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Die hohen Kosten der Gerechtigkeit – Das Medienlog vom Donnerstag, 19. Februar 2015

 

Das NSU-Verfahren sprengt alle Dimensionen – auch in finanzieller Hinsicht: Jeder Prozesstag habe bislang 150.000 Euro, die Verhandlung insgesamt 30 Millionen Euro gekostet, teilte der Präsident des Oberlandesgerichts München, Karl Huber, mit. Gerichtssprecherin Andrea Titz sagte der Nachrichtenagentur dpa, damit könnte es der teuerste Prozess aller Zeiten in Bayern werden. Ein hoher Kostenfaktor sind laut Huber die zahlreichen Anwälte der Nebenkläger. Er forderte, ihre Zahl vom Gesetzgeber beschränken zu lassen.

An jedem Werktag sichten wir für das NSU-Prozess-Blog die Medien und stellen wichtige Berichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

Das nächste Medienlog erscheint am Freitag, 20. Februar 2015.

7 Kommentare

  1.   Hr. Schulz

    Dann ist der Antrag auf Ausschluss gar nicht so falsch gewesen. Hauptsache es gibt dann für alles mehr als eine Begründung, damit der Richter auch eine kleine Auswahl hat, bevor er das Urteil fällt, welches dann wenigstens Geld wert ist.

    MFG

  2.   fliegenklatsche

    Mich wundert es eh wo soviel Nebenkläger her kommen können.
    Es gab 30 Verletzte beim Anschlag in der Keupstraße und 10 Mordopfer
    die teilweise von gleichen Anwälten vertreten werden, dann die Überfälle wo doch eigentlich die gleichen interessen vertreten werden.

    Der Klemke kniff mit dem Rechtsbeistand für Zeugen macht es ja auch nicht einfacher.

    Bleibt nur das hoffen das es irgendwann ein Urteil gibt.

  3.   Karl Müller

    Einfach: Kein Strengbeweis=kein Rechtsstaatliches Urteil.

    Abwarten wie lange es dauert diese zu erkennen.

  4.   Hr. Schulz

    Das dauert solange bis der Gesinnungsnebel am dichtesten ist und das Racheriff zum Auflaufen einlädt.

    MFG

  5.   Peter

    Aber Herr Müller, zu einfach.
    Auch ohne Beweise kann doch das eine oder andere Urteil gefällt werden, muss ja kein Schuldspruch sein.

  6.   Optimist

    „Die hohen Kosten der Gerechtigkeit.“
    Die grotesken Kosten sind Fakt, die Gerechtigkeit ist weiterhin nur eine Behauptung.
    Und die Glaubwürdigkeit dieser Behauptung hat bereits erheblich gelitten: die Täterschaft keines einzigen Mordes wurde Böhnhardt und Mundlos nachgewiesen, selbst die Tatwaffe Ceska wurde nicht aus dem Nebel geholt. Die Beweisaufnahme zu ihrem eigenen Tod erfüllt nicht einmal die Standards, die bei einem Feld-Wald-und-Wiesen-Todesfall überall sonst im Land eingehalten werden.


  7. Zu den “hohen Kosten der Gerechtigkeit” trägt demnächst ein ganz hochkarätiger Zeuge bei: Hessens Ministerpräsident Bouffier,
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article137696631/Hinweise-auf-Verstrickung-des-Verfassungsschutzes.html

    Am Freitag gab es nämlich neue Beweisanträge der Hinterbliebenen von Halit Y., 2006 Mordopfer im Kasseler Internet-Café – und das letzte Opfer der Ceska-Serie.

    Verfassungsschützer Andreas T., der bekanntlich schier über die Leiche bzw. den Sterbenden gestolpert sein muss, aber rein gar nichts bemerkt haben will und sich dann als einziger Zeuge davonschlich, soll nach Angaben der Anwälte vorab „konkrete Kenntnisse von der geplanten Tat, der Tatzeit, dem Tatopfer und den Tätern“ gehabt haben.
    Dies gehe aus der erneuten Auswertung der abgehörten Telefongespräche von T. hervor, dessen Anschlüsse vom 19. April 2006 bis zum 23. September 2006 von der Polizei überwacht wurden.

    Insgesamt seien die „Angaben des Zeugen T. gesteuert und nicht glaubhaft“, so die Anwälte. Die Beweiserhebung werde ergeben, dass die „seinerzeit durchgeführten Ermittlungen politisch nicht gewollt waren und unterbunden wurden“, heißt es in einem Beweisantrag.

    Letzteres hatte ich bisher für „gerichtsbekannt“ gehalten (an Berichten in den Medien ist ja wahrlich kein Mangel) – aber gut, vielleicht bringt die Beweisaufnahme aufschlussreiche Details.
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    Editiert. Schreiben Sie bitte keine Namen aus, die im Artikel abgekürzt sind.

 

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