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Mit Staatsanleihen auf den Knall warten

 

Die internationalen Finanzmärkte sind noch immer in bester Laune, getreu dem alten Händlerspruch: The trend is your friend.. Doch mit jedem Tag, an dem die Aktien steigen und die Risikoaufschläge sinken, nimmt die Wahrscheinlichkeit eines großen Knalls zu. Wann es scheppert und wie stark die Korrektur ausfällt, ist wie immer ungewiss. Gewiss ist jedoch: Eine massive Korrektur der Assetpreise wirkt deflationär, nicht inflationär.

Auslöser der Krise könnten die heiß gelaufenen Emerging Markets sein. Die Korrektur der chinesischen Aktien etwa wird erst das Wachstum in den asiatischen Staaten bremsen, dann die Nachfrage nach Rohstoffen, weshalb danach auch alle anderen Schwellenländer in arge Bedrängnis geraten, weil die Einnahmen aus den Rohstoffexporten sinken werden.

Deshalb ist eine Umschichtung in Staatsanleihen keine schlechte Idee. Nur so lassen sich die zunehmenden Risiken aus den anderen Assetklassen hedgen. Die unterbewertesten Titel sind nach wie vor japanische Anleihen, weil der Yen so spottbillig ist. Aber auch mit Euro-Staatsanleihen oder Treasuries lässt es sich auf den Knall warten.

Mehr zu den Aussichten für Anleihen, Wechselkursen und Emerging Markets in meinem monatlichen Ausblick:

Wermuth’s Investment Outlook – May 2007*) (pdf, 213 KB)

*) Den Investment Outlook von Dieter Wermuth in englischer Sprache gibt es einmal im Monat und er wird zunächst kostenlos auf Herdentrieb zum Herunterladen bereitgestellt. (ur)

10 Kommentare

  1.   HeliBen

    VERY VERY VERY GOOD ANALYSIS MR. Wermuth.

    I have been saying this over the past 6 months!

    „Staatsanleihen“ (kurzfristige) are a good choice if interst rates stay or go high. If the Fed slamms the brakes, you are on the wrong side. If the FED cutes rates you better be in the Yen (Statebonds), Bundesanleihen in Gold or something else but not in the Dollar!

    What will Bernanke do? No idea … because the FED does not know what to do! If it was to do what it should do, it would have to slamm the brakes (Hike) and cause a depression. If it wants to please Kudlow, Wallstreet and the copperfieldlike illusionists it has to cut.

    Stagflation lässt grüssen!

    Angeblich gab es keine Inflation (Ausweitung der Keditmenge über das Wirtschaftswachstum) und nun sehen alle Blasen! Seltsam finden Sie nicht?

  2.   EuroOptimist

    „I have been saying this over the past 6 months!“
    Way too early, then!

  3.   mischa

    warum schreibt ihr alle auf englisch ? 😉

  4.   HeliBen

    @EuroOptimist,

    „Way too early, then!“

    LOL … Nein. Seit etwa 6 Monaten gilt: Risiko höher als Chancen.

    Die Kunst ist frühzeitig auszusteigen. Nicht an die Spitze auszusteigen. Den Zeitpunkt werden Sie mit „hoher“ Wahrscheinlichkeit nie erreichen.

    Es ist nie zu früh, aber immer zu spät! 😉

    Wer in den letzten Jahre gute Gewinne gemacht hat, sollte Sie sichern, denn er weiss was er hat ….

    Ihr Philosphischer,

    HeliBen

  5.   Thomas

    Auf neutral gehen ist in einem bullischen Markt die einzige Chance. In sofern stimme ich HeliBen zu. Man sollte sich aber auf jeden Fall davor hütten jetzt schon zu shorten, da man nie wissen kann, wie lange der Markt noch gegen die fundamental Daten steigen kann. Im Zweifel gilt ja hier bis die Liquidität alle ist. Leider ist die eigene Liquidität die das Shorten kostet meist vorher alle.


  6. […] Dieter Wermuth veröffentlicht allmonatlich seinen Investment-Outlook – eine der besten Lektüren zum Stand und Tendenzen auf den internationalen Finanzmärkten, die man (frei) erhalten kann. Die aktuelle Ausgabe ist auf Herdentrieb unter dem Beitrag “Mit Staatsanleihen auf den Knall warten” verlinkt. Ich kann sie nur empfehlen. […]

  7.   EuroOptimist

    @ HeliBen
    Schon klar, war nur ironisch gemeint: Ich war noch früher dran:-)
    „Die Kunst ist frühzeitig auszusteigen. Nicht an die Spitze auszusteigen. Den Zeitpunkt werden Sie mit “hoher” Wahrscheinlichkeit nie erreichen.“
    Kunst ist, was nicht jeder kann, also hier das Treffen der Spitze! Frühzeitig aussteigen ist etwas für die Vorsichtigen wie Sie und mich, also keine Kunst.

  8.   milchmädchen

    überbewertete china-aktien, us-defizit, geblähter us-immobilien-markt usw.

    ich frag mich halt immer, was das mit dem aktienwert von (z. b. deutschen) gesellschaften zu tun hat, die gute gewinne machen?

    jetzt bloss keine allgemeinplätze über eine immer weiter vernetzte weltwirtschaft;-)

  9.   milchmädchen

    okay, ich hab den artikel „Ja, wo laufen sie denn hin?
    Überall Blasen“ jetzt auch gelesen.

    aber dennoch, irgendwie scheint doch jeder zu wissen, dass es hier und dort überbewertungen gibt. dann kann doch kaum einer überrascht sein, wenn die preise für bestimmte dinge wieder den werten angenähert werden ergo sinken werden???

  10.   Bodo

    Roosevelts Berater, der berühmte Wirtschaftspolitiker und Multimillionär Bernard Baruch, der beinahe 100 Jahre alt wurde, erklärte die Kette seiner Erfolge damit, dass er zeitlebens zu früh ausgestiegen sei.

 

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