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102. Prozesstag – Mutter von Uwe Mundlos sagt aus

 

Die Mutter des NSU-Mitglieds Uwe Mundlos, Illona Mundlos, sagt am Donnerstag in München aus. Mithilfe der Angaben von Eltern versucht das Gericht, Entwicklung und politische Einstellung der mutmaßlichen Terroristen nachzuvollziehen. Die vergangenen Vernehmungen waren allerdings stets an der Grenze zum Eklat – Siegfried Mundlos, der Vater, hatte in seiner Aussage anderen die Schuld an den Taten seines Sohnes gegeben und den Richter beleidigt.

Informationen aus der Verhandlung gibt es via Twitter hier. Eine Zusammenfassung des Prozesstages veröffentlichen wir am Abend auf diesem Blog. Weitere Berichte fassen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

3 Kommentare


  1. @Tom Sundermann

    Hinsichtlich der unendlichen „Pannenserie“ möchte ich auf eine weitere hinweisen, die merwürdigerweise nur in der Berliner Zeitung erwähnt wird:
    „(…) Seine erste Amtshandlung am Tatort war laut [Michael] Wenzel [Leiter der für Eisenach zuständigen Polizeidirektion Gotha], die Speicherkarte der Kamera eines Feuerwehrmannes zu beschlagnahmen.

    Der Mann hatte zu Dokumentationszwecken Aufnahmen im Inneren des Wohnmobils gemacht und damit die ersten Tatortfotos erstellt. Wenzel begründete sein Handeln damit, dass er eine Veröffentlichung der Fotos verhindern wollte. Ob die Speicherkarte je zurückgegeben wurde, konnte er nicht sagen. Auch hatte er keine Erklärung dafür, warum diese Fotos offenbar nicht in den Ermittlungsakten auftauchen. Tatsächlich sind die Aufnahmen des Tatorts bis heute verschwunden. (…)“

    http://www.berliner-zeitung.de/nsu-prozess/aussage-vor-dem-untersuchungsausschuss-polizist-wirft-neue-raetsel-im-nsu-fall-auf,11151296,26714544.html

  2.   the good kkkop

    @1 : Der Ticker zu der Vernehmung soll spätestens Morgen auf „Haskala“ freigeschaltet werden.
    Der Autor des Artikels in der BZ, Andreas Förster, ist anscheinend der einzige Journalist der sich bisher für das Wohnmobil interessiert hat. Der hat sich auch schon mal die Tatortfotos angesehen, hier ist der Artikel dazu :
    http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.ermittlungsakten-nsu-ermittlung-begann-mit-panne.1e136813-0ddd-436b-9e2c-ebb7dbaa963d.html
    Demnach müsste Mundlos von unten erschossen worden sein, was wohl der offiziellen Darstellung widerspricht, und Förster weist darauf hin das der Zustand eines Rucksacks, in dem gut einen Monat später mehrere Bekenner-DVD’s entdeckt wurden, nicht zu den Umständen, also dem Feuer/der Verpuffung passt.
    Ausserdem sollen laut Förster 7 Waffen gefunden worden sein, wie in anderen Aufzählungen mit Angaben zum jeweiligen Fundort fehlt ein Revolver, der beim Banküberfall zuvor verwendet worden sein soll( der Melcher, bei dem erwähnten handelt es sich um den Alfa-Proj ).
    Die Angaben des Polizisten Ronald Kö., der vor Gericht gehört wurde( 77.Verhandlungstag ), passen übrigens zu denen, die Michael Menzel laut BZ vor dem Ausschuss machte. Erst soll die Waffe von Kiesewetter gefunden worden sein, dann verfrachten sie das Wohnmobil in eine Halle, dann werden die anderen gefunden. Obwohl die angeblich alle offen herumgelegen haben sollen( ausser einem Revolver ). Und beim Transport müsste dann alles im Fahrzeug rumgerutscht sein…

  3.   Optimist

    @Wischof Bixa
    Danke für diese sehr interessante Tatsache, die mir bisher bei der Internet-Recherche entgangen ist. Viele auch frei verfügbare Informationen zeichnen ein eigenartiges Bild der Vorgänge in Eisenach. Bei bild.de ist beispielsweise seit dem Ereignis ein sehr früher Bericht eines Leser-Reporters verfügbar:
    http://www.bild.de/news/leserreporter/bankueberfall/brennendes-wohnmobil-bankraub-20857504.bild.html
    , in dem ein Nachbar von der dritten Person berichtet, die das Wohnmobil fluchtartig verlassen hat.
    „Eine Nachbar berichtet, dass eine Person aus dem Führerhaus kletterte und die Flucht ergriff.“
    Das in dem Bericht gezeigte Foto ist während der Löschung des Brandes, also sehr früh, aufgenommen und zu diesem Zeitpunkt ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Fotos, Berichte etc. von zufällig anwesenden Bürgern, Nachbarn, stammen und unvoreingenommen sind. Es wusste ja noch niemand, um wen es sich handelt und dass es einen Zusammenhang zu den Ceska-Morden und dem Polizistenmord von Heilbronn geben könnte.
    Die Sonderbarkeiten um das Wohnmobil in Eisenach enden nicht mit der 3. Person. Es gibt auch jede Menge Ungereimtheiten im Hergang des Doppel(selbst)mordes, von der verwendeten Waffe (eine sehr lange Winchester Pumpgun ist nicht sehr praktisch für einen Selbstmord im Wohnmobil) bis zu den gefundenen 2 Patronenhülsen. Mit dem Nachbarn und dem Feuerwehrmann, dem die Bilder abgenommen worden sind, müsste man reden, um sich ein Bild zu machen, was wirklich dort abgelaufen ist. Es ist erschreckend, wie wenige deutsche Journalisten sich solche Mühe in so einem brisanten Fall gemacht haben und darüber auch berichten. Die Polizei (evtl. mit Unterstützung der Geheimdienste) kann das Bild über den Tathergang praktisch allein produzieren, und die Zeitungen berichten anschließend allein auf dessen Grundlage, als seien es unumstößliche Tatsachen. Dabei zeigen sich schon schlimme Risse im Bild, wenn man als Amateur mit reiner Internet-Recherche ganz leicht an der Oberfläche kratzt.
    Übrigens: der von Ihnen erwähnte Polizist Wenzel soll gut bekannt sein mit dem Onkel von Michelle Kiesewetter. Der Onkel ist ein Thüringer Polizist, der schon wenige Tage nach ihrem brutalen Tod einen Zusammenhang mit den Ceska-Morden gesehen hat. Als Wenzel beim Wohnmobil auftauchte, war also womöglich wirklich Schluss mit dem Unwissen über die großen Zusammenhänge, und er hat blitzschnell daran gearbeitet, dass unabhängige Fotos und Berichte möglichst minimiert wurden. Nobody is perfect.

 

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