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Huch, die Zinsen steigen

 

Ok: Die Niedrige-Leitzinsen-Enteignen-Die-Sparer Fraktion um Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon haben argumentiert, die letzte Zinssenkung der EZB sei ein weiterer Beleg für Financial Repression. Lustig nur, dass die Renditen auf zehnjährige Staatsanleihen das nicht hergeben.

Grafik: Renditen 10-jähriger Bundesanleihen
Quelle: Bloomberg

Was sehen wir? Genau – seit der Zinssenkung steigen die Zinsen ziemlich stark an. Das hat mit Bernanke zu tun, aber auch damit, dass die Märkte ein wenig zuversichtlicher geworden sind, was die wirtschaftliche Entwicklung angeht. Blöd für alle, die jetzt Immobilien finanzieren wollen, aber gut für die Sparer.

Der aktuelle Leitzins ist eben nur ein Einflussfaktor. Wenn die Konjunktur nicht läuft und niemand Geld leihen will, sinkt der Preis des Geldes. Wenn sie anzieht, steigt er natürlich. Nicht nur deshalb sind niedrige Zinsen in einer schweren Krise im langfristigen Interesse der Sparer.

4 Kommentare

  1.   alterego

    @Schieritz
    Was haben denn die Zinsen für Staatsanleihen mit der Konjunktur zu tun. Die orienieren sich eher an der Risikoeinschätzung bezüglich der Bonität bzw. finanziellen Stabilität der öffentlichen Haushalte. Im konkreten Fall zeigt der Anstieg meines Erachtens, dass die Anleger die gestiegenen Risiken „honorieren“, die sich der deutsche Staat mit der sogenanten Eurorettung aufgehalst hat und weiter aufhalsen (lassen) wird.

  2.   Dietmar Tischer

    Andere Erklärung, die des vorherigen Kommentators ergänzend:

    … zeigt der Anstieg meines Erachtens, dass die Anleger vermehrt die gesunkenen Risiken honorieren, die aufgrund der erklärten UNLIMITIERTEN Ankaufspolitik für Staatsanleihen durch die EZB für die Peripherie mit der Zeit immer sichtbarer werden, so dass deren Staatsanleihen stärker und die des deutschen Staats weniger nachgefragt werden.

    Das heißt nicht, dass die Märkte zuversichtlicher geworden sind, was die WIRTSCHAFTLICHE Entwicklung anlangt. Es heißt, dass sie zuversichtlicher geworden sind, was das Ausfallrisiko von Anleihen der Peripheriestaaten betrifft.

    Ein Zusammenhang mit der letzten Leitzinssenkung ist für mich nicht erkennbar.

  3.   Wolfgang Waldner

    Für die Konjunktur ist nicht der Nominalzins relevant, sondern der Realzins. Das ist dem Publikum schwer zu vermitteln, welches bei einem Leitzins nahe Null eine expansive Geldpolitik vermutet. In der Regel haben wir bei Leitzinsen nahe Null aber fallende Immobilienpreise, sinkende Löhne und damit einen sehr hohen Realzins. Ganz logisch also, dass die gar nicht expansive Geldpolitk die Konjunktur nicht belebt.

    Die Sparer könnten sich eigentlich freuen, denn Immobilien in Spanien werden jedes Jahr billiger und wer noch mit dem Kauf seiner Finca am Strand wartet, der erhält für das Warten auch bei Null-Zinsen einen hohen Realertrag.

    Leider kapieren das die Sparer nicht. Man sollte also dringend für stark steigende Löhne in Deutschland sorgen und die für die Eurokrise verantwortliche Agenda2010 auf den Müll kippen und so die Konjunktur ankurbeln. Dann sind bei hohem Wachstum und hoher Inflation auch wieder ordentliche Nominalzinsen zu haben und die Sparer freuen sich auch.

  4.   Alex

    Gestern haben Rürup und Hickel ja sehr ausführlich auf Phoenix „Unter den Linden“ dargelegt, dass eine andauernde Niedrigzinsphase ein Problem darstellen würde – hingegen eine kurz- bis mittelfristig andauernde Niedrigzinspolitik für Versicherungen verkraftbar wäre.

    Empfehlenswert:
    http://podfiles.zdf.de/podcast/phoenix_podcasts/130527_phx_udl_414k_p20v9.mp4

    Bleibt die Frage nach Blasen, auch wenn Rürup da ebenfalls versuchte abzuwiegeln.

    Alex

 

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