‹ Alle Einträge

Traurige Rekorde

 

Rechte Straf- und Gewalttaten 2010 im Ländervergleich.

Als Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hat die Bundesregierung heute eine Aufschlüsselung der rechten Straf- und Gewalttaten 2010 nach Bundesländern veröffentlicht.
Bei diesen Zahlen muss allerdings einschränkend erwähnt werden, dass sie nur die tatsächlich zur Anzeige gebrachten Fälle abbilden – das Dunkelfeld nicht angezeigter bzw. falsch eingeordneter Fälle ist sicherlich um ein vielfaches Größer.

Interessant ist für einen Ländervergleich der Blick auf die sog. Häufigkeitszahl – die Zahl der Taten pro 100.000 Einwohner_innen. Hier stellt man kaum substantielle Veränderungen gegenüber 2009 fest: Nach wie vor gibt es ein deutliches Gefälle zwischen den neuen und den alten Ländern.
An der traurigen Spitze der Gewalttaten liegt Sachsen-Anhalt, gefolgt von Brandenburg und Sachsen. Im Westen werden die meisten rechten Gewalttaten pro 100.000 Einwohner_innen in Schleswig-Holstein verübt, dicht gefolgt von Hamburg. Die Freie und Hansestadt bildet im Vergleich der Stadtstaaten ebenfalls den beschämenden Rekord der meisten rechten Gewalttaten – weit vor Berlin und Bremen.

Bereits Mitte April 2011 hatte das Bundesinnenministerium in einer Pressemeldung bekannt gegeben, dass im vergangenen Jahr bundesweit insgesamt 16.375 politisch rechts motivierte Straftaten polizeilich erfasst wurden. Darunter waren 806 Gewalttaten. Gegenüber dem Vorjahr ging die Zahl der Gewalttaten damit um 16 % zurück, die Zahl der rechten Straftaten um 15,9%. Das bedeutet, dass in Deutschland im Durchschnitt immer noch alle 10 Stunden jemand zum Opfer eines politisch motivierten, rechten Gewaltverbrechens wird.

Hier ist der Link zur Drucksache 17/5687 der Bundesregierung

und hier die erwähnte Pressemitteilung des Bundesinnenministeriums.

4 Kommentare


  1. […] via störungsmelder: Traurige Rekorde […]

  2.   XYZ

    Die Überschrift passt nicht so recht zum Kommentar. Wenn die Straftaten im allgemeinen und Gewalttaten im Besonderen rückläufig sind, dann kann wohl kaum von Rekorden die Rede sein. Und auch die Tatsache, dass ein Bundesland eine Spitzenposition in einer Statistik einnimmt ist noch kein Rekord. Ansonsten ist der Artikel recht gut gelunegn, obgleich das “_innen” ziemlich beim Lesen stört.

  3.   Frank

    Hier wird bewusst mit Begriffen und Zahlen jongliert. Man muss unbedingt hervorheben, dass Straf- und Gewalttaten keinesfalls das selbe sind – da hatte man in diesem Artikel besser differenzieren können!

    Man siehe zum Beispiel im Jahr 2008:
    Es gab 11.928 Straftaten von “Rechtsextremisten”
    72% davon (nämlich 8.612 der Straftaten) waren Propagandadelikte – dazu gehört auch, wenn ein Fünfzehnjähriger aus lauter Jux und Tollerei, oder weil er es einfach nicht besser wusste ein Hakenkreuz auf den Schultisch kritzelt.

    Mit den Rechtsextremen wird in den Medien ein Schreckgespenst aufgezogen, welches in der Form gar nicht existiert. Viel gefährlicher sind die Linksextremisten, was aber in den Medien leider keinen Anklang findet – man siehe zum Beispiel 2009:
    Es gab 9.375 Straftaten mit linkem Hintergrund
    Im Vergleich zum Vorjahr (2008) stiegen die linksextremistische Straftaten um 51,5 (!) und die linksextremer Gewalttaten um 59,1 (!) Prozent

    Der Vergleich im Detail:
    Während die Rechtsextremen in 2008 knapp 672 Gewalttaten verübten, verübten die Linksextremen in 2009:
    1115 Gewalttaten
    2091 Sachbeschädigungen
    502 Körperverletzungen
    271 Fälle von Landfriedensbruch
    173 Widerstandsdelikte
    56 Nötigungen oder Bedrohungen
    113 Brandstiftungen
    18 gefährliche Eingriffe in den Verkehr
    4 Sprengstoffexplosionen
    7 versuchte Tötungsdelikte

    Und für die Linksextremen gibt es kein Equivalent zu den Propagandadelikten für die Rechtsextremen, die Linksextremisten dürfen ihre Symbole und Propaganda, welche auch für den Tod von Millionen stehen einfach verbreiten.

    Quellen für die Zahlen und Fakten:
    http://www.focus.de/politik/deutschland/rechtsextreme-straftaten-erreichen-hoechststand_aid_358133.html

    und http://de.wikipedia.org/wiki/Linksextremismus#Straftaten


  4. […] Als Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hat die Bundesregierung heute eine Aufschlüsselung der rechten Straf- und Gewalttaten 2010 nach Bundesländern veröffentlicht. … An der traurigen Spitze der Gewalttaten liegt Sachsen-Anhalt, gefolgt von Brandenburg und Sachsen. Im Westen werden die meisten rechten Gewalttaten pro 100.000 Einwohner_innen in Schleswig-Holstein verübt, dicht gefolgt von Hamburg. Die Freie und Hansestadt bildet im Vergleich der Stadtstaaten ebenfalls den beschämenden Rekord der meisten rechten Gewalttaten – weit vor Berlin und Bremen. weiter… […]