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114. Prozesstag – Der Tod der Terroristen Mundlos und Böhnhardt

 

Am Mittwoch befasst sich das Gericht erstmals mit dem Ende des NSU: dem Tod der beiden Neonazi-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt am 4. November 2011 in Eisenach. Nach einem Banküberfall waren sie mit Mountainbikes geflüchtet und hatten sich in einem Wohnmobil verschanzt. Wenig später war das Fahrzeug in Flammen aufgegangen. Polizisten fanden darin die Leichen von Mundlos und Böhnhardt. Der Tathergang dieser letzten Minuten wurde zwar rekonstruiert, dennoch gibt es noch Ungereimtheiten: Laut Bundesanwaltschaft erschossen sich die beiden, um der Festnahme zu entgehen. Dabei soll Mundlos zunächst Böhnhardt und dann sich selbst erschossen haben. In diesen letzten Sekunden sollen sie demnach das Wohnmobil in Brand gesteckt haben.

Der erst kürzlich öffentlich bekannt gewordene Bericht des Gerichtsmediziners, der die Leichen der beiden obduzierte, hatte noch einmal die Frage aufgeworfen, ob die Tatrekonstruktion stimmig ist. Der Mediziner sagt nun als Zeuge aus. Zudem sind mehreren Polizeibeamte geladen.

Informationen aus der Verhandlung gibt es via Twitter hier. Die Berichte darüber fassen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

3 Kommentare


  1. Ich habe sehr lange zu den den tödlichen Ereignissen in Eisenach 2011 recherchiert. Wenn man bei den Fakten bleibt, wenn man sich an das Handwerkszeug der „kriminaltechnischen Fallanalyse“ hält, dann ist die Selbstmordversion die unwahrscheinlichste: http://wolfwetzel.wordpress.com/2014/05/05/das-gestellte-ende-des-nsu-selbstmord-aus-dritter-hand/

    Mögen die LeserInnen selbst entscheiden.

    Wolf Wetzel

  2.   akomado

    Sehr geehrter Herr Wetzel – ich danke Ihnen und einigen anderen wie Georg Lehle, Thomas Moser, Andreas Förster für ihre unermüdliche Wahrheitssuche. Zumal es frustrierend ist, bei den etablierten Medien, Staatsvertretern und der Justiz immer wieder nur auf die schweigende Wand zu stoßen. Omertà, nichts weiter sonst.

  3.   the good kkkop

    So steht es im der dazugehörigen Ticker-Meldung aus, die die Zeit übernommen hat :
    “ Im NSU-Prozess hat ein Rechtsmediziner Spekulationen entkräftet, beim Tod von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt müsse noch eine dritte Person im Spiel gewesen sein. Auch wenn bei den Obduktionen keine solchen Hinweise gefunden wurden: Es sei nicht auszuschließen, dass die beiden kurz vor ihrem Selbstmord noch Rauchgas eingeatmet haben… “
    http://www.zeit.de/news/2014-05/21/prozesse-nsu-tod-von-mundlos-und-boehnhardt-beschaeftigt-gericht-21072802
    Erst heisst es gut zwei Jahre lang, Russpartikel in der Lunge seien der Beweis dafür das Mundlos Böhnhardt und dann sich selbst erschossen hat. Nun gibt es diesen Beweis zwar nicht, aber da man es trotzdem nicht ausschliessen kann wird nun das Fehlen dieses Beweises zum Beweis dafür das es wohl so gewesen sein muss. Denn die Spekulationen sind ja nun entkräftet, dadurch das der Rechtsmediziner nichts weiss.

 

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