht Soul Food, das seinen Ursprung bei Afroamerikanern in den Vereinigten Staaten hat: Süßkartoffeln, Mais, Spare Ribs … Und auch für die Unterhaltung der Kids ist gesorgt.

Text: Lena Frommeyer

 

Tour du Faso

Die Dokumentation von Wilm Huygen porträtiert das deutsche Team, das beim Etappenrennen um „das gelbe Trikot Afrikas“ mitfährt – bei über 40 Grad.

Die Tour de France kennt man ja – als Radsportfan sowieso und seit nicht allzu langer Zeit auch als Leser der Klatschspalten. Weniger bekannt, aber auch weniger skandalbelastet ist die Tour du Faso. Das jährliche Radrennen auf zehn Etappen durch das westafrikanische Land Burkina Faso wird 2014 zum 27. Mal ausgetragen. Meist gewinnt ein Afrikaner „das gelbe Trikot Afrikas“ – das mag an den ziemlich heftigen Bedingungen liegen, klimatisch (Temperaturen von über 40 Grad), infrastrukturell (1.280 Kilometer, oft Schotter) und wegen der gewöhnungsbedürftigen Etikette vieler Fahrer. Die Dokumentation von Wilm Huygen porträtiert das deutsche Team rund um Benjamin Höber. Regisseur Wilm Huygen sagt über seine Beobachtungen, dass sowohl die afrikanischen als auch die europäischen Fahrer sportlich wie materiell krasse Außenseiter, aber mit viel Leidenschaft bei der Sache seien. Der Film wird begleitend zur Ausstellung Das Fahrrad gezeigt, die im Museum der Arbeit in Barmbek zu sehen ist.

Text: Lena Frommeyer

 

Supershirt

Die drei Rostocker Tim Brenner, Faxe System und Timo Katze füllen ihr Publikum im Molotow-Exil mit musikalischen Alkopops ab.

Das 2003 gegründete Hamburger Label Audiolith Records spuckt regelmäßig Bands aus, die nicht nur in ihrer jeweiligen Heimatstadt etwas gelten, sondern auch bundesweit einen gewissen Bekanntheitsgrad erreichen. In den letzten Jahren waren das Der Tante Renate, Egotronic, Frittenbude, Olli Schulz und der Hund Marie sowie Saalschutz. 2006 wurden Supershirt ins Label-Repertoire aufgenommen. Ein Jahr später erschien deren Debüt-Album, Du bist super, auf dem die Band ihren Hip-Hop-basierten Sound, der noch aus dem Vorgängerprojekt Halbe Hemden stammte, durch Elemente aus Indie- und Elektro-Pop ergänzte. Die einst noch hörbaren Hip-Hop-Spuren sind mittlerweile nach zwei Alben, 8000 Mark und Kunstwerk noch weiter in den Hintergrund getreten. Wie viel davon auf dem aktuellen Tonträger, Der vierte Affe, übrig ist, lässt sich am besten während ihres Gigs im Molotow-Exil herausfinden.

 

Quicksand

Der New Yorker Hardcore-Veteran Walter Schreifels (Gorilla Biscuits, Youth of Today) hat seine stilprägende Band aus den 1990er Jahren neu belebt.

Es gab mal eine Band, die Quicksand hieß, sich aus Mitgliedern ehemaliger New-York-Hardcore-Bands wie zum Beispiel den Gorilla Biscuits und Youth of Today rekrutierte, sich 1990 gründete und wenige Jahre später wieder auflöste. Nun, um die geht es hier nicht – oder etwa doch? Gemein, dass die Website des Uebel & Gefährlich ein altes Foto der Band zeigt, sodass man denken könnte, eine neue Band hätte sich mittlerweile dieses Namens bedient. Aber tatsächlich, kaum zu glauben: Walter Schreifels und seine (freilich etwas in die Jahre gekommenen Jungs) sind zurück. Im Juli letzten Jahres soll die Band ein Foto auf Twitter gepostet haben, das sie bei der Studioarbeit zeigte. Ein neuer Tonträger ist also in Planung – man darf gespannt sein, in welche Richtung Quicksand sich weiter entwickelt haben. Erste Hörproben gibt’s am Samstag im Bunker-Club.

Text: Michele Avantario

 

Indonesischer Pasar

Einen bunten Markt mit indonesischer Küche, Tanz und Schattenspiel lässt Hammerbrook einen Tag lang zum südostasiatischen Stadtteil werden.

Wer schon einmal in Thailand, Malaysia oder Indonesien war, der weiß, dass hier die Märkte der Lebensmittelpunkt sind. In Südostasien werden oft erst gen Abend die Stände aufgebaut – tagsüber ist es schlicht zu heiß. Dann isst man an kleinen Plastiktischen gemeinsam, unterschiedliche Waren werden feilgeboten, man unterhält sich, hört Musik … Zurück in Deutschland vermissen die Reisenden diese Abende am meisten. Wenn der Hamburger nicht in die Tropen fliegt, dann kommen die Tropen halt zum Hamburger – in Form eines Pasars (indonesisch für „Markt“) im Stadtteil Hammerbrook. Das ist auch besser für die CO2-Bilanz … Aufgrund der gemäßigten Temperaturen startet das Spektakel bereits um 11 Uhr mit der Küche, den Künsten und Produkten aus Indonesien. Es wird ziemlich vielfältig, schließlich leben in dem Staat Hunderte Völker auf 17.508 Inseln. Neben den Essens- und Kunsthandwerk-Ständen in der Magnus Halle treten die indonesische Pop-Band Nosstress und verschiedene Tanzgruppen auf. Das Kinder-Programm besteht unter anderem aus dem Anfertigen und Bemalen von Figuren für das traditionelle Schattenspiel Wayang Kulit.

Text: Lena Frommeyer

 

Discoturnen & grüner Tekkno

Zwei Festivals an einem Abend. Das schreit nach Beathopping zwischen dem Clubheim im Schanzenpark und dem Neuhöfer Damm in Wilhelmsburg.

6,5 Kilometer liegen zwischen den zwei Festivals, die am 7. Juni in Hamburg stattfinden – die Strecke ist also mit dem Fahrrad durchaus schaffbar. Am Clubheim im Schanzenpark lädt die Partyreihe Discoturnen erstmals zu Sommerspielen mit DJ-Beschallung. Der Spaß beginnt draußen um 14 Uhr mit DJane Caroline sowie Panther Jr., ab 23 Uhr verlagert sich die Beatquelle ins Clubheim und versiegt dort am frühen Morgen mit dem Set von Matvrak. Neben der Leibesertüchtigung gibt es Würstchen vom Grill. Zwischendurch lohnt sich ein Locationwechsel, denn südlich der Elbe (Neuhöfer Damm 98, 21107 Hamburg) feiert man drei Jahre Tekkno Ist Grün. Mitmachen darf nur, wer eines der 3.333 Tickets im Vorverkauf ergattert hat – oder im richtigen Moment an der Tageskasse steht, falls das Team feststellt, dass noch Platz ist. Im letzten Jahr war das Festival heillos überfüllt, diesmal will man vorsichtiger sein. Neben den DJs, die von 10 bis 22 Uhr auflegen – darunter Minoru, Kant, Stereophonie und Paul Harbour – kann man sich auf schöne Deko, Bodypainting von UV Zauberfee sowie eine Cocktailbar freuen. Abschließend geht es zurück in den Schanzenpark oder man bleibt in Wilhelmsburg und folgt der Crowd zur Aftershowparty in die Tonne.

Text: Lena Frommeyer

 

Kobito

Der Berliner Rapper mit dem japanisch anmutenden Namen feiert den Release seines neuen Albums, „Blaupausen“, im Hafenklang.

Sein Künstlername ist eine Abkürzung für die „Kombination aus Bild und Ton“. Denn, so Kobito auf seiner Website: „Was ist ein Musiker heutzutage, wenn nicht eine Kombination aus Bild und Ton?“ Ist was dran, wenn auch nur die halbe Wahrheit … Der 1986 geborene Rapper aus Berlin trat mit 20 Jahren in die Musikwelt ein, gründete die Band Schlagzeiln und, gemeinsam mit der Rapperin Sookee, das Duo Deine Elstern. Durch eine Split-Single mit der Gruppe Frittenbude kam die erste Zusammenarbeit mit dem Hamburger Label Audiolith zustande. Die Partnerschaft hält bis heute an. Blaupausen lautet der Titel seines neuen Albums, das am 8.6. erscheint und dessen Veröffentlichung im Hafenklang gefeiert werden soll. Neben Kobito sind an diesem Abend außerdem mit von der Partie: Simon Grohé, Grapes und Kai Kani.

 

Metal galore

Achtung, Headbanger: Mit Aeons Confer, Àletrun und Fleshcult beschallen drei norddeutsche Bands das Knust mit Metal der deftigeren Sorte.

Volle Metal-Packung: Aeons Confer haben sich 1997 in Hamburg gegründet. Ihr Symphonic Dark Metal ist handwerklich höchst anspruchsvoll und ballert trotzdem wie blöde. Bevor das Sextett auf die Bühne des Knust steigt, wird eine andere Hamburger Metal-Gruppe ihr Material vorstellen: Àletrun sind ein seltener Fall von Hard-’n‘-Heavy-Band, die sich einen Keyboarder und gleich zwei Vokalisten leistet, einer davon sogar weiblich, wodurch sich ein netter Kontrast zwischen derber Prügelei und harmonischen Gesängen ergibt. Die dritten im Bunde sind an diesem Abend Fleshcult aus Ratzeburg, die sich dem Blackened Death Metal, also einem Gemisch der beiden extremsten Metal-Spielarten verschrieben hat. Es geht also rund am Samstag im Knust: mächtige Riffs und deftige Blast-Beats, Headbanging galore, und vielleicht erlauben die Ordner ja auch den einen oder anderen Stagedive.

Text: Michele Avantario