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Wenn die Schulden steigen, steigen die Zinsen…

 

…und deshalb muss der Staat ganz schnell sparen. Oder nicht?

Von Unicredit:

Today, Germany will sell EUR 4bn of the new Bund 3.25% Jul42. 3.25% represents the lowest coupon ever in the 30Y area.

Immerhin 3,1947 Mrd. Euro konnten von dem Ding abgesetzt werden. 30 Jahre für schlappe 3 Prozent! Manchmal macht es richtig Spaß zu beobachten, wie die herrschende Lehre Stück für Stück von der Realität zerlegt wird

15 Kommentare

  1.   egghat

    naja, die Medaille hat (wie so oft) zwei Seiten:

    Von den geplanten 4 Milliarden konnten nur 3,2 Mrd. platziert werden … Das muss nichts heißen, kann es aber u.U. schon …

    de.reuters.com/article/economicsNews/…


  2. „…die herrschende Lehre Stück für Stück von der Realität zerlegt wird.“

    Da kommt es darauf an, was als „herrschende Lehre“ angesehen wird. Wenn diese auf die Aussage in Ihrer Überschrift reduziert werden kann, dann stimmt die Aussage wohl. Liegt aber mit Blick auf Japan schon seit knapp 20 Jahren in Scherben.

    Relevant ist letzten Endes die Gesamtnachfrage nach Krediten. Und wenn, wie es momentan weltweit passiert und in Japan Anfang der 1990er angefangen hatte, der Privatsektor „entschuldet“, dann kann es eben sein, dass die gesamte Nachfrage nach Krediten und damit das Zinsniveau auch dann sinkt (oder konstant bleibt), wenn der Staat sich per Saldo kräftig mit neuen Anleihen eindeckt.

    Insgesamt also keine aktuelle Entwicklung, die einen sonderlich überraschen sollte!!!!

  3.   HKaspar

    Schieritz, machen Sie es sich da nicht ein bisschen arg einfach? Irgendwie habe ich schon interesasntere Beitraege von Ihnen gelesen.

  4.   dschungelmann

    wissen sie, das ist es ja momentan was die weltwirtschaft unweigerlich in den abgrund treiben wird:mit den schulden SOLLTEN die zinsen steigen. Tun sie aber nicht. Hier in thailand wo ich wohne gibt es vom flat screnn bis zum merzedes quasie alles zu minimaler anzahlung und NULL zinsen und das praktisch fuer jeden. In europa ist das aehnlich, gar nicht zu reden von der usa. Das sind nothandlungen um einen ungesunden absatz zu foerdern. Das nennt sich dann wirtschaftswachstum. Im prinzip ist es nichts als luft., da die nullzinskonsumenten auf lange sicht mit viel zu geringen und zudem noch sinkenden einkommen wohl auch diese raten nicht laenger bezahlen werden koennen. ich kenne hier viele, die 400 dollar verdienen und 380 im monat bezahlen muessen. Vor miete und lebenskosten. Dieses schuldenverhaeltniss ist in usa norm. Wie lange, glauben sie, wird das funktionieren? Von china werden nur die glitzerstaedte gezeigt. Das die 8 spur autobahn nach 10 km am stadtrand zur schotterpiste wird und totale armut herrscht wird generell verschwiegen. Der weltweite aufschwung ist eine [not]luege der grossindustrie. Jeder der ahnung hat weis: sehr bals deflation und dann gnadenlose unaufhaltsame inflation. Das ist es was uns erwartet. Eine loesung gibt es einfach nicht. Egal ob uns das passt oder nicht.

  5.   Ich

    Nach herrschender Lehre sinken die Zinsen, wenn von niedrigem Wirtschaftswachstum ausgegangen wird, und steigen die Zinsen, wenn von hohem Wirtschaftswachstum ausgegangen wird.
    Alles was diese 3% auf 30 Jahre nach herrschender Lehre sagen, ist, dass viele Marktteilnehmer lange Stagnation in der Eurozone erwarten.

    Vielleicht koennen Sie sich ja in Zukunft mal die Muehe machen, auch Zitate von z.B. einigen Bundesbankgroessen oder einem haeufig benutzten Lehrbuch bringen, um zu belegen, dass ein solcher Unsinn, die herrschende Lehre sei, von dem andere Leute, die durchaus oeffentlichen Diskussionen folgen, noch nie gehoert haben.

  6.   dschungelmann

    ihr alle solltet mal den otto normalbuerger befragen und die staendig wachsenden zeltstaedte im umfeld der us grosstadte sehen, dann wuerdet ihr den schwachsinn der theoretiker und schoenbeterei der mainstream medien die eh alle den konzernen gehoeren die vom herbeigebeteten wachstum leben keinen glauben mehr schenken. Wir haben ein massives informationsproblem. Theorie war gestern. Realitaet ist heute. realitaetsproblemm.

  7.   EuroOptimist

    3% für 30 Jahre. ich könnte mir vorstellen, dass die Käufer (bzw. ihre Kunden:-) mit dem Deal nicht glücklich werden. Da muss das Vertrauen schon gewaltig sein und solches Vertrauen ist fast immer fahrlässig. OK, auf 1-5 Jahre betrachtet haben deutsche Staatsanleihen ihren kargen Charme. Aber auf 30 Jahre kriegt man für fast alle Anleihen einigermaßen solider Staaten viel zu wenig für sein Risiko (und für die allermeisten unsoliden sowieso). Von sowas sollte man die Finger lassen und doch lieber mit einer bunten Mischung billiger Kurzläufer von Pleitekandidaten zocken. Da weiss man, was für einen Ramsch man beisammen hat, und kann auch mal positive Überraschungen erleben, statt nur negative:-)

  8.   Thomas Müller

    @Eurooptimist 7
    „Aber auf 30 Jahre kriegt man für fast alle Anleihen einigermaßen solider Staaten viel zu wenig für sein Risiko (und für die allermeisten unsoliden sowieso).“

    Woran machst du das fest?
    Also wer in den 80er Jahren 30jährige japanische Staatsanleihen gekauft hat, dürfte kein schlechtes Geschäft gemacht haben. Die Zinsen sind seitdem noch deutlich gesunken, die Kurse also gestiegen und als ausländischer Investor hat man auch noch einen Währungsgewinn gemacht.

    Vielleicht stehen auf 30jährigen deutschen Staatstiteln bald auch nur noch 1,8% drauf.

  9.   Fabian Lindner

    @ Dovern

    Sehe ich auch so. Bloß hat(te) hier Japan niemand so richtig auf dem Schirm. Kenne kaum deutsche Volkswirte, die sich öffentlich mit Japan auseinandergesetzt haben.

    Aber genau das ist der Effekt: Private geben ihr Einkommen vor allem für die Rückzahlung von Schulden aus, Schuldennachfrage sinkt, Zinsen auch – wegen des Einkommens, das nicht in die Gütermärkte fließt, fällt die Nachfrage: Deflationsdruck. Schön zu beobachten in Japan und im Moment auch in den USA und Europa.

    Einziger Ausweg, wenn man das BIP nicht total abschmieren lassen will: Fiskaldefizite bis es kracht. Was man nicht braucht: Falken, die einen von den Defiziten abhalten wollen.

    Für den Fall Europa: In Deutschland, nehme ich an, läuft das Kreditwachstum ganz gut, die deutschen Unternehmen haben sich in der langen Rezession von 2001 bis 2005 massiv entschuldet und die Bilanzen sehen wieder vorzeigbar aus, auch wenn die Krise jetzt wohl etwas dran gekratzt haben wird. Aber für den Rest: In der Gesamteurozone fallen die privaten Kredite, in den USA (das erste Mal seit dem 2. WK!) auch und das heißt nichts Gutes.

    Grüße,

    Fabian

  10.   Michael

    Wo rentieren 30 – jährige Japaner ? Na denn mal BANZAAAAI !

 

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