Adrian Pohr

Der ausgedruckte US-Präsident

Nicht nur Waffen, Ersatzteile im Flugzeugbau und Ersatzzähne kann man mit 3D-Druckern schnell nachbilden, sondern auch leibhaftige US-Präsidenten. Zumindest eine Büste wurde von Barack Obama mit 3D-Druck erstellt. Klar, dass er mit gutem Beispiel vorangehen muss, hat er selbst das Verfahren als mögliche Revolution in der Produktion bezeichnet.

Selbst von Abraham Lincoln existiert ein 3D-Modell, das aus dem Einscannen seiner Gipsmaske konstruiert wurde. Doch heutzutage ist die eigene plastische Ewigkeit für die Nachwelt deutlich bequemer zu erreichen als eine Viertelstunde lang zu warten, bis der Gips im Gesicht hart wird. Der Präsident setzte sich vor eine mobile Lichtbühne samt 14 eingebauter Kameras und zeigte sein Präsidentenlächeln – fertig.

Wie genau die Technik dahinter funktioniert, erklären die Mitarbeiter des Smithsonian Institute im Video. Zunächst sollen die Obama-Büsten aus dem Drucker in eine Ausstellung kommen, doch der Weg in die Touristenshops wäre mit der Vorlage auch kein Problem …

 

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Ute Brandenburger

Schönheitsideale im Zeitraffer

 
Jungfräulich, kokett, mondän, mal Vamp, mal Hippie-Braut oder pseudonatürliche Selfie-Knipserin - dieses Video zeigt im Schnelldurchlauf die gängigen Schönheitsideale des 20. und 21. Jahrhunderts.

Was Schönheit ist und wie wir Menschen sie definieren, darüber haben Psychologen und Kulturwissenschaftler schon viel geforscht: Das Ebenmaß der Gesichtszüge ist ein Faktor, ein Element des Imperfekten ein zweiter, der dazu führt, dass wir eine Person als unverwechselbar schön wahrnehmen.

Wie das Geschäft mit der Schönheit für Models zum Albtraum werden kann, darüber hat eindrücklich die Schwedin Lina Scheynius berichtet.

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Warum das Boarding beim Fliegen nie endet

Die Geschichte der menschlichen Aggression wäre ohne ein längeres Kapitel über das Boarding von Passagierflugzeugen nicht vollständig. Im Schneckentempo bewegen sich Flugreisende zu ihren Sitzplätzen – dabei gibt es längst Methoden, das Boarding schnell über die Bühne zu bringen. Theoretisch.

Mehrere Ansätze werden von Airlines, Forschern und genervten Flugpassagieren seit Jahren diskutiert: Das Boarding beginnt bspw. mit den hinteren Sitzplätzen und setzt sich dann nach vorne fort. Oder es dürfen zuerst die Fluggäste in die Maschine, die Fensterplätze gebucht haben. Es gibt auch Airlines, die die Passagiere ohne festgelegte Abfolge zu ihren Plätzen lassen.

Das Für und Wider der verschiedenen Einsteigemethoden erklärt die US-Website VOX in diesem Video. Das Ergebnis zusammengefasst in einem Satz: Kompliziert ist das Boarding eigentlich nur, weil wir Menschen beteiligt sind.

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Saskia Gerhard

Ebolas Wurzeln

In animerten Grafiken wird gezeigt, welche Wege das Virus zurückgelegt hat und wie schnell es sich über Westafrika verbreitete.
In animierten Grafiken wird gezeigt, welche Wege das Virus zurückgelegt hat und wie schnell es sich über Westafrika verbreitete. © BBC

Von Ebola ist momentan nur noch wenig zu hören. Dabei ist die Epidemie in Westafrika alles andere als gestoppt. Die Neuansteckungen in Liberia gehen zwar tatsächlich leicht zurück, doch die scheinbare Ruhe täuscht. Das Virus, das mehr als jeden Zweiten tötet, den es befällt, wütet noch immer in Sierra Leone und Guinea. Auch in Mali, einem der ärmsten Länder der Erde, haben sich nun Menschen angesteckt (hier die neusten Zahlen der US-Seuchenbehörde CDC).

Wer wissen will, wie es zur größten Ebola-Epidemie aller Zeiten kam, dem empfehlen wir heute das große Onlinefeature der BBC. Es geht zurück an den Ursprung der Seuche, die im Dezember 2013 zunächst unbemerkt in Guinea ausbrach. Den Weg des Erregers durch Westafrika haben die BBC-Kollegen in Grafiken und Videos eindrucksvoll aufbereitet.

Das Drama beginnt mit dem zweijährigen Emile Ouamouno, Patient Null. Er steckt sich an einem Tier an und stirbt. Seine Mutter, Großmutter und Schwester sind die nächsten Opfer. Sie alle sterben, nur der Vater Etienne bleibt verschont. Der Überlebende erzählt im Video vom Verlust seiner Familie, dem Schmerz und wie er versucht, mit der Trauer weiter zu leben. Das BBC-Feature zeichnet Schicksale nach, erzählt von Masseninfektionen auf großen Beerdigungen und von Krankenhäusern, die zu Viren-Schleudern werden, wo infizierte Patienten auch Ärzte und Pfleger anstecken.

Karten und animierte Videos verdeutlichen, was die Menschen in Westafrika in den entlegenen Dörfern kaum mitbekommen: Wie das Virus wandert und vor allem auch, wie schnell. Es ist eine Geschichte von Traditionen, die zu Infektionsherden werden, von Quarantäne, die nicht funktioniert – von Menschen, allein gelassen von der Weltgemeinschaft. Während sich in den USA und Europa die Panikwoge glättet, sterben die Menschen in Westafrika weiter.

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Ute Brandenburger

Magische Klangblumen aus dem Synthesizer

Man muss nicht verrückt oder synästhetisch veranlagt sein, um Klänge sehen zu können. Der britische Musiker Nigel Stanford zeigt in diesem Video, wie Klänge wirken. Er variiert dabei ein Experiment, das der deutsche Physiker Ernst Florens Friedrich Chladni bereits im 18. Jahrhundert entwickelt hat.

Das Chladni-Experiment funktioniert so: Auf eine Metallplatte wird Sand gestreut, die durch ein Musikinstrument in Schwingungen versetzt wird – unterschiedliche Frequenzen führen dann zu unterschiedlichen Mustern. Stanford ist nicht der Erste, der dieses und andere akustische Experimente durchführt, aber er inszeniert sie perfekt. Im Video erklärt Stanford, wie er Synthesizer und Lautsprecher eingesetzt hat.

Vor 227 Jahren strich Chladni mit einem Geigenbogen an der Platte entlang. Seitdem gilt er als Urvater der Akustik, seine Klangstudien beeinflussen bis heute die Architektur von Konzertsälen.

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Ute Brandenburger

Geisterstunde Tschernobyl

Das Sperrgebiet rund um das Atomkraftwerk Tschernobyl ist schaurig faszinierend. Nach dem katastrophalen Unfall des Atomkraftwerks im Jahr 1986 wurde die Stadt Prypjat evakuiert. Filmemacher Danny Cooke hat mit Kamera und Drohne jetzt noch einmal die Tristesse der Stadt erkundet.

Seit einigen Jahren schon ist das Gebiet für Katastrophentouristen geöffnet. Auch ein Schweizer-Reiseanbieter organisiert dorthin regelmäßig Touren. Wie zwiespältig das Benehmen der Atomtouris zwischen der Sorge um die eigene Strahlendosis, das Verstehenwollen und das Gaffen ist, hat die Dokumentarfilmerin Marina Belobrovaja festgehalten.

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Patrick Beuth

Smartwatch mit … ähem, Killer-App

Sogenannte Smartwatches sind noch ein ganzes Stück davon entfernt, wirklich attraktiv für die Massen zu werden. Bisher taugen sie mehr schlecht als recht als Ersatz-Benutzeroberfläche fürs Smartphone, aber unsere bisherigen Tests zeigen: Ihnen fehlt schlicht die Killer-App. Die Armbanduhr von Patrick Priebe hat diese Killer-App: Sie schießt Laserstrahlen ab.

Priebe ist Bastler, er hat diverse Laserwaffen konstruiert, eine Laserbrille und ein Gerät, das aus dem Handgelenk eine Harpune samt Seil verschießt, ein bisschen so, wie es Spiderman kann. Viele von Priebes Gadgets sind Nachbauten von Filmwaffen, auch die Laseruhr. Die taucht im Bond-Klassiker Sag niemals nie auf.

Der 1.500-Milliwatt-Laser von Priebe kann aus mehreren Metern Entfernung ein Streichholz anzünden, Luftballons zum Platzen bringen oder Löcher in Plastik brennen:

Natürlich ist das nicht ganz ungefährlich, weshalb der Bastler auch nicht vorhat, die Laseruhr zum Massenprodukt zu machen. Aber vielleicht wird er einzelne Exemplare über seine Website verkaufen. "Deutlich mehr als 300 US-Dollar" würde er dafür verlangen, sagte er cnet.com.

Wer bereit ist, 400 Dollar und mehr für eine Apple Watch auszugeben, wird sich von dem Preis für die Laseruhr nicht abschrecken lassen. Und mal ehrlich: Was ist cooler – die eigene Herzfrequenz an jemand anderen schicken, wie es die Apple-Watch können wird, oder einen Laser aus dem Handgelenk abfeuern?

Die Batterie hält die Lasershow allerdings nur wenige Minuten. Aber mit mangelhaften Akkulaufzeiten haben andere Smartwatch-Hersteller ja auch zu kämpfen.

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