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203. Prozesstag – Gericht untersucht ersten Überfall des NSU

 

In dieser Prozesswoche hat der Strafsenat erstmals wieder drei Prozesstage angesetzt. Am Montag geht es dabei um den Überfall auf einen Supermarkt in Chemnitz am 18. Dezember 1998 – der erste Raub, der dem NSU zugeschrieben wird. Laut Anklage bedrohten Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt eine Kassiererin mit einer Pistole und erbeuteten rund 30.000 DM. Als ihnen bei der Flucht ein 16-Jähriger folgte, schossen die Täter auf dessen Kopf und Brust. Zu der Tat hört das Gericht zwei Kassiererinnen und einen Ermittler.

Weiteres Thema ist der Überfall auf eine Postfiliale in Chemnitz von 2000, dem vierten Überfall des NSU. Dazu sagen zwei Betroffene und zwei Polizisten des Bundeskriminalamts aus.

ZEIT ONLINE berichtet aus München und fasst den Prozesstag am Abend auf diesem Blog zusammen. Informationen aus der Verhandlung gibt es via Twitter hier. Weitere Berichte stellen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

2 Kommentare

  1.   Paul

    „schossen die Täter auf dessen Kopf und Brust.“
    Bekannt ist zunächst nur, dass die Täter 2 Schüsse abgaben.

    “ Auf der Flucht mit dem Geld wurde das Duo von einem 16-Jährigen verfolgt, der den Überfall beobachtet hatte. Die Räuber schossen auf den Jugendlichen, die Kugeln verfehlten aber ihr Ziel. …
    Es seien zwei Schüsse abgefeuert worden, dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) habe die Tat durch später gefundene Patronenhülsen zugeordnet werden können.“
    an verschiedener Stelle doumentierte Meldungen zur Sache

  2.   Karl Müller

    @ 1. solche „Aussagen“ passen zur Qualität des Verfahrens.

    Grundsätzlich gilt: „Die Wirkung eines Schusses ist nur nach dessen Abgabe zu beurteilen“, d.h. also wenn das Ziel getroffen wird und die Schädigungen überprüfbar sind.

    Wenn jemand sagt: „..wurde auf.. und.. geschossen“, dann bedeutet das nichts, denn es gibt keine Treffergarantie wie in solchen sachverhaltsentstellenden Aussagen suggeriert wird.

    Das ein Beschossener erkennen können will, das und wie auf ihn gezielt wird ist absurd!

 

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