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Zögernde Verteidiger verzögern Verfahren – Das Medienlog vom Mittwoch, 18. April 2018

 

Im NSU-Prozess ist es schon fast Normalität: Erneut wurde das Verfahren am Dienstag um eine Woche verzögert. Grund war diesmal jedoch kein Befangenheitsantrag, sondern Zschäpes Neuverteidiger Hermann Borchert, der aufgrund eines „familiären Notfalls“ fehlte, wie es vom Gericht hieß. Andere Verteidiger hätten daher beginnen können – verkündeten jedoch, sie seien noch nicht gewillt oder vorbereitet. „Ein leichtes Gefühl von ‚bloß nicht als erstes drankommen wollen‘, bekamen wir Gerichtsreporter auch heute im NSU-Prozess mit“, berichtet Eva Frisch vom Bayerischen Rundfunk.

An jedem Werktag sichten wir für das NSU-Prozess-Blog die Medien und stellen wichtige Berichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

Richter Manfred Götzl verpflichtete alle Beteiligten, sich fortan für den Schlussvortrag bereit zu halten. Er machte klar: „Nächste Woche müssen alle bereit sein zu liefern.“ Die ursprünglich vorgesehene Reihenfolge könnte nun entgegen der ursprünglichen Planung variiert werden, es bleibe „kaum mehr ein Hintertürchen offen“.

Der fortdauernde Stillstand betrifft insbesondere die Nebenkläger, also die Angehörigen der Opfer des NSU. Sie müssen weiter auf den Urteilsspruch warten. Die Hinterbliebenen allerdings „sind Kummer gewöhnt und sehen auch neue Versuche der Verteidigung, den Prozess zu torpedieren, mit einer gewissen Gelassenheit“, berichtet Ina Krauß vom Bayerischen Rundfunk. Gleichwohl handle es sich um etwas, das „außerordentlich lästig ist“, sagt etwa die Nebenklageanwältin Doris Dierbach.

Das nächste Medienlog erscheint am Donnerstag, 19. April 2018.

 

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