Günstige Eintrittskarten und aufschlussreiche Workshops. Beim Studentenfestival können Interessierte einen Blick hinter die Bühne des Thalia-Theaters werfen.
Dass Theaterkarten für Schüler, Studenten, Arbeitslose und Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen nicht mehr kosten als ein Kinoticket, dürfte sich hoffentlich mittlerweile herumgesprochen haben. Während des zehntägigen Studentenfestivals Thalia Campus gibt es Karten für manche Stücke sogar noch günstiger, nämlich für nur sieben Euro. Aber der Nachwuchs soll hiermit nicht nur in die Zuschauerränge, sondern auch hinter die Bühne gelockt werden: In diversen Workshops gibt es die Möglichkeit, unterschiedliche Berufe innerhalb des Theaters kennenzulernen – nicht nur die naheliegenden wie Schauspieler, Regisseur und Intendant, sondern auch zum Beispiel den des Theaterpädagogen oder des Bühnentechnikers. Zum Abschluss des Festivals am 4. Juli soll dann im Nachtasyl ordentlich gefeiert werden.
…Pure At Heart: Die junge New Yorker Gruppe um Sänger und Gitarrist Kip Berman präsentiert sich nach diversen Umbesetzungen in alter Frische.
Es ist spannend, mitanzuhören, wie Kip Berman den Sound seiner Band sucht: Das Debüt The Pains Of Being Pure At Heart war ein schrammelig-polterndes, sanft gesungenes Indierock-Album, das gerade aufgrund seiner technischen Beschränktheit so charmant schien. Dass die Gruppe allerdings auch mit Gitarren, die an die Smashing Pumpkins erinnern, und einer dickeren Produktion ihre Anziehungskraft nicht verliert, demonstrierte das Nachfolge-Werk, Belong. Und nun also Heart’s Days Of Abandon: das bislang poppigste Album der Pains, die zudem ein paar Umbesetzungen hinter sich haben. Die Gitarren sind gedämpfter und nicht so im Vordergrund, die Produktion bedient sich einiger geschmackvoller Achtziger-Referenzen. Man kann den neuen Sound etwas austauschbar finden, Bermans Songs sind nach wie vor unverwechselbar.
Text: Michael Weiland
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Säuseln und quengeln, pockern und pluckern: Der US-Shooting-Star singt die Songs seines noch nicht erschienenen Debüt-Albums im Mojo Club.
Die kalifornische Musikerin macht eine dunkle Nachtmusik, beeinflusst von R’n’B, aber mit verhaltener Tanzlaune. Sparsames Pockern und Pluckern begleitet die Songs von Banks, andere schmerzlich-schön programmierende Singer-Songwriter wie James Blake und SOHN oder der synthetische Soul von The Weeknd kommen dabei in den Sinn. Ihre Stimme steht dabei unmissverständlich im Vordergrund: säuselnd, quengelnd, flehend, auch mal im Chor mit sich selbst. Das war der Spex vor einigen Monaten eine Cover-Geschichte wert, auch wenn es bislang noch kein Album von ihr gibt: Singles und EPs müssen bis zum Erscheinen von Goddess im Herbst als Beleg ihrer künstlerischen Klasse dienen. Der jungen Künstlerin, die ihre Songs zunächst über die Internetplattform Soundcloud veröffentlichte, könnte das Konzept Langspielplatte ohnehin irgendwie gestrig vorkommen. Immerhin spielt sie Konzerte – wie altmodisch.
Text: Michael Weiland
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Armin Völckers und Hans Hushan bevölkern mit visuellen Widersprüchen die Galerie Anne Moerchen.
Gegensätze ziehen sich an. Aber wie ist das eigentlich mit Widersprüchen? Da hört die Freundschaft auf, oder? „Nein!“ sagt Anne Moerchen und bittet die beiden Freunde Armin Völckers und Hans Hushan zu einer gemeinsamen Ausstellung unter dem Titel Contradiction. Die Chemie zwischen den beiden stimmt, was das künstlerische Schaffen angeht, stoßen sie jedoch in recht unterschiedliche (um nicht zu sagen gegensätzliche) Richtungen. Beide Künstler sind in mehreren Disziplinen zu Hause, widmen sich in dieser Ausstellung allerdings ausschließlich der Malerei: Armin Völckers verfremdet Alltagssituationen und macht aus ihnen fantastische Traumwelten. Bei Hans Hushans Arbeiten steht das Wechselspiel von Form und Natur im Vordergrund. In Contradiction sind sie etwa auf Surfbrett-Material mit Acryl angefertigt und mit Bildern von Persönlichkeiten aus Medien, Musik und Malerei versehen. Letztlich ist es wohl genau der vermeintliche Widersinn, der das Spannungsfeld der Ausstellung erzeugt. Am 25. Juni ab 19 Uhr wird sie eröffnet und ist bis zum 6. September in den Räumen der Galerie Anne Moerchen zu sehen.
Tausend Mal erzählt, aber so noch nie gesehen: Don Quijote. Das Puppentheater Theater des Lachens inszeniert den Klassiker in den Hamburger Kammerspielen.
Zum dritten Mal finden in Hamburg die Privattheatertage statt. Die Agenda des Festivals liegt auf der Hand: nicht staatlichen Theatern Bretter zur Präsentation bieten und Bewusstsein für diejenigen Produktionen, Gruppen und Häuser steigern, die den eigentlichen Facettenreichtum der Darstellkunst ausmachen, wie etwa das professionelle Puppentheater Theater des Lachens aus Frankfurt (Oder). Dessen am 23. Juni in den Hamburger Kammerspielen gezeigte Inszenierung von Don Quijote, entstanden unter der Regie von Frank Soehnle, erzielt mit wenigen Bausteine eine große Wirkung: Ein Klassiker, eine Puppe, drei Spieler, ein Vorhang, die Begleitung des Streichquartetts des Brandenburgischen Staatsorchesters Con Mot(t)ound Georg Philip Telemanns Don Quichotte Suite – fertig ist das “Traumspiel“ um Don Quijote von la Mancha, den alten Narr.
Das Hamburger Pop-Quintett um Sängerin Julia Balschus präsentiert sich in neuer Besetzung und mit frischer 7-Inch im Gepäck in der Astra Stube.
The Lee Shore haben sich 2012 in Hamburg gegründet. Die Band besteht aus zwei Damen und drei Herren mit gemeinsamer Neigung zu Indie- und Alternative-Rock sowie Psychedelic- und Brit-Pop. Der Bandname entstammt einem Song von Crosby, Stills, Nash & Young (oder handelt es sich doch um ein Segelmanöver?), was nur bedingt Rückschlüsse auf den Sound der Gruppe zulässt. Zu den erklärten Vorbildern von The Lee Shore gehören The National, Grizzly Bear, Temples, Junip und Jacco Gardner. Im Januar dieses Jahres erschien mit Bunbury eine 7-Inch-Single in einer Auflage von 300 Exemplaren beim Darmstädter Label Laughing Seven Records. Danach trennte sich die Gruppe von ihrer Rhythmussektion, die im Mai durch zwei neue Mitglieder ersetzt wurde. Wie sich die neue Besetzung um das Duo Julia Balschus und Jana Münchow live schlägt, kann man am 23. Juni in der Astra Stube erfahren.
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Lehrreiche und lustige Show im Schmidt Theater: In “Evolution“ verbindet der Kabarettist Vince Ebert Naturwissenschaft mit Comedy.
Die Beschäftigung mit naturwissenschaftlichen Fakten kann für beste Laune sorgen. Zwangsläufig wird man dabei nämlich auf die wildesten Skurrilitäten und die schönsten Wunder stoßen. Der Kabarettist Vince Ebert hat aus diesem Umstand gleich ein Comedy-Programm gemacht, das man am 23. Juni im Schmidt Theater erleben kann. In Evolution spürt der Diplomphysiker aus Unterfranken der Karriere des Homo sapiens nach. Er beginnt bei den Anfängen vor 3,5 Milliarden Jahren, um sich dann über die Jetztzeit auszulassen. Heute muss sich der Mensch nicht mehr gegen Dinosaurier, Säbelzahntiger und Pestviren behaupten. Dafür hat er es nun mit der eigenen Verwandtschaft zu tun. Und er wird mit irrationalen Fragen konfrontiert, die, trotz und gerade wegen des Fortschrittes, für Kopfzerbrechen sorgen. Warum neigen wir dazu, an Gott zu glauben? Wieso schaffen es Frauen nicht, den Lidstrich mit geschlossenem Mund zu ziehen? Und warum vergessen wir den Namen unseres Schwippschwagers, während wir das Lied Da steht ein Pferd auf‘m Flur nicht mehr aus dem Kopf bekommen? Vince Ebert sucht Antworten und stellt Theorien auf, die schlau und verrückt sind wie die Menschheitsgeschichte selbst.
Text: Katharina Manzke
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Vom Thriller aus Hongkong über Hamburger Animationsfilme bis zum amerikanischen Drama – warum nicht mal wieder ins Lichtspielhaus gehen?
Und wieder einmal beweisen Hamburger Programmkinos wie das Metropolis, Abaton und Savoy, dass sie ein gutes Gespür für Filme haben. Am 25. Juni widmet sich jedes der drei Häuser einem anderen Genre – glücklich ist, wer sich beamen kann oder die Fähigkeit zur Mitose beherrscht. Das Metropolis blickt um 21.15 Uhr nach Fernost und zeigt mit dem Thriller Infernal Affairs (2003) einen der kommerziell erfolgreichsten Filme in der Geschichte Hongkongs. Es geht um die Ermordung eines Undercover-Cops, eine interne Untersuchung, Kompetenzgerangel bei der Polizei und Beziehungen zu einem Triaden-Boss. Das Abaton zeigt ab 20 Uhr den Gewinnerfilm des internationalen Nachwuchspreises Hamburg Animation Award, der am Vortag zum elften Mal in der Handelskammer verliehen wurde. Zuvor flimmern ab 16 Uhr neue Animationsfilme für Kinder über die Leinwand, darunter Die Nacht des Elefanten von Sandra Schießl und das Musikvideo zur Hamburger Hörspielproduktion Eule findet den Beat von Charlotte Simon. Bei allen Präsentationen werden die Filmemacher anwesend sein. Das Savoy zeigt um 17.15 Uhr das amerikanische Drama Das Schicksal ist ein mieser Verräter (2014) über zwei todkranke Jugendliche, die sich lieben und gemeinsam eine Reise nach Amsterdam unternehmen.
Text Lena Frommeyer
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Der US-Künstler mit dem seltsamen Künstlernamen führt eine seiner seltenen Soundperformances im Studio des Radiosenders FSK auf.
Und jetzt zu etwas völlig anderem: Crank Sturgeon ist ein US-amerikanischer Musiker und Performance-Künstler, der seit Anfang der 1990er Jahre aktiv ist. Er hat zahlreiche Tonträger und Filme veröffentlicht, meist in Eigenregie und in kleinen Auflagen. Der „sonderliche Stör“, dessen bürgerlicher Name nicht ohne Weiteres herauszufinden ist, ist ein Experte im Umgang mit Kontaktmikrofonen, die er mit Alltagsgegenständen und herkömmlichen Instrumenten kombiniert, um daraus selten gehörte Klänge und Geräusche zu erzeugen. Das klingt mal wieder alles sehr akademisch und verkopft. Es sei jedoch auch betont, dass der Mann ein toller Entertainer ist, dessen Aufführungen nicht frei von Humor sind – ob freiwillig oder nicht, sei mal dahingestellt. So spricht, stöhnt, mimt und grimassiert Crank Sturgeon zu seinen live und in Echtzeit produzierten Sounds, dass das Hinschauen eine Freude ist. Und manchmal zieht der Typ auch noch echt komische Klamotten an…
Text: Michele Avantario
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Umsonst & Draußen: Hamburgs beliebtes Jazz-Open-Air im Musikpavillon von Planten un Blomen ist auch in diesem Jahr wieder hochkarätig besetzt.
Zum 19. Mal findet es mittlerweile statt und ist aus dem Jazz-Angebot der Stadt Hamburg kaum noch wegzudenken. Am zweiten Tag des diesjährigen Jazz Open Hamburg steht wieder Hochkarätiges auf dem Programm. Gleich zum Auftakt am Nachmittag steigt die NDR Bigband unter der Leitung von Jörg Achim Keller auf die Bühne – das Schlagzeug bedient dabei niemand Geringeres als Wolfgang Haffner. Danach geht es weiter mit dem Saxofonisten Adrian Hanack und seinem Trio, bevor dann die schwedische Gruppe Corpo auftritt. Gegen 19 Uhr ist das Duo Doublepulse dran, bestehend aus der Saxofonistin Boriana Dimitrova und Niels-Henrik Heinsohn am Schlagzeug, ergänzt durch Gabriel Coburger. Und zum Abschluss gibt es Latin-Jazz von Sonora 51, ein vom Hamburger Pianisten Matthäus Winnitzki gegründetes Sextett. Und das alles gratis! Möge auch das Wetter einigermaßen mitspielen.
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