Eins, zwei, drei, und…: Deutschsprachige Punkbands mit Humor spielen im Goldenen Salon des Hafenklangs.
Allein schon die Bandnamen zeugen von Humor und Selbstironie: Punktucke, Muckenhirn, Tischlerei Lischitzki. Und dann die amüsanten Selbstbeschreibungen: Punktucke sind „fünf Männer vom Hamburger Kiez“, die in ihrer Vergangenheit bereits in namhaften Bands wie Sheep On A Tree und Gagu mitgewirkt haben und die „190 Lebensjahre und 450 Kilogramm Hass auf das System überallhin mit hin bringen, wo man sie freundlich behandelt“. Muckenhirn bezeichnen sich als „Bademantelanzugträger“ und behaupten, zwei finnische Fernfahrer namens Anti und Antti sowie einen vereinsamten US-Schlagzeuger in ihren Reihen zu haben – ihre Musik nennen sie Pønk. Tischlerei Lischitzki kommen aus Lüneburg, ihr kürzlich erschienenes viertes Album heißt Bedeutungsschwanger mit Zwillingen. Wer auf launigen, deutschsprachigen Punkrock alter Schule steht, ist hier bestens aufgehoben.
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Bei der „Bass Forward The Revolution“-Nacht im Fundbureau sorgen eine Reihe von DJs und Produzenten für gnadenlosen Drum & Bass.
Freitagnacht wird die schönste Ausgehkreuzung Hamburgs von gnadenlosen Breakbeats und tiefsten Frequenzen erschüttert. Das Fundbureau und die Crew von Bass Forward The Revolution (BFTR) laden ab Mitternacht zum Exzess mit diversen DJs und Produzenten. Für harten, düsteren, gradlinigen und auch mal recht kryptischen oder glitschigen Drum & Bass sorgen in dieser Nacht eine Reihe von Acts aus Hamburg, darunter ZPT (Drumbule), Adamskey, Tra:Fo, Andy.Knight, Dr. Woe und BFRT-Resident-DJ Cine. Als Headliner erwartet der Sternbrücken-Club Current Value aus Berlin, der von charmant-stumpfen bis leicht verdrehten Beats so einiges im Repertoire hat, was jeden Tanzwütigen zu Höchstleistungen anstacheln dürfte – und der, so sind nun einmal die Gepflogenheiten, wahrscheinlich nicht vor Sonnenaufgang an seine Decks tritt.
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Die Hamburger Künstlerin Gosia Machon zeigt ihre zweite Einzelausstellung bei Feinkunst Krüger – diesmal zum Thema „Natur“ .
Von innen nach außen, aus Hotelräumen in die Natur: In ihren neuen Arbeiten beschäftigt sich Gosia Maron, die nach Residency-Stationen in Istanbul und Tel Aviv heute wieder in Hamburg lebt, wo sie einst auch studierte, mit Landschaften in leuchtenden Farben. Sie beschreibt „eine utopische Sehnsucht: die Abkehr von der technisierten Welt und eine Verschmelzung mit der Natur“, heißt es in der Ankündigung der neuen Ausstellung, welche die zweite bei Feinkunst Krüger ist. Verschwommen geht es dabei motivisch und handwerklich zu. Wiesen, Wolken und immer wieder Pfützen spielen eine Rolle in ihren fiktiven Szenen, und Flüssigkeit ist auch wichtig im Malprozess, in dem die Tusche auch mal ausufert, die Ränder zerfließen lässt und sich beim Trocknen der Steuerung entzieht. Am 6. Mai sind ihre Bilder bei der Vernissage ab 20 Uhr zu sehen – am 28. Juni endet die Ausstellung.
Die vielköpfige Band aus New York City spielt und bläst ihre World-Music-Fusion aus Blues, Folk, Jazz, Klezmer und Ska in der Fabrik.
Sie kommen aus Big Apple, sind aber keine dieser jungen, nerdigen Post-Punk- oder Art-Rock-Bands, wie sie diese Stadt regelmäßig ausspuckt, sondern eine vielköpfige Gruppe mit diversen Bläsern, Gitarre und Gesang, die sich dem Blues und US-amerikanischen Roots-Musiken widmet, aber auch Jazz, Klezmer sowie der Musik Jamaikas nahe steht. Hazmat Modine wurden 1998 von Wade Schuman und Randy Weinstein gegründet, ihr Debüt-Album, Bahamut, erschien allerdings erst im Jahr 2006. Seitdem sorgte die Band auf mehreren Open Airs für helle Begeisterung, so auch auf dem Womex-Festival 2007 und bei den Jazzfesten in Wien und Berlin. Vor drei Jahren veröffentlichten Hazmat Modine ihr zweites Album, Cicada, auf dem neben Natalie Merchant und dem Kronos Quartet auch die Gangbé Brass Band aus Benin mitgewirkt hat. Eine neue Scheibe ist noch nicht in Sicht, was das Konzertvergnügen in der Fabrik aber kaum schmälern dürfte.
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Der Hamburger Fotograf Kevin Mc Elvaney porträtierte ghanaische Kinder und Jugendliche in giftigen Bergen aus Elektro-Schrott.
Man muss sich das vorstellen: Ein gigantisches Gebiet in Ghana wurde zur Müllhalde für illegal verschifften Elektroschrott aus der ganzen Welt. Inmitten des Mülls – europäischen Kühlschränken, amerikanischen Klimaanlagen, japanischen Fernsehern – arbeiten afrikanische Kinder und Jugendliche, trennen verwertbare Rohstoffe über offenen Flammen und atmen giftige Dämpfe ein. Dieser Ort heißt Agbogbloshie. Der Hamburger Fotograf Kevin Mc Elvaney war im Stadtteil der Millionenmetropole Accra und porträtierte die jungen Arbeiter auf der Mülldeponie. Unterstützung bekam er dabei vom ghanaischen Umwelt-Journalisten und Aktivisten Mike Anane. Die so entstandenen Bilder wurden mehrfach ausgezeichnet, in internationalen Magazinen veröffentlicht und touren nun um die Welt. Am 6. und 7. Juni gastiert die Ausstellung in Hamburg. Auf 200 Quadratmetern präsentiert Kevin Mc Elvaney 40 bisher unveröffentlichte Fotos, Videos und Texte. Sowohl Mike Anane als auch der Fotograf werden anwesend sein und gerne Fragen beantworten. Der Eintritt ist frei.
Über 30 Jahre im Dienst und noch kein Stück müde: Die drei Damen von Shonen Knife touren mit aktuellem Album durch Europa und rocken mit neuen Stücken auf Kampnagel.
Ende der achtziger Jahre zählten sie zu den kuriosesten Erscheinungen des Indie-Rocks: Shonen Knife, drei Japanerinnen aus Osaka, präsentierten sich harmlos wie Bubblegum-Pop-Girlies aus den Sixties, rockten aber laut und dreckig wie die Ramones. Sie veröffentlichten Platten auf dem legendären Sub-Pop-Label und wurden von Nirvana und Sonic Youth protegiert. Als der ganze Grunge-Zauber vorüber war und formatierter Alternative-Rock das Ruder übernahm, schienen auch Shonen Knife von der Bildfläche verschwunden zu sein. Tatsächlich hat sich das Trio jedoch nie aufgelöst und stetig weiter Alben mit so lustigen Titeln wie Rock Animals, Happy Hour, Heavy Songs, Candy Rock und Super Group herausgebracht. Als aktuellstes Werk hat soeben Overdrive das Licht der Welt erblickt, mit dem die drei nun Europa bereisen.
Text: Michele Avantario
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Das Gitarrenorchester Gilbert Couché, bestehend aus vier Hamburger Gitarristen, tragen ihre eigenwilligen Cover-Versionen bei einer Bootstour vor.
Allein aus der Zusammenstellung ihres Repertoires kann man jede Menge musikalisches Wissen und Interesse herauslesen. Von Can und Kaempfert über Celentano und Hot Chocolate bis hin zu The Damned und den Stranglers reicht das Material, das sich die vier Mitglieder des Gitarrenorchesters Gilbert Couché bei ihren Auftritten vorknöpfen. Dass es dem Quartett dabei nicht darum gehen kann, die Songs möglichst originalgetreu vorzutragen, versteht sich bei der Instrumentierung ja von selbst. Die Band über sich: „Manche sagen: Die drehen die Songs durch ihren Fleischwolf, um daraus eigenbrötlerische Frikadellen zu braten. Andere sagen: Die zerfleddern die Leichen großer Werke, um sie danach mit allem Respekt zu Grabe zu tragen. Einige sagen: Die wollen wie Django Reinhard klingen – nur ohne Üben. Viele sagen: Das Stück kenne ich doch irgendwie. Keiner sagt: Ich verstehe, was in ihnen vorgeht. Alle sagen: Mehr davon!“
Text: Michele Avantario
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50 Jahre portugiesische Migration nach Deutschland – das Museum für Völkerkunde widmet diesem Jubiläum eine eigene Ausstellung mit Fokus auf Hamburg.
In Hamburg wurde der erste portugiesische Verein in Deutschland gegründet, der erste portugiesische Kindergarten und die erste portugiesische Schule. Bis heute hat sich hier auch die Bezeichnung Portugiesenviertel gehalten, wenn man die Hafengegend rund um die Ditmar-Koel-Straße meint. In den siebziger Jahren wohnten hier tatsächlich viele Einwanderer – heute zeugen nur noch eine Handvoll in Landesfarben geschmückter Restaurants davon. Dieses Jahr jährt sich die portugiesische Migration nach Deutschland zum 50. Mal. Das Hamburger Museum für Völkerkunde hat sich dies zum Anlass genommen, der Geschichte der portugiesischen Gemeinde in Hamburg eine Ausstellung zu widmen. „Es gibt viele Geschichten zu erzählen,“ so die Ankündigung des Museum, „bei uns kann man sie erfahren.“ Die Ausstellung wird am 5. Juni eröffnet und ist noch bis Ende des Monats zu sehen.
Beim großen Sommertheater im Thalia-Zelt am Elbufer schlüpfen Frauen in die Rolle der Abenteurer, ohne daraus verkopftes Gender-Theater zu machen.
Das Doofe an Abenteuerromanen ist ja meistens, dass es reine Jungsgeschichten sind, in denen Frauen maximal die zweifelhafte Ehre zuteil wird, sich aus irgendwelchen Türmen befreien zu lassen. Das fand Peter Jordan, Ex-Thalia-Ensemblemitglied und Ex-Tatort-Kommissar, wohl ziemlich ungerecht und er inszeniert zusammen mit Leonhard Koppelmann Alexandre Dumas‘ Mantel- und Degenroman Die drei Musketiere mit umgedrehten Geschlechterrollen. So darf Victoria Trauttmannsdorff die Rolle des bösen Kardinals Richelieu übernehmen, und Tilo Werner hat einen Auftritt als Königin. Aber keine Sorge, verkopftes Gendertheater ist im Thalia-Zelt, das nach fast vier Jahren wieder in der HafenCity aufgeschlagen wird, nicht zu erwarten: Es wird gesungen, getanzt und ausgiebig mit dem Degen gefochten. Das ist spektakuläres Sommertheater am Elbufer. En garde!
Der Single von heute ist gläsern – und ist das auch gut so? Im 73 diskutiert man den Effekt von digitalen Tools auf Partnerschaft und Dating.
Wo sucht ein Single in Hamburg die Liebe seines Lebens, eine Bekanntschaft, eine Affäre, einen One-Night-Stand? Setzt man sich in der Schanze in eine Bar und zwinkert durch den Raum? Geht man ins Stadion und hofft auf einen Herzmenschen mit gleichem Interesse? Lässt man sich von Freunden bei einem Abendessen verkuppeln? Oder ist dieser ganze Real-Live-Kram überholt und Suchende schauen sich online um – sortieren nach Profilbild und Matching-Quotienten potentielle Partner in ihrer Umgebung schon mal vor. Den Effekt von Dating-Apps auf unser Verabredungsverhalten und auf Partnerschaften hat das Hamburger Trendforschungsinstitut trendquest untersucht und lädt im 73 zur Diskussion der rasanten Entwicklung von Liebe und Beziehung in Zeiten von Online- und Mobile-Dating. Oder entwickelt sich da gar nichts? Wer mitreden möchte, sollte sich vorab Tinder aufs Smartphone laden – eine mobile Dating-App, die „ihren Benutzern das Kennenlernen von Menschen in näherer Umgebung erleichtert“. Auch ein Klick auf den szenigen Single-Blog imgegenteil.de verschafft vorab einen Eindruck.