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423. Prozesstag – Anwälte von André E. halten Plädoyer

 

Heute halten die Verteidiger des Mitangeklagten André E., Herbert Hedrich und Michael Kaiser, ihr Plädoyer. Der 38-Jährige ist wegen mehrerer Unterstützungshandlungen für den NSU angeklagt. So soll er eine Wohnung und dreimal ein Wohnmobil für die Terroristen gemietet haben – einmal, als Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt nach Köln fuhren, um dort 2001 den ersten Bombenanschlag zu begehen. Aufgrund der Beteiligung forderte die Bundesanwaltschaft in ihrem Plädoyer überraschend eine harte Strafe von zwölf Jahren Haft wegen Beihilfe zum versuchten Mord. Seit September 2017 sitzt E. in Untersuchungshaft.

In dem Verfahren äußerte er sich nie. Im Laufe der Beweisaufnahme wurde jedoch deutlich, dass er äußerst enge Beziehungen zum NSU-Trio pflegte. So soll er die drei gemeinsam mit seiner Frau und den Kindern regelmäßig in Zwickau besucht haben. Auch soll er Beate Zschäpe vor ihrer Flucht im November 2011 zum Bahnhof gefahren haben. In der Wohnung der Familie fanden Ermittler im Jahr 2012 zudem einen Schrein mit Portraits der Verstorbenen Mundlos und Böhnhardt.

Unklar ist, ob auch E.s Wahlverteidiger Daniel Sprafke kommen wird. Dieser hatte mit mehreren Befangenheits- und Beweisanträgen den Beginn der Plädoyers verzögert.

ZEIT ONLINE berichtet aus München und fasst den Prozesstag am Abend auf diesem Blog zusammen. Informationen aus der Verhandlung gibt es via Twitter hier. Weitere Berichte stellen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

 

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