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NSU-Zeuge will Nebenkläger werden – Das Medienlog vom Mittwoch, 19. August 2015

 

Der Kreis der Nebenkläger im NSU-Prozess könnte demnächst größer werden: Der Zeuge Falko K., der den ersten Überfall des NSU auf einen Chemnitzer Supermarkt beobachtet hatte, will sich dem Verfahren anschließen. Das berichten die Nachrichtenagentur dpa und die Freie Presse. K. hatte bei seiner Vernehmung im Juni ausgesagt, bei der Tat im Jahr 1998 habe er drei Männer aus dem Geschäft rennen sehen. Die Bundesanwaltschaft war bislang der Ansicht, bei den Tätern habe es sich um ein Duo gehandelt: die NSU-Mitglieder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt.

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Fragen werfen derzeit Ermittlungen nach dem Auffliegen des NSU auf: Den Untersuchungen des Generalbundesanwalts zufolge erschossen sich Mundlos und Böhnhardt am 4. November 2011 in dem Wohnmobil, mit dem sie nach einem Banküberfall durch Eisenach geflüchtet waren. Das Fahrzeug steckten sie demnach in Brand. Unklar ist jedoch, ob im Anschluss ein Experte, ein sogenannter Brandursachenermittler, das Wohnmobil untersuchte. Das berichtet die dpa unter Berufung auf ein Schreiben der Polizei an das Thüringer Innenministerium. Demnach sicherte ein Beamter aus Baden-Württemberg gemeinsam mit den Thüringern Spuren am Wohnmobil. Bislang habe sich jedoch nicht ermitteln lassen, ob es sich bei ihm um einen Brandsachverständigen handle.

Das nächste Medienlog erscheint am Donnerstag, 20. August 2015.

11 Kommentare

  1.   Karl Müller

    Spannendn, aber was will der „Zeueg“ eigentlich?

    Er kann ja nicht einmal belegen das auf ihn tatsächlich mit einer erlaubnispflichtigen Schusswaffe geschossen wurde…

  2.   Peter

    Beweis – braucht man nicht – schließlich sagt er es doch selbst … allerdings arg matrix-like
    „Die erste Kugel verfehlte knapp Falko K.s Kopf, die zweite seine Brust, wie er im Prozess schilderte. Vorm dritten Projektil sei er in Deckung gegangen, mit einem Sprung hinter ein Auto.“ s. Link Freie Presse

    Ihm wird wohl nun nach einiger Zeit klar geworden sein, dass das Trauma der Anwesenheit am Ort des Banküberfalls sein ganzes Leben beeinträchtigt hat, auf was sonst will er klagen.
    Allerdings etwas fraglich, da er selbst den Tätern nachrannte und sich damit in gefahr brachte.

  3.   Karl Müller

    Super! Soweit ich mich erinnere, wurden doch auch hier weder Projektile aufgefunden noch beschossene Hülsen sichergestellt?

  4.   bekir_fr

    „Im Laden selbst hatten die überfallenen Kassiererinnen nur zwei Täter gesehen.“ (Freie Presse)

    Die „drei Männer“, die der Zeuge / angehende Nebenkläger laut ZON „aus dem Geschäft rennen“ gesehen haben will, sind im Originalbericht nämlich drei Personen, die vom Eingang weggerannt sein sollen, eine davon angeblich mit hoher Stimme.

    Jedoch: „Dass es sich um Beate Zschäpe gehandelt habe, sei nicht auszuschließen, wenn auch nicht wahrscheinlich, sagte Opferanwalt Alexander Hoffmann im Prozess.“
    Spannend, wie das wohl vom OLG eingestuft werden wird: Hat die schweigende Zschäpe eine hohe Stimme und reicht das als Indiz? Oder wird das im Rahmen der ihr ganz allgemein angelasteten Uwe-Mittäterschaft mit reingepackt, obwohl evtl. der „echte 3. Mann“ unbekannt ist und noch frei rumläuft?

    Der Zeuge / angehende Nebenkläger „sorgte für jene Patronenhülsen am Tatort, die die Ermittler im November 2011 mit acht Hülsen aus dem Brandschutt des letzten NSU-Unterschlupfs in Zwickau vergleichen konnten. Alle waren mit derselben Waffe abgefeuert worden.“ Immerhin was.

    Aber wer hat eigentlich die „Supermarkt“-Patronen aufbewahrt?
    „Der wegen Aktenvernichtung über Jahre verschollene und erst über Nachermittlungen wiedergefundene Zeuge“ wohl kaum. Aber vernichtet eine Behörde Ermittlungsakten und bewahrt danach die zugehörigen Asservate („schriftlos“?) noch auf oder läuft das sinnvollerweise nicht eher umgekehrt oder wenigstens parallel?


  5. Zitat
    Jedoch: „Dass es sich um Beate Zschäpe gehandelt habe, sei nicht auszuschließen, wenn auch nicht wahrscheinlich, sagte Opferanwalt Alexander Hoffmann im Prozess.“
    Spannend, wie das wohl vom OLG eingestuft werden wird: Hat die schweigende Zschäpe eine hohe Stimme und reicht das als Indiz? Oder wird das im Rahmen der ihr ganz allgemein angelasteten Uwe-Mittäterschaft mit reingepackt, obwohl evtl. der „echte 3. Mann“ unbekannt ist und noch frei rumläuft?

    War der dritte Täter da nicht ein kleiner etwas untersetzter Blonder Junger Mann?
    Und war es nicht eine Schreckschuss Waffe von der niemand wusste das es eine war?
    Und wusste der „dritte“ Mann wohl gar nicht was die beiden an dem Tag da vor hatten?

    Sorry ZO, aber wenn ich sowas lese…

  6.   Karl Müller

    @ 5. Mutig,

    war das ein „Mitarbeiter“ für den Sie da in die Bresche springen?

  7.   bx16v

    Wie bitte!
    Höre ich richtig das es nicht protokolliert ist wer die Untersuchung am Tatort in dem Wohnmobil vornahm?
    Die Tatortermittler sind die wichtigsten Zeugen bei der Aufklärung eines Kapitaldeliktes!
    Was sagen denn die Verteidiger zu solcher Stümperei?
    Das wird ja immer abstruser!


  8. @6
    Wenn Sie das meinen.
    denke schon, aber es ist nur mal wieder die Wahrheit und kein sprung.

    Die Wahrheit scheint mir ja manchmal etwas unbeliebt zu sein,
    da wird es besser zu sein abzuwarten.
    Man muss auch echt abstrakt denken können um die wahrheit zu erkennen.

  9.   Peter

    „aber es ist nur mal wieder die Wahrheit “
    Nein, Nr. 5 enthält keine „Wahrheit“, nur irgendwelche wilden Fragereien.

    „Man muss auch echt abstrakt denken können um die wahrheit zu erkennen.“
    Nein, man muss nicht „auch echt abstrakt denken können um die wahrheit zu erkennen“.

  10.   Karl Müller

    @ 8

    nö, ich gebe lediglich Ihren Ausführungen nach. Was Sie dabei so verbreiten steht oft diametral der Aktenlage entgegen.

    Welche Schlüsse ziehen Sie daraus? Was nicht bedeutet ich hielte alles für falsch was Sie hier beitragen! Nur manches davon kenne ich aus der öffentlichen Diskussion eher nicht.

 

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