Der Prince unserer Gegenwart

Der Brite Jamie Lidell zeigt mal wieder, was für ein brillanter Musiker er ist. Sein neues Album gibt dem Funk und R’n’B der Achtziger ein digitalisiertes Gesicht.

© Linsey Rome
© Linsey Rome

Schon seltsam, wenn jemand etwas anderes als sein Debütalbum nach sich selbst benennt, klingt irgendwie eitel, einfallslos, etwas selbstreferenziell. Vielleicht ist es aber auch nur eine Art Dienstleistung an den Erwartungen seiner Fans Weiter„Der Prince unserer Gegenwart“

 

Die Sozialarbeiter des Hip-Hop

Die Ghetto Brothers aus New York ebneten 1971 der Hip-Hop-Kultur den Weg. Ihr bahnbrechendes Latin-Rock-Album „Power – Fuerza“ ist endlich wieder erhältlich.

© Truth and Soul Records

New York im Sommer des Jahres 1971. In den Fine Tone Studios in Manhattan nehmen drei Brüder und ein paar Freunde an einem einzigen Nachmittag acht Songs auf. Ihr erstes Album, dem sie den Titel Power – Fuerza geben, wird auch ihr einziges bleiben: Ein Meilenstein, der Latin Rock vorweg nimmt und an der Wiege des Hip-Hop steht Weiter„Die Sozialarbeiter des Hip-Hop“

 

Mit sattem Bass, versteht sich

Die Musiker der Menahan Street Band begleiteten einst Amy Winehouse. Sie bringen alles zusammen, was der Jazz dem Soul geschenkt hat. Und was sonst noch Wärme im Winter verspricht.

© Kisha Bari

Wo bleibt die musikalische Revolution? Jede Dekade der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts hatte eine. Rock’n’Roll, Punk, Hip-Hop. Wo ist der Aufbruch ins Unbekannte, der alles Dagewesene wegfegt? Weiter„Mit sattem Bass, versteht sich“

 

Subsonisch fett, lunatisch hell

Akustikfunk? Kammermusiktantra? Intensität ohne Worte: Der Schweizer Pianist Nik Bärtsch schart vier Samurai um sich und dringt mit ihnen vor ins Gelände der Entrückung.

© Martin Möll/ECM

Dunkel schälen sich Nik Bärtsch und seine Männer aus dem Schatten der Bühne. Sie reden nicht. Sie spielen weder ohrenbetäubend laut noch rasend schnell. Jeder im Saal soll alles hören können Weiter„Subsonisch fett, lunatisch hell“

 

Perfekt, um in den Herbst zu tanzen

Dan Snaith ist einer der feinsten Dance-Produzenten dieser Tage. Als Caribou brachte er 2010 ein wunderbares Album heraus, jetzt kommt „Jiaolong“: Afro-Funk-Soul-Tech-House!

© Nitasha Kapoor/Alive

Hat sich Arjen Robben eine Zweitkarriere als DJ aufgebaut? Nicht ganz, sein Doppelgänger heißt Dan Snaith. Der ist nicht nur DJ, sondern auch noch einer der feinsten Dance-Produzenten dieser Tage. Weiter„Perfekt, um in den Herbst zu tanzen“

 

Lass es durchlaufen

Auf seiner neuen Platte mixt der Berliner DJ Fritz Kalkbrenner Funk, House und Hip-Hop. Offen bleibt dabei, ob das Musik für die Sitzecke oder den Club ist.

© Marie Staggat

DJs kennen das, DJs hassen das. „Kannste so durchlaufen lassen“, hören sie öfters, wenn ihnen jemand, der andere Beschallungsvorstellungen als die dargebotenen hat, auf Privatpartys eine CD aufs Pult legt. Weiter„Lass es durchlaufen“

 

Bogarts sagenhaftes Discoleben

Sex, Autos und Drogen: In den Siebzigern lockte Casablanca Records die größten Disco-Produzenten Europas nach Los Angeles. Neben den großen Partys entstand erinnernswerte Musik.

Die Sängerin Donna Summer, 1976 (© Keystone/Getty Images)

Kennen Sie Neil Bogart? Nein? Sie werden ihn kennenlernen. Spätestens wenn irgendwann doch noch einmal der Film über sein Leben in die Kinos kommt. Weiter„Bogarts sagenhaftes Discoleben“

 

Schlabberige Funk-Rap-Rock-Pop-Kost

Eingängiges Zeug, aber keine Gewürze. I’m with you, das zehnte Album der Red Hot Chili Peppers, zeigt: Die Herren sind fad geworden.

© Warner

War ’ne klasse Fete: Ein Kumpel von einem Kumpel hatte beim zweiten Versuch endlich das Abi geschafft. Aus dicken Boxen wummerten die Red Hot Chili Peppers über den Schulhof, auf dem wir schon ab mittags soffen. Hinterher saßen wir bis zum Morgen im Park und versuchten, unseren billigen Nylonsaitenklampfen ein halbwegs erkennbares Under The Bridge zu entlocken. Weiter„Schlabberige Funk-Rap-Rock-Pop-Kost“

 

Rebellion im Club

Live ein Erlebnis: Mit ihrer neuen Band The Chaenge wecken der Berliner DJ Mijk van Dijk und der Labelmacher Florian Schirmacher die kollektive Freude am Tanzen.

© FormResonance

Als sich auf den Baumwollplantagen der Südstaaten zum ersten Mal die Stimme zum Blues erhob, ging es um Selbstermächtigung. Als die Stimme später elektrifiziert durch Lautsprecher drang, sprach sie bald von der Revolution Weiter„Rebellion im Club“