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Kameras blicken in den NSU-Alltag – Das Medienlog vom Donnerstag, 28. Juni 2014

 

Die Bilder wirken banal – doch sie kommen den drei Mitgliedern des NSU näher als alle anderen Beweisstücke: Das ARD-Magazin Fakt hat erstmals Bilder der Überwachungskameras gezeigt, mit denen das Trio seinen Unterschlupf in der Zwickauer Frühlingsstraße sicherte. Das Material zeigt nicht nur, wie Zschäpe mit Einkaufstüten heimkommt oder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt Kartons tragen – auch das Wohnmobil, mit dem die beiden Männer 2011 zu ihrem letzten Banküberfall aufbrachen, ist zu sehen.

An jedem Werktag sichten wir für das NSU-Prozess-Blog die Medien und stellen wichtige Berichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

Die Aufnahmen hatten Ermittler auf einer Festplatte des NSU sichergestellt. Ein Abschnitt aus dem Material dürfte für den Prozess sehr bedeutend werden: Dort ist Matthias D. zu sehen, der die Wohnung auf seinen Namen gemietet hatte. Er hatte das Verhältnis zu den dreien stets als oberflächlich beschrieben. Bilder vom Dezember 2010 zeigen allerdings, wie Zschäpe ihn herzlich umarmt. „Die Videos lassen Zweifel an der Darstellung von D.“ aufkommen, schließt das Magazin daraus. Das Material deute eine „große Vertrautheit“ an, auch Mundlos und Böhnhardt seien mit D. „ausgesprochen freundschaftlich“ umgegangen, schreibt Jörg Diehl auf Spiegel Online.

Das nächste Medienlog erscheint am Freitag, 29. August 2014.

12 Kommentare

  1.   the good kkkop

    Es ist offensichtlich das Matthias D gelogen hat, als er erklärte er kenne die drei nicht näher, und er sei nicht rechts. Seinen Besuch kann man sich bei 4:25 ansehen, und seine Devotionalien-Sammkung bei 6:10. Ich denke man sollte das schon wissen, wenn ein Zeuge falsche Angaben macht.
    Zur Wohnung kommt was bei 3:00. Wieso auch immer, ein bischen einen Überwachungsfimmel hatten die drei jedenfalls.
    http://www.mdr.de/fakt/video218808.html

  2.   Sigi

    Es mag sein, dass diese Aufnahmen den drei sehr nahe kommen. Nur: Was beweisen sie? Dass die drei dort mal zusammen waren? Dass jemand Klopapier und Wäsche dort gehandhabt hat? Sie beweisen NICHT, dass dort eine Terrororganisation namens NSU ansässig war, sie beweisen NICHT, dass es sich bei den zu sehenden Leuten um MITGLIEDER einer solchen Organisation handelt und sie beweisen NICHT, dass Herr D. Kenntnis von jenen Straftaten hatte, die den drei zur Last gelegt werden.
    Genau diese Aussagen insinuieren Sie aber mit dieser scheinbar harmlosen Presseschau. Das ist Demagogie und verstößt in krasser Weise gegen die gebotene Unschuldsvermutung.

 

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