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125. Prozesstag – Aliasgeber Matthias D. und Böhnhardts Bruder

 

Für das untergetauchte NSU-Trio war Matthias D. ein unschätzbarer Helfer: Er lieh den dreien seine Identität, mit der sie unerkannt ein bürgerliches Leben führen konnten. Auf seinen Namen mieteten Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt mehrere Wohnungen, auch bei der letzten Unterkunft in der Zwickauer Frühlingsstraße stand sein Name auf dem Klingelschild. Für die heikle Aufgabe hatte ihn offenbar der Mitangeklagte André E. gewonnen. Am Mittwoch ist D. als Zeuge geladen.

Weil gegen ihn ein Ermittlungsverfahren läuft, wird er sehr wahrscheinlich die Aussage verweigern – anders als bei der Polizei: Im Anschluss ist ein Beamter geladen, der D. nach Auffliegen des NSU im November 2011 vernommen hatte.

Zuletzt tritt als Zeuge Jan Böhnhardt auf, Bruder des NSU-Mitglieds Uwe Böhnhardt. Von ihm werden Erkenntnisse zum Werdegang des Rechtsextremisten erwartet. Jan Böhnhardt hat mittlerweile selbst eine Familie gegründet, er hatte den Erkenntnissen zufolge nie Kontakte ins rechte Milieu.

ZEIT ONLINE berichtet aus München und fasst den Prozesstag am Abend auf diesem Blog zusammen. Informationen aus der Verhandlung gibt es via Twitter hier. Weitere Berichte stellen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

 

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