‹ Alle Einträge

Aussage von Zschäpes Mutter widerspricht Gutachter – Das Medienlog vom Donnerstag, 25. Mai 2017

 

Beate Zschäpes Mutter Annerose war am Mittwoch zum zweiten Mal im Zeugenstand. Sie beantwortete keine Fragen, gab aber, anders als bei ihrer ersten Aussage, das Protokoll einer früheren Befragung durch die Polizei frei – als Munition für das Gutachten von Zschäpes Wunschgutachter Joachim Bauer.

Zschäpe hatte mit Bauer über ihre schwierige Kindheit gesprochen. „Was Annerose Zschäpe dem Polizeibeamten sagte, klingt indes nicht halb so dramatisch“, bilanziert Julia Jüttner auf Spiegel Online. Sie schilderte die Tochter etwa als äußerst durchsetzungsfähig, während Bauer bei der Angeklagten eine dependente (abhängige) Persönlichkeitsstörung diagnostizierte.

An jedem Werktag sichten wir für das NSU-Prozess-Blog die Medien und stellen wichtige Berichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

„Bauers Gutachten wird immer fragwürdiger“, urteilt auch Ina Krauß vom Bayerischen Rundfunk. Der Eindruck wurde gestützt durch Bauers Verhalten nach den deutlich negativen Reaktionen auf seine Gutachtenerstattung: Er sandte eine E-Mail an die WeltN24-Gruppe, in der er einen „exklusiven Beitrag“ anbot und den NSU-Prozess als „Hexenverbrennung“ bezeichnete, in dessen Folge er „angegriffen und weggeschossen“ worden sei.

Zuvor hatten Opfervertreter der Familie von Halit Yozgat einen Befangenheitsantrag eingebracht. Wir auf ZEIT ONLINE geben dem Antrag gute Chancen: „Kommt er durch, helfen Zschäpe auch die Angaben ihrer Mutter nichts mehr.“ Bei diesen handelte es sich demnach um „die Geschichte eines Abstiegs“. Was Bauer daraus machte, war jedoch ein „reiner Entlastungsversuch auf extrem dünner Datenbasis“.

„Mit seiner Mail hat Bauer seine Arbeit nun selbst desavouiert“, meinen Annette Ramelsberger und Wiebke Ramm von der Süddeutschen Zeitung. Dies sei auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass seine Beschäftigung mit Zschäpes Kindheit „durchaus beachtenswert“ sei. Nun rechne jedoch der Großteil der Prozessbeteiligten damit, dass der Befangenheitsantrag Erfolg hat.

Das nächste Medienlog erscheint am Montag, 29. Mai 2017.

9 Kommentare

  1.   PLA-Sachsen

    Beide Gutachten sind dann und NUR DANN relevant, wenn die Schuld Zschäpes objektiv festgestellt ist, was wiederum die objektive Feststellung der Täterschaft von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt voraussetzt.

    Nachdem diese Täterschaft NICHT beweiskräftig festgestellt ist, kann man ohne jeden Vorbehalt konstatieren, daß beide Gutachten vollkommen irrelevant sind.

    Daß trotzdem die gesamten Mainstreammedien, soweit sie sich für den Fall noch interessieren, sich mit den Gutachten so befassen, als ob es in einem Rechtsstaat auf sie ankommen würde, halte ich für einen zum Himmel schreienden Mangel an rechtsstaatlichem Bewußtsein.

  2.   fliegenklatsche

    Zum einen sprechen alle indizien ausnahmslos für eine Mitschuld der zschäpe es spricht wenn überhaupt gar nicht gegen eine Unschuld der beiden Uwes und wissen wir denn wirklich alles was in den akten steht?

    So ein Gutachten zeigt doch schon was leute denken die sich mit sowas mehr befasst haben als irgendwelche interesierten mit gefährlichen halbwissen.

    Das es die Zschäpe nicht immer leicht hatte zeigt oder erklärt dann doch nur das es so war wie es geschilder wurde, ein normaler mensch ist doch sicher nicht zu soetwas bereit zu tun.

    Ich denke da ist schicht im schacht, es reicht was gesagt werden musst ist gesagt, es wird doch nur noch mit schmutz geworfen anstatt sich mal mit fakten zu beschäftigen.

  3.   izquierd

    @fliegenklatsche

    „Zum einen sprechen alle indizien ausnahmslos für eine Mitschuld der zschäpe es spricht wenn überhaupt gar nicht gegen eine Unschuld der beiden Uwes und wissen wir denn wirklich alles was in den akten steht?“

    Soso, es spricht also „gar nicht[s] gegen eine Unschuld der beiden Uwes“. Eine wirklich bizzare und erstaunliche Interpretation der Fakten:
    An den 27 Tatorten der dem NSU vorgeworfenen Straftaten (Banküberfälle + Mordeserie) konnten keine Fingerabdrücke +DNA-Spuren (!) von Mundlos/Böhnhardt nachgewiesen werden. Des Weiteren kommt noch hinzu, dass auch (!) an den in Eisenach und Zwickau gefundenen relavanten Wafffen, die ja überhaupt erst den Bezug zu der Mordserie hergestellt haben, keine Fingerabdrücke und DNA-Spuren von Mundlos/Böhnhardt (!) gefungen werden konnten.
    Die Doppelselbstmord-Version von Mundlos/Böhnhardt, die die GBA vertritt, wird nicht durch die bisher bekannten Fakten gestützt. Die bisher bekannten Fakten sprechen sogar ganz klar gegen diese Version. Ich verweise hier einmal einfach auf den 1. Abschlussbericht des PUA in Thüringen zum NSU – das kann man dort alles nachlesen. Eigentlich wird dort ziemlich klar dargelgt, dass die Version der GBA so nicht stimmen kann.
    Aber schon klar, es gibt keine Indizien und Beweise, die die Version der GBA und somit die Täterschaft des Trios in Frage stellen…

    Welche Fakten – es steht da eigentlich fast nur das Postulat der GBA, sprechen noch für die These der GBA?! Also, ich sehe da fast nichts mehr…

  4.   PLA-Sachsen

    Liebe fliegenklatsche,

    die von Ihnen offenbar vermutete „Mitschuld der zschäpe“ spricht also („wenn überhaupt“) gar nicht gegen eine Unschuld der beiden Uwes???????

    Und „so ein Gutachten“ zeigt, Ihrer Meinung nach, „was solche leute denken die sich mit sowas mehr befasst haben als irgendwelche interessierten mit gefährlichen halbwissen“??????

    Ich will nicht unhöflich sein, aber ich halte Ihren Beitrag für unangemessen, und zwar sowohl im Hinblick auf den Ernst der rechtsstaatlichen Problematik, um die es hier geht, als auch im Hinblick auf das Verlangen der Prozeßbeteiligten nach der Wahrheitsfindung einerseits und einem fairen Verfahren andererseits.

    Und ich meine es keineswegs polemisch, sondern sehr ernst, wenn ich Sie jetzt folgendes frage: Wollen Sie das Niveau dieses Blogs bewußt herunterziehen, um dadurch kritische Beiträge zu entwerten?

  5.   bx16v

    #Fliegenklatsche
    Wir ALLE sind per se SCHULDIG?
    Wer seine Unschuld nicht beweisen kann hat dann Pech gehabt?
    Von welcher Schuld sprechen Sie?
    Von der allgemeinen Erbschuld?
    Solches gehört allerdings in den spirituellen Bereich.
    Vor Recht und Gesetz und insbesondere vor Gericht gilt immer noch die UNSCHULDSVERMUTUNG!
    Die Anklage muss dem Beschuldigten „hieb-und stichfest“ das vorgeworfene Verbrechen nachweisen und das Gericht von der Schuld mittels Strengbeweisen überzeugen.
    Ansonsten gilt:
    „Im Zweifel für den Angeklagten!“
    5 Jahre Procedere müssen reichen um den beiden Hauptangeklagten, Mundlos und Böhnhardt, die vorgeworfenen Verbrechen nachzuweisen!
    Nach der letztinstanzlichen Verurteilung ist dann die Aburteilung von überführten Mitwissern und evtl. Beihelfern zeitnah zu absolvieren.
    Und zwar nicht in Stellvertretung für die wegen ihre Ablebens nicht mehr Greifbaren,
    sondern nach dem vorgeschriebenem Strafrahmen!

  6.   bx16v

    Jeder der mit solchen Gutachten befasst ist weis das man alles mögliche in einen Menschen hineininterpretieren kann!
    Bei solch schwerwiegenden Anklagepunkten wie Mitwisserschaft bei Serienmorden können solche Gutachten NACH der gerichtsfesten Überführung der Angeklagten für die Urteilsfindung des erkennenden Gerichtes hilfreich sein.
    Gutachten ersetzen aber KEINESFALLS die saubere Ermittlungsarbeit der Kriminaler, die Vorlage von Strengbeweisen durch die Staatsanwaltschaft und die Überzeugung der Richter das der Tatnachweis unwiderlegbar erbracht ist!
    Gerade im Falles des ermordeten Computer Laden Betreibers befand sich doch zur Tatzeit NACHWEISLICH und UNSTREITIG ein weiterer Verdächtiger am Tatort.
    Der zudem nicht nur bewaffnet sondern auch noch an Schusswaffen geübt war.
    Dagegen fanden sich speziell an diesem, wie auch an sämtlichen anderen in Frage kommenden Tatorten, keinerlei Spuren der beiden vermuteten Haupttäter Böhnhardt und Mundlos.
    Das sich die wegen Mitwisserschaft Angeklagten an einem der Tatorte aufgehalten haben könnten behauptet noch nicht einmal die Anklagebehörde!
    Kurz gesagt ist es in den Jahren der Ermittlungstätigkeit und den 5 Prozess Jahren nicht gelungen eine Verbindung der Verdächtigen zu den Mordtaten stichhaltig nachzuweisen!

  7.   fliegenklatsche

    Ich will und wollte nie das Niveau diese Blogs herrunterspielen oder ziehen.

    Mir zeigt es das die öffentlichkeit anschend wirklich noch nicht alles weis was geschehen ist, und was wahr ist und was nicht und wie was bewiesen werden kann.

    Es geht auch um SCHUTZ anderer die es nicht wollten.

    Jeder will immer nur eine verurteilung der Täter, im grunde ja auch richtig, aber man sollte auch nie vergessen warum es zu soetwas gekommen ist.
    Nicht jeder Täter ist sofort ein freiwilliger täter mit vollen wissen über das was um ihn herrum passiert.

    Man draf die Opfer nicht vergessen, aufklärung muss sein um abzuschießen können, aber das ist für alle beteiligten die es nicht wollten schwer.

    Die Mordwaffen waren bekannt die waffen wurden bei den tätern gefunden, die Täter sind an einem tatort gesehen worden und es gab noch weitere indizien die sie unmittelbar belasten auch zeugen, was soll da für ihre unschud sprechen.

    Nur weil einem PUA informationen fehlen heist es nicht das sie mit ihrer arbeit richtig liegen.
    ich will nicht sagen das sie fehler machen, oder schlampig arbeiten, aber ohne hintergrundwissen über die szene das tun der beteiligten deren motivation und wahrscheinliches unwissen und fehlenden überblick kann man nur rätselraten.

    zudem sagen die ermittlungsbehörden der Fall sei zum größten teil ausermittelt.
    Klar kann heißen das sie nichts mehr finden können oder das wichtigste geklärt ist.

    Schutz kann auch anonymität sein, jeder der angeklagten oder auch zeugen der einmal abgebildet oder nur gesehen wurde ist für sein leben gestempelt, ob er nun beteiligt war oder nicht.

    Das größste problem liegt doch in der gesellschaft, zu wenig tolleranz auf allen seiten!!

    Für mich jedenfalls hat der prozess bis heute gezeigt das es dinge gibt die leider jeden menschen irgendwie unfassbar eerscheinen können und das sowas nicht immer das problem eines einzelen sein muss sondern viel zu oft viel zuviele faktoren zusammen auf einen punkt kommen und der der das erkennt und sieht kann dann seinen nutzen daraus ziehen und allen auf der nase rumtanzen.

  8.   bx16v

    #Fliegenklatsche
    Das die gefundenen Waffen als DIE Mordwaffen identifiziert werden konnten ist mir neu?
    Waren denn nicht wegen der Branddeformationen die gefundenen Waffen nicht zuordbar?
    An welchen Tatorten waren denn die Haupttäter bzw. die Nebenbeschuldigte Zchäpe zweifelsfrei beobachtet worden?

  9.   fliegenklatsche

    Mit der Mordwaffe ist das nun wirklich schwierig, es war wohl absicht das verwirrung gestiftet werden sollte, das zwei der angeklagten an der beschafung einer waffe beteiligt waren steht zweifelsfrei fest, aber hatte der nsu vorher eine baugleiche um es unbeweisbar zu machen welche nun tatsächlich benutzt wurde?

    Das ganze war doch von vornherrein so ausgelegt das es nicht zu schaffen sein sollte, für mich zeigt sich jetzt wer ist stärker der nsu oder der Rechtstaat.

    Das kann ich hier so schwer beschreiben, aber es gibt da wieder sehr viele überschneidungen die es belegen, für die tat gibt es sicher keinen zeugen aber bei den absichten und dem was passiert ist ist es unmöglich.
    Und das war nicht alles, es klingt nach fantastarei aber zuviel spricht die gleiche sprache und hat das selbe muster.

    es wird aufgeklärt, nur wann wo wie wird schwer.

    Ich hoffe für jeden beteiligten das beste und einen fairen prozess.

 

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Anmelden Registrieren