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Liquiditätskrise!!!

 

Der Schnelltender der EZB war am heutigen Donnerstag rund doppelt so groß wie der nach den Angriffen auf das World Trade Center und das Pentagon im September 2001. Geht es jetzt los? Es gibt offenbar eine Liquiditätsklemme bei Banken, deren Anleger Geld aus Fonds abziehen möchten, die in amerikanischen Asset Backed Securities investiert haben. Da sich in einem sehr nervösen Markt die Käufer für diese einst positiv bewerteten und gut rentierlichen Instrumente in Luft aufgelöst zu haben scheinen, weil die Deckung doch nicht so gut ist wie gedacht, purzeln die Preise, wenn es überhaupt noch welche gibt. Dass die Banken nicht einfach zu den nunmehr sehr niedrigen Kursen zugreifen, zeigt erstens, dass auch sie von der Bonität der Fondsanteile nicht sehr überzeugt sind und zweitens, dass sie von der Welle der Verkaufsaufträge offenbar überwältigt sind und daher die Notenbank um Hilfe bitten müssen.

Die Assets, um die es geht, sind vor allem die inzwischen berühmten Subprime Mortgages, also Hypotheken schlechter Qualität, und die Collateralized Debt Obligations (CDOs), die Banken zur Finanzierung von Unternehmensübernahmen begeben hatten, den sogenannten leveraged – also weitgehend kreditfinanzierten – buy-outs der ursprünglichen Eigentümer.

Bei den Subprime Mortgages hatte die Kreditsumme in den letzten Jahren gelegentlich den Marktwert der Immobilien überstiegen und es war immer weniger üblich geworden, nach der Zahlungsfähigkeit der Schuldner, also ihrem voraussichtlichen Einkommensstrom zu fragen. Nachweise einer regelmäßigen Beschäftigung wurden häufig nicht verlangt. Vor allem ärmeren Leuten wurden diese Kredite aufgeschwatzt; sie hatten es nie für möglich gehalten, dass sie sich eines Tages ein Haus würden leisten können – auf einmal aber ging es. Da die Effektivzinsen so hoch waren, war es für die Banken und auf das Immobiliengeschäft spezialisierte Institute lange ein Leichtes, diese Hypotheken zu Paketen verschnürt in den Markt zu schleusen.

Abnehmer waren vor allem Investmentfonds, Hedge Funds, Pensionskassen und Versicherungen, die jetzt allesamt ihre Abschreibungsprobleme haben oder schlicht zahlungsunfähig sind. Am schlimmsten dürfte es jene treffen, die diese Papiere mit Hilfe von Krediten erworben haben. Wer könnte das wohl sein?

Die Banken waren auch deswegen so scharf auf diese Geschäfte, weil sie ihnen hohe Gebühren bescherten und ruckzuck wieder aus den Bilanzen verschwunden waren. Das spiegelt die neue Philosophie des Bankgeschäfts wider: möglichst keine Kreditrisiken einzugehen und sich zudem aus ihrer zentralen Aufgabe, nämlich aus kurzfristigen Einlagen langfristige Kredite zu machen, der sogenannten Fristentransformation, so weit es geht zu verabschieden. Die Investmentbanken haben vorgemacht, wie man auf diese Art eine phantastische Verzinsung des Eigenkapitals erreichen kann.

Bei den leveraged buy-outs war – und ist – das Prinzip das gleiche: Lasst uns die Kredite, die wir für diese Projekte vergeben, hübsch verpacken und sie, versehen mit einem anständigen Rating von Moody’s oder Standard&Poor’s sowie relativ hohen Zinsen, weitergeben an die willigen Kunden, siehe oben.

Irgendwann rechnen sich die buy-outs aber nicht mehr, wenn etwa die Kreditzinsen zu sehr gestiegen sind oder die Gewinne angesichts der fortgeschrittenen Konjunktur doch nicht mehr so zunehmen wie bisher. Dann werden aus lohnenden Übernahmeprojekten auf einmal Flops, die nur mit spitzen Fingern angefasst werden. Die CDOs verlieren an Wert, die Anleger geraten in Panik und erzeugen einen Verkaufsdruck.

Ein Problem, das damit im Zusammenhang steht, scheinen im Augenblick die sogenannten hung bridges zu sein, das sind Überbrückungskredite für Unternehmenskäufe, die noch nicht in Form von Wertpapieren (structured products) im Markt platziert werden konnten. Da scheinen einige Banken wohl noch etwas in den Büchern zu haben, was ihnen die Gewinne verhageln könnte. Hoffen wir, dass es nur um einen Rückgang der Gewinne und nicht um etwas Ernsteres geht. Bislang gelten ja die Bankbilanzen nach den vielen Jahren mit rekordhohen Gewinnen als äußerst solide, im Schnitt jedenfalls.

Was immer wieder verblüfft, ist wie naiv deutsche (und französische) Banker und Portfolio Manager sein müssen, wie wenig sie die Risiken zu verstehen scheinen, auf die sie sich einlassen. Vielleicht ist das zu hart geurteilt. Auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, die sich besser als jede andere Institution mit dem Thema Bankrisiken auskennt, hat immer wieder nur betonen können, dass niemand angesichts der Komplexität der Finanzprodukte wirklich ganz sicher sein kann, wo denn nun die Risiken gelandet sind, und ob die, die sie letztlich an der Backe haben, um das mangels eines passenderen Wortes mal so auszudrücken, sie auch tatsächlich tragen können.

Es geht jetzt vor allem darum, wie groß die realwirtschaftlichen Effekte der Liquiditätskrise sein werden. Wird es zu einer Rezession kommen? Oder zu mehr? Die geneigten Leser jedenfalls tun gut daran, mit dem Schlimmsten zu rechnen – also fürs Erste auf langlaufende Bundesanleihen umzusteigen. Wenn eine Blase platzt – so wie es jetzt der Fall sein könnte – sind die Kollateralschäden deflationärer Natur. Relativ riskante Aktiva zu verkaufen ist natürlich leider eine Strategie, die die Krise verschärfen würde. Deflation entsteht, wenn jedermann seine Verschuldung abbauen möchte.

179 Kommentare

  1.   Dorothee Sehrt-Irrek

    Zur rechten Zeit den rechten Artikel,wie so oft von Herrn Thomas Assheuer. Habe jetzt das Buch von Nico Stehr „Die Moralisierung der Märkte“ in Händen und werde mich weiterbilden, Herr Wermuth.

    Zu Ihrer Antwort.

    Es gibt auf den Märkten m.M.n. immer mehrere Entwicklungen und die sollte man im Blick behalten, wenn man sich zu Prognosen aufschwingt.

    Strukturveränderungen möchte ich doch tunlichst begleiten, es ist ein Fehler, dies allein den Banken oder Investoren zu überlassen. Sie haben nicht geschrieben, wie Sie den Fall Leo Kirch bewerten. Damit wir uns nicht misverstehen, es geht mir nicht darum, Herrn Kirch reich zu machen, aber die Zerschlagung fand zu einem Zeitpunkt statt, als die Chancen der Mitarbeiter auf Unternehmensbeteiligung, wie auch auf neue Arbeitsplätze äußerst gering waren.

    Jetzt erst wird über den Deutschlandfond geredet.
    Was ist mit Grohe?
    Wenn ich nicht irre, war in den Medien des öfteren zu lesen, dass eigentlich rentable Firmen dicht gemacht werden.

    Die Politik wirkte gänzlich unbeholfen – bei Leo Kirch konnte ja auch Stoiber nicht helfen.
    Nein, ich denke, dass durch die Wiedervereinigung die Banken mit einem Schlag unabhängig wurden von den Erträgen der Unternehmen und plötzlich das Sagen hatten.

    Der Staat wird nur langsam wieder ein Gegenspieler, weil er wieder über Steuereinnahmen verfügt.
    Im Gegensatz zu Ihnen halte ich durchaus etwas von dem Spruch der Indianer „Irgendwann werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann“.

    Damit eine so exportorientierte Wirtschaft wie die unsere nicht zum Spielball globaler Finanzmärkte wird, sollte man die Binnenwirtschaft unter grundsätzlichen und strukturregionalen Gesichtspunkten, sowie nachfrageorientiert behandeln. Das fällt ins Ressort der Wirtschaftspolitik, aber was interessiert das Hedgefonds.

    Warum aber sollte uns das interessieren. Nun – ich hoffe Sie verkraften meine Ausführungen – Geld ist nicht gleich Geld.

    Als Goldgräber konnten sie vielleicht viel Geld in kurzer Zeit machen, Wirtschaftskraft und -infrastruktur haben sie damit noch nicht aufgebaut. Hingegen können sie mit viel Geld gewachsene Strukturen schnell kaputt machen, dabei ist dieses Goldgräbergeld lange nicht soviel wert, wie das in den Fabriken steckende. Es ist ganz anders entstanden und nur unter „nationalem“ Einfluß für die regionale Wirtschaft nutzbar zu machen. Ansonsten läuft man Gefahr immense wirtschaftliche Werte zu vernichten.

    Ich würde mir lieber mein eigenes Geld machen und Verfügungzugriff behalten als auf die schnelle Rendite zu schauen, die nicht unbedingt etwas mit nachhaltigem Wirtschaften zutun hat.

    Da bin ich nach meiner wirtschaftlichen Phantasiereise wieder beim Punkt. Ich finde Nachhaltigkeit und Arbeitsplätze wichtiger als Strukturveränderung nach Maßgabe des schnellen Geldes.

    Danke, dass sie mir einiges erklärt haben.

    Vielleicht werde ich „mit der Zeit“ sachkundiger.

    Herzliche Grüße

  2.   Dieter Wermuth

    @ Dorothee Sehrt-Irrek

    Macht es denn einen so großen Unterschied, ob die Unternehmen von ihren Banken abhängen, sich am Kapitalmarkt das Geld besorgen, oder von Hedge Funds oder Private Equity Funds? Sie können nur vermuten, dass die Hausbanken freundlichere Gläubiger sind als die anderen, aber sie lehnen diese Rolle unter dem Druck ihrer Aktionäre übrigens zunehmend ab. Sie kämpfen gegen die falschen Gegner. Für nachhaltiges Wirtschaften muss der Wähler auf dem Umweg über die Parlamente, oder über non-profit organizations sorgen. Ist doch im Gange, wenn auch nicht so rasch, wie wir uns das wünschen würden. Es sind immer viele Faktoren im Spiel, die gegeneinander abgewogen werden wollen. So ohne weiteres sollten wir doch nicht den internationalen Handel und den damit zusammenhängenden Kapitalverkehr aufgeben. Sie produzieren doch Wohlstand, wenn auch nicht für jeden gleichermaßen. Das lässt sich aber durch staatliche und gewerkschaftliche Umverteilungspolitik teilweise beheben.

    Sorry, dass ich nicht auf all Ihre Argumente eingehen kann.

    Beste Grüße, DW

  3.   I.I.Oblomow

    @ Thorqemada

    „Ich habe darüber nachgedacht und geschätzt, das die Bank es nicht schafft, soviel Geld auszugeben.“

    Na dann …. wird das schon so stimmen.

    P.S.: Die Banken, die ich kenne, schaffen das alle ganz locker. Manche sogar zu locker – die gehen dann Pleite. Aber das brauchen Sie mir natürlich nicht zu glauben. Vielleicht kaufen Sie sich ja mal ein paar Bankaktien – Sie werden sehen, es wird Ihnen eine neue Erfahrung vermitteln und Ihr Schätzvermögen wird dabei enorm profitieren.

  4.   Wi-Ing-030

    @ Martin Heck (169)

    …eine meiner Erkenntnisse habe ich schon vor Jahren niedergschrieben. Sie lautet…

    „Intelligenz ist die Fähigkeit fragen zu stellen…Antworten gibt´s bei google“

    -> … und ihre jetzige Frage ist eine Frage, die wirklich mal eine gute bis sehr gute Frage ist…Sie bewegen sich damit eindeutig in die richtige Richtung. Deshalb will ich sie auch gleich beantworten ( … weil sie über google ausnahmsweise keine vernünftigen antworten finden können … allerdings über die Browser-Suche in dieser Webseite, wenn sie nach Wi-Ing-030 suchen)

    -> … noch mal einen sehr wichtigen Satz aus dem FT-Artikel:
    „Doch während die einhergehende Kapitalfehlallokation kaum mehr zu verbergen ist, glaubt der Markt immerhin noch an ein inflationsfreies Wachstum. Diese Illusion aufrechtzuerhalten, ist eine wahrlich erstaunliche Leistung der Zentralbanken.”

    -> … wie haben sie es gemacht…diese Illusion aurechtzuerhalten ? Nun, wie machen es alle Zauberkünstler (& Trickbetrüger) ? … die Aufmerksamkeit der Zuschauer muss abgelenkt werden !!! d.h. im Falle der VWL: …(fast) alle „Volkswirte“ starren wie gebannt auf die „INLATION“ im Sinne von „PREISNIVEAU-INDIKATOREN“ … dieses ist grundverkehrt ! Ja, es ist grundverkehrt …obwohl diese (Irr-)Lehre an (fast) allen VWL-Lehrstühlen gelehrt wird…von Professoren deren Gehalt sich nach der Formel (LOHN = c4+x) bemisst…

    -> … eine WISSENSCHAFTLICHE BEGRÜNDUNG haben die ANHÄNGER dieser IRR-LEHRE übrigens niemals nicht niedergeschrieben (…also eine in der detailliert begründet WARUM, WIESO, WESHALB und WIE und ÜBERHAUPT ein Warenkorb-Preisindex die INLATION messen können soll).

    -> … ALLE ? … nein nicht alle VWLer folgen diesem Irrtum…es gibt eine kleine unbeugsame Minderheit … die die Sinnhaftigkeit der Messung des Preisniveaus hinterfragt hat & deren SINNLOSIGKEIT WISSENSCHAFTLICH erwiesen & beschrieben hat … und diese ERKENNTNIS gegen alles Unverständnis (und Anfeindungen) über Wirtschaftskrisen & Weltkriege hinweg bewahrt hat … weil sie ULTIMATIV richtig ist…diese ERKENNTIS war vor dem letzten WK quasi „common sense“. Dann kam die Keynes´sche Lehre … und ur-plötzlich wurde „INFLATION“ zur „Preisniveau-Steigerung“ (eines best. Warenkorbes)…wie gesagt OHNE jemals eine Begründung dazu vorzulegen.

    -> … also INFLATION (die „echte“) kommt von dem lateinischen „inflare“ was „aufblähen“ heisst…diese aufblähen bezieht sich aber NICHT auf die PREISE sondern auf die GELDMENGE !!!!!!!

    -> … diese aufgeblähte Geldmenge („Liquidität“) KANN sich in steigenden „WARENKORB-PREISEN“ niederschlagen … dies ist der „klassische“ Fall den wir aus den Geschichtsbüchern kennen und der dann insbesondere im Endstadium der Inflation der Hyperinflation auch für Lieschen Müller offenkundig wird …“GELD NIX mehr WERT !“ … wir sehen Fotos von Hausfrauen, die mit „Geld“ – Bündeln den Kamin befeuern.

    -> … sie KANN sich sich zuvor in einem Anstieg der Preise für die Kostengüter der Unternehmen äussern … man nennt dies dann auch „Produzenteninflation“.

    -> …sie KANN sich darüber hinaus zunächst auch in den Preisen für die Finanzierungs-„Güter“ der Produzenten niederschlagen … diese nennt man auch Aktien oder Anleihen…

    ->… allgemein gesprochen:
    die inflationierte GELDMENGE steigt NICHT wie etwa Wasser für alle synchron an … es gibt vielmehr eine LIQUIDITÄTSVERWERTUNGSKETTE an deren Anfang die Profiteure stehen, der „Staat“ und (clevere) Bänker, und an deren Ende die Verlierer, traditionell die einfachen Arbeiter & Angestellten, anzutreffen sind.

    -> … ich habe bereits mehrfach darauf hingewiesen, das INFLATION-POLITIK eine höchstgradig UNSOZIALE Politik ist.

    …zum 2. teil ihrer Frage:

    -> „GEWINN“ ist ein sehr dehnbarer Begriff.

    -> … es kann ein „bilanzieller“ Gewinn sein. das ist derjenige der dem Publikum veröffentlicht wird. Es gibt aber auch einen ÖKONOMISCHEN den WAHREN Gewinn den nur die Unternehmensführung kennt… (wenn überhaupt. Wenn zB ein Hr Ackermann von einer „EIGENKAPITALRENDITE“ von xyz % spricht kann man hoffen, dass er das zum Zwecke der Volksverdummung macht und es selbst hoffentlich besser weiss…es ist z.T. erschreckend wie wenig Ahnung „Wirtschafts-Journalisten“ von Wirtschaft haben…)

    -> …bilanzielle Gewinne sind für den Investor im Grunde nahezu bedeutungslos. Sie zeigen die welt einer längst vergangenen Zeit. sie können durch gestaltung bis zu unkenntlich keit geschönt sein …alleine schon durch legale methoden

    ->… ein intertemporaler Vergleich von Gewinnen über mehrere Jahre hinweg ist lächerlich, da die Schildbürger-Regierungen weltweit alle drei Monate die Steuer & Bilanzgesetzgebung ändern in der Annahme, irgendetwas müssten sie ja wohl tun für das viele Geld das sie einstecken. Der anleger sollte sich im Grunde auf die Analyse der Produkt- & Produktionsstruktur eines Unternehmens konzentrieren…

    -> …Gewinn ist eine Residualgrösse die sich aus der Differenz von individuellen Umsätzen und Kosten ergibt. KEINESWEGS aus der Differenz irgendwelcher KONSUMENTEN- und PRODUZENTENPREISINDICES. ..Umsatz besteht aus (Preis x MENGE), Kosten bestehen aus (Preis x MENGE) natürlich mit UNTERSCHIEDLICHEN PREISEN…

    -> …Umsätze & Kosten können dabei trotz unterschiedlicher Entwicklungen zu demselben Gewinn führen … eine Vielzahl von Faktoren kann zu diesen Entwicklungen beitragen. Gewinne können im Inland oder zunehmend im Ausland „erwirtschaftet“ werden.

    -> … im Falle der INFLATION herrscht GELDILLUSION. Es sind temporal alle Möglichen Entwicklungen denkbar…insbesondere kommt es zunächst oft zu einem Ansteigen der Unternehmensgewinne.

    -> … die Gründe dafür sind vielschichtig. Es ist zu Untersuchen welche Bestandteile der Gewinn & Verlustrechung…auf welche Art & Weise in den einzelnen Phasen einer Inflation beeinflusst werden…(zB können Umsätze zu inflationär-gestiegenen Preisen erfolgt sein, während Abschreibungen nur zu veralteten Buchwerten von vor der Inflation erfolgen dürfen…der Bilanz-Gewinn steigt dann in der Tendenz.)

    -> … Produzentenpreisindices umschliessen m.W. zwar Material & Verbrauchskostengüter
    , wohl aber nicht die Lohnkosten.

    -> … dennoch gibt es natürlich einen „ceteris-paribus“-Zusammenhang zwischen Produzentenpreis-Entwicklungen und Konsumproduktpreisen … insbesondere ist zu beobachten, dass Produzenten den Versuch unternehmen gestiegene Preise der Kostengüter auch an den Absatzmärkten durchzusetzen… dann wird alles irgendwie teurer … dies geschieht wie alles auf Erden mit einem gewissen Zeitverzug…

    -> …Gelingt es ihnen nicht die Preiserhöhungen weiterzugeben, dann sollten Unternehmer & Anleger wissen, dass die Residualgrösse „Gewinn“ nur einen kleinen Anteil an den Grössen Umsatz oder Kosten ausmacht (zB 10%) …

    -> … es gibt also eine erhebliche Hebelwirkung !!! …die regelmässig dazu führt, das Gewinne sich SEHR volatil entwickeln … man spricht dann bei n-tv gerne von explodierendem Gewinn im Jahr (t) und von einbrechendem Gewinn im Jahr (t+1) …insbesondere ist hier auch ein Vorzeichenwechsel beim Gewinn denkbar…

    -> (…Beispiel: Anteil des „Gewinns“ an den Grössen Umsatz oder Kosten beträgt 10% ……wenn die Kosten um 20% steigen die Umsätze aber stagnieren beträgt die „Gewinn-Änderung“ dann ca. -200%)

    -> … insgesamt stehet der UNTERNEHMENS-SEKTOR in der LIQUIDITÄTSVERWERTUNGSKETTE zwar hinter STAAT und Banken, aber definitiv noch vor den HAUSHALTEN. Clevere Unternehmer können Inflationsgewinnler sein…

    PS:

    -> … ein kurzer Nachweis der UNBRAUCHBARKEIT von PREISINDIKATOREN für die GELDPOLITIK findet sich in einem obigen Beitrag der zum Verständnis UNBEDINGT gelesen werden sollte … suchen sie bitte nach “ BRANDFACKEL „.

  5.   Wi-Ing-030

    2. PREISFRAGE wird aufgelöst…:-)

    -> … dies ist eine gute Stelle, um die 2. PREISFRAGE aus (# 126 ) aufzulösen 🙂

    1.) …wenn „Inflation“ zu viel Geld ist…

    2.) …dann ist „DEFLATION“ ZU WENIG GELD !

    3.) …wenn GELD etwas GUTES ist…weil es eine, wenn nicht DIE grösste Erfindung der Menschheit ist, die explosionsartiges Wachstum durch die Möglichkeit der ARBEITSTEILUNG & des HANDELS ermöglich hat.

    4.) … dann ist die ABWESENHEIT von GELD oder die (unangemessene) REDUKTION der GELDMENGE also folglich „SCHLECHT“ !!! …

    5.) … wenn „Geld“ von den Bürgern aber zum Heizen verwendet wird ist das „Geld“ kein Geld mehr, sondern tot (oder Brennstoff) … die „Abwesenheit“ von Geld (…im Sinne von allg. akzeptiertes Zahlungsmittel) ist ein Zustand, den wir als DEFLATION bezeichnen (siehe 2.) )

    6.) …zwar handelt es sich nach wie vor der Inflation um schmutziges, bedrucktes Papier … der Unterschied liegt aber in seiner KNAPPHEIT im Verhältnis zur KNAPPHEIT der damit kaufbaren GÜTER. Während von der Schildbürger-Regierung die GELDMENGE drastisch erhöht wurde (zum Zwecke der Selbtbereicherung & des Machterhalts trotz mutwilliger Arbeits-/Reform-Verweigerung) hat sich die GÜTERMENGE nicht erhöht…

    7.) …im Gegenteil, die GÜTERMENGE sinkt sogar . Handel & Arbeitsteilung werden ohne Geld stark behindert und sind nur noch eingeschränkt möglich. Output sinkt -> auf die DEFLATION folgt die DEPRESSION !

    8.) … IRRWITZIGE aber faszinierende Situation, die für das wahre Verständnis des Phänemomens „GELD“ fundamental ist: …OBWOHL (physisch) so viel Geld da ist…wie nie zuvor…gibt es de fakto gar kein Geld mehr (…im Sinne von allg. akzeptiertes Zahlungsmittel).

    9) … die Menschen suchen sich anderes GELD ( Zigaretten, Kaffee, Pistolen, Damenunterwäsche). Die Schildbürger-Regierung sieht das aber nicht gerne … weil ihre BEVÖLKERUNGS-ENTEIGNUNGSPOLITIK damit unterlaufen wird…die Menschen suchen sich dezentere Marktplaetze für ihre Tauschgeschäfte („Schwarzmarkt“). Menschen die auf dem „Schwarzmarkt“ anbieten oder nachfragen werden traditionell von der Schildbürger-Regierung verfolgt … in Krisenzeiten auch mal gehängt.

    10) … für grössere Anschaffungen (zB einen Häuserblock in Berlin) in der DEPRESSION kommt man mit Damenunterwäsche nicht sehr weit…man braucht ein anderes Zahlungsmittel …zB GOLD. Das ist der Grund warum die Schildbürger-Regierungen und ihre Anhänger notorische Gold-Hasser sind …

    …und dies war die Geschichte von der Inflation die über die Hyperinflation fast immer in der Deflation endet…

    99) … dies ist nur EIN WIRKUNGSMECHANISMUS der INFLATION. es gibt derer mehrere…auch modernere … (Wirtschafts-) Geschichte wird gemacht…

  6.   Thorqemada

    Ich bin kein Ideologe, oder Dogmatiker, sehe ich etwas, das fragwürdig ist, so Frage ich, oder nicht, denn ich weiß, die Realität wird die Antwort offenbaren.

  7.   Dorothee Sehrt-Irrek

    Sehr geehrter Herr Wermuth, ich ersehe aus Ihrer Antwort, dass wir nicht so weit auseinanderliegen. Sie beachten also die Zusammenhänge.

    Da stellt sich mir allerdings die Frage, ob Sie die richtig gewichten können?

    Von Haus aus würde ich mich im weitesten Sinne als Politologin – ich könnte mich ärgern, dass ich das nicht als Titel nutzen kann, könnte ich nicht noch im Nachhinein irgendwie den Bachelor machen? – bezeichnen. Von daher würde ich meinen, dass das politisch nicht wieder so schnell geregelt werden kann, wenn es einmal entgleist ist, das wirtschaftliche „Gleichgewicht“.

    Meiner Meinung nach entgleiste es nach der Wiedervereinigung. ohne jetzt allen böse Absichten unterstellen zu wollen.

    Im Osten wäre sowieso nur die CDU gewählt worden, gleich mit welchem Wirtschaftsprogramm.
    Die wirtschaftlichen Zusammenhänge sind mit der „Globalisierung“ so komplex geworden, dass es selbst ausgefuchsten Wirtschaftsexperten schwer fällt, Entwicklungen richtig zu beurteilen.
    Es ist doch ein wissenschaftlicher Witz, dass ich „großspurig“ behaupten konnte, dass der Aufschwung bevorstünde und ich gewissermaßen Recht hatte. Als EINZIGE
    Das kann es ja nicht sein.

    Es ist also für die Zukunft ein breiter Wirtschaftsdiskurs für alle unbedingt notwendig.
    Ich gehe auch nocheinmal in die Schule, wenn es da übergreifend Wirtschaftsunterricht gibt – obwohl ich früher öfter die Albträume hatte, das Abitur nachholen zu müssen.

    Auf Ihre Frage, ob es nicht gleich sei, von wem die Kredite stammten, würde ich sagen, das hängt ganz entscheidend von der Situation ab und von dem Entwicklungsprozeß, der Kredite einfordert. Für einheimische, meist mittelständische Unternehmen sind Hausbanken doch im Prinzip näher, wenn sie überschaubar bleiben, bzw. „gezwungen würden“, einen Teil der Liquidität auch dem Land zur Verfügung zu stellen, von dessen Sicherheitsrahmen sie abhängen.

    Wenn die Regionalität überschritten wird, können dann andere Finanzierungsmöglichkeiten greifen.

    Man kann aber nicht meiner Meinung nach regionale Wirtschaft ausschließlich von außen steuern.
    Das kann man versuchen; wieviele Jahre, Pleiten und zig Übernahmen benötigen Sie, um das herauszufinden?

    Im Übrigen richten sich demokratische Entscheidungsprozesse nicht nach der Schnelligkeit von globalen Wirtschaftsabläufen.

    Nein, ich möchte intelligentes – und Intelligenz ist sozial, sonst ist sie nicht – Management auf allen Ebenen. Von unten nach oben, von innen nach außen und vice versa oder je nachdem.

    Es ist mir klar, dass Sie nicht ständig antworten können.

    Danke für das Gespräch.
    Dorothee Sehrt-Irrek, Berlin


  8. […] Eigentlich als kurzfristige und überaus sichere Geldanlage bekannt, hat die US-Hypothekenkrise im August auch bei einigen Geldmarktfonds ihren Tribut gefordert. Der Grund dafür waren Investments dieser Fonds in so genannte Asset Backed Securities, kurz ABS. Diese Papiere sind Anleihen, die mit Forderungen aus Immobilienkrediten oder Zahlungsverpflichtungen aus Leasinggeschäften oder von Kreditkartenkonten abgesichert sind. Kommen die Schuldner dieser Sicherheiten ihren Zahlungen nicht mehr nach, ist es mit der Sicherheit der Anleihe schlecht bestellt. Einige Geldmarktfonds hatten sich auf diese Papiere spezialisiert und eine Menge davon im Depot. Während nun Anleger verstärkt versuchten, Geld aus diesen Fonds abzuziehen (genauere Zahlen über die Größenordnung der abgezogenen Gelder liefert Finanzblog24 in seinem Artikel „Milliarden aus Fonds abgezogen“), hätten die Fondsgesellschaft dieses Geld nur durch den Verkauf dieser ABS auszahlen können. Da zu diesem Zeitpunkt aber kein Anleger mehr auch nur halbwegs marktgerechte Preise auch für nicht von der Hypothekenkrise betroffene ABS bezahlen wollte, blieb einigen Gesellschaften nur der Ausweg, ihre Fonds vorübergehend zu schließen. Ein Vorgang, den es in diesem Umfang bei Geldmarktfonds zuvor noch nicht gegeben hatte. Für den Anleger besonders kritisch war dabei die Tatsache, dass einige Geldmarktfonds in ABS investiert waren, ohne dass der Anleger dies am Namen des Fonds ausmachen konnte. Auch gesetzlich gibt es keine Einschränkungen, bis zu welcher Höhe Geldmarktfonds in Asset Backed Securities investiert sein dürfen. Inzwischen hat sich der Markt wieder beruhigt, einige der betroffenen Geldmarktfonds sind aber bis heute geschlossen. Für die Anleger ist das besonders ärgerlich, denn solange der Fonds geschlossen bleibt, kommen sie nicht an ihr Geld heran bzw. wissen überhaupt nicht, welchen Wert ihre Fondsanteile noch haben. Das ist besonders unter dem Aspekt tragisch, dass Geldmarktfonds als Mittel zur kurzfristigen, sicheren und jederzeit verfügbaren Geldanlage angepriesen werden. Aus den Erkenntnissen im Sog der US-Hypothekenkrise empfehlen wir den Anlegern, Geld, über welches sie jederzeit verfügen können müssen, nur in Form von beispielsweise Tagesgeld anzulegen. Alternativ kommt auch Festgeld in Betracht, wenn es sich nur um eine Anlagedauer von 1-3 Monaten handelt und der Anleger mit Sicherheit während dieser Zeit auf sein Geld verzichten kann. Auf seine unnachahmlich direkte Weise informiert der Autor zahlreicher Editorials der Zeitschrift Capital, Klaus Schweinsberg, in seinem Blog unter „Ein Herz für Hasardeure“, wie Kreditinstitute, welche sich mit besagten ABS verspekuliert haben, nun auch noch von staatlicher Seite gestützt werden. Weitere Details über die Auswirkungen der Hypothekenkrise auf deutsche Banken und das Finanzsystem allgemein können interessierte Leser unter anderem dem folgenden Artikel entnehmen: „Liquiditätskrise“. […]


  9. […] anders, als die meisten Politiker und Journalisten uns weismachen wollen, war dieses Problem lange (sehr lange) vor der Pleite von Lehmen Brothers schon erkennbar und auch […]

 

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