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My big fat Spanish bailout

 

So viel Geld – und was hat es gebracht?

Vielleicht doch keine so kluge Idee, die 100 Milliarden nicht direkt den spanischen Banken zu leihen, sondern dem spanischen Staat, dessen Verschuldung sich dadurch erhöht und der damit möglicherweise seine bisherigen Gläubiger unterordnet.

Aber hey, Hauptsache wir halten uns an die Regeln.

Update: Natürlich sollte man das Geld den Banken nicht leihen, sondern Anteile erwerben und die Institute restrukturieren

13 Kommentare

  1.   f.luebberding

    Wieso den Banken leihen? Also wenn schon hätte man damit die Banken übernehmen müssen, wie beim TARP Programm der Amerikaner. Die spanische Nationalmannschaft hätte dann ja mit der Trikotwerbung „ESM“ auflaufen können. Warte sowieso darauf, wann die ersten Fußballer mit dem Handy auflaufen, um mit ihren Vermögensverwaltern in Kontakt bleiben zu können.

  2.   Mark Schieritz

    @ lübberding

    Korrekt. Nicht leihen, sondern Anteile übernehmen und restrukturieren.

  3.   Dietmar Tischer

    @ M. Schieritz

    Die spanischen Banken sind nun einmal spanische Banken und daher nach den Regeln de jure ein Problem des spanischen Staates. Klar sind sie de facto auch ein Problem anderer. Deshalb wird ja auch mit aller Gewalt gerettet, wenn sich irgendwo etwas in gefährliche Richtung bewegt.

    Und nur nicht so hastig, man arbeitet doch schon fieberhaft daran, die Haftung umzuwidmen. Kommt schon noch, wenn der Karren bis dahin nicht an die Wand gefahren wurde.

    Was das viele Geld „gebracht“ hat, ist eine ganz andere Frage. Sie betrifft den spanischen Staat mit seiner Vielzahl von Problemen, Banken inklusive.

    Hier nichts durcheinander werfen.

  4.   Alex

    „Aber hey, Hauptsache wir halten uns an die Regeln.“

    Noch einmal: Auch unsinnige Regeln kann man in der Demokratie kurzfristig abschaffen/ändern. (Was zum Glück nicht kurzfristig geht, das ist die Schaffung signifikanter bundesstaatlicher Strukturen.)

    Aber Regeltreue zu kritisieren ist rundweg inakzeptabel. Wo kommen wir denn dahin, wenn jeder eigenmächtig Regeln außer Kraft setzen kann?

    Wenn Sie also den jetzigen Kurs kritisieren wollen, dann bitte in der Form, dass Sie die ausbleibenden Reformen der entsprechenden Regeln kritisieren.

    Gegen das Übernehmen von Anteilen und die Restrukturierung kann ich hingegen nichts sagen. Wenn der Staat aber Geld braucht um Finanzlöcher zu stopfen, so kann dieser Staat es nicht im Rahmen der europäischen Solidarität von anderen Staaten geschenkt bekommen. Die Lösung wäre stattdessen Euro-Austritt, ggf. Streichung von Auslandsschulden und das Stopfen von Finanzlöchern durch die Notenpresse. So bezahlt zwar die Allgemeinheit doch mit, aber anders geht es dann nicht – wenn Sparkonten sicher bleiben sollen.

    Alex

  5.   Wasser

    >So viel Geld – und was hat es gebracht?<

    Bis jetzt scheint es doch geklappt zu haben. Die spanische Staatsschuld ist durch den Bailout um €100 Mrd. gestiegen und hat sich zudem in der Qualität verschlechtert, da die Rettungs-Kredite gegenüber normalen Staatschulden bevorrechtigt zu sein scheinen.

    Logisch wäre da eine Erhöhung des von Spanien zu zahlenden Marktzinses gewesen. Stattdessen liegt dieser etwa auf dem Niveau der letzten Woche.

    Entweder man hat das Richtige getan oder der Markt hat die Situation noch nicht so ganz kapiert.


  6. Wer soll denn die spanischen Banken übernehmen? Die EU? Deutschland? Das kann doch nur der spanische Staat, denn der Club Med zetert schon die ganze Zeit über eine angebliche deutsche Diktatur.

  7.   JMQ

    @ M. Schieritz

    Hört sich erst mal gut an, aber was für politische Konsequenzen hätte das, wenn eine EU Behörde (und aus mediterraner Sicht Frau Merkel) die maroden spanischen Banken übernehmen würden?
    Wenn man so eine Bank abwickeln müsste? Wenn man Geld bei spanischen Schuldnern eintreiben muss? Wenn angeblich zu restriktive Kreditvergabestandards von spanischen Politikern als Hauptgrund für wirtschaftlichen Niedergang ausgemacht werden?

  8.   PBUH

    @Kuno Kuckuck

    Das ist es was die Ökonomen mit ihren tollen Lösungen von Anfang an nicht beachtet haben, politisch verleitet eine vergemeinschaftete Union noch stärker zum spielen des „Blame-Games“.

    Deutschland als Zahlmeister und Buhmann zugleich,weil man seit Jahrzehnten die eigenen Strukturen aus politischen Gründen nich ändern wollte/konnte.

    Hollande erzählt seinen Bürgern bald, ihr müsst nun doch 7 Jahre länger arbeiten, weil Deutschland das so will.

    Wer sich als Deutscher diese Union antut hat nicht mehr alle Tassen im Schrank.

  9.   keiner

    … aber wer lässt schon den Zahlmeister gehen? 😀

 

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