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Die letzten Tage des alten Europas

 

Europa steuert auf die Entscheidungsschlacht zu. Wenn sich der Risikoaufschlag auf spanische und italienische Staatsanleihen auf dem aktuellen Niveau hält, können beide Länder früher oder später Bankrott anmelden – was uns wieder einmal zeigt, dass eine Pleite kein objektiver Zustand ist, sondern eines von mehreren möglichen Gleichgewichten.

Letztlich können wir nur hoffen, dass die aktuellen Renditen wirklich ein Ergebnis der Panik an den Märkten sind – dass es sich also um eine Fehlbewertung handelt. Mit Liquiditätskrisen kann Europa umgehen, genau deshalb wird jetzt ein Europäischer Währungsfonds eingerichtet, der im Zweifel die überhohen Renditen durch den Ankauf von Anleihen auf dem Sekundärmarkt oder die Vergabe von Garantien nach unten prügelt. In diesem Fall wäre damit auch kein Transfer verbunden.

Und wenn der neue Fonds nicht rechtzeitig fertig und schnell genug aufgestockt wird, weil die Parlamentarier es vorziehen, in den Sommerurlaub zu fahren, während der Kontinent brennt, dann muss eben die EZB noch einmal ran. Sie hat im Prinzip unbegrenzte Ressourcen und kann ohne langwierige Abstimmungsprozesse handeln. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Notenbanker einspringen, weil die Finanzpolitik versagt. Und der erste deutsche Abgeordnete, der etwas vom Überschreiten des Rubikon faselt, sollte sein Mandat zurückgeben.

Wenn wir es aber, woran ich nicht glaube, doch mit Solvenzproblemen zu tun hätten, wenn also wirklich halb Europa pleite ist, dann weiß ich auch nicht weiter. Dann bleibt nur der Euro-Bond oder die Auflösung der Währungsunion.

Was also tun?

34 Kommentare

  1.   WIHE

    Star-Ökonom Rogoff
    :
    Deutschland wird die Zeche zahlen müssen
    09.08.2011, 11:34 UhrIn der Euro-Krise sieht der frühere IWF-Chefökonom Kenneth Rogoff mittelfristig sogar Deutschlands Top-Bonität in Gefahr Sein Rezept für den Kampf gegen die Schulden: mehr Inflation.<
    Handelsblatt WEB-Seite

    Womit haben meine Kinder und ich das verdient.
    Deutschland wird womöglich auch noch für Frankreich zahlen müssen, meint Rogoff im handelsblatt.

    Damit steht fest, der Euro ist finanziell für Deutschland so teuer wie Krieg.
    Bundeskanzler Kohl hatte damit Recht, der Euro ist eine Frage von Krieg und Frieden, jedenfalls hat der Euro etwas, was die Kosten für Deutschland angeht, mit Krieg zu tun.

    Parteien, die sich noch für den Euro aussprechen, sind für mich nicht mehr wählbar.

  2.   WIHE

    Die Zukunft ist offen.
    In Jugoslawien war die gemeinsame Währung eine Frage von Krieg und
    Frieden. Jetzt ist dort Frieden, die gemeinsame Währung wieder abgeschafft.
    Vielleicht verschwindet der Euro auch wieder.
    Dann können die PIIGS abwerten und Frankreich auch,
    sie werden wieder wettbewerbsfähiger.
    In Deutschland würde das Benzin deutlich billiger, für mich wäre das so gut wie eine Gehaltserhöhung.
    Die Zukunft ist offen. Die DM hat mir immer genügt,
    sie hat uns das Wirtschaftswunder und die Wiedervereinigung gebracht
    auf den Euro kann ich gut verzichten, ich habe ihn nie gewollt, weil ich von ihm nichts Gutes für Deutschland erwartete.

  3.   Rebel

    @ enigma

    gerade dies von olaf storbeck verlinkte papier gelesen

    voxeu.org/sites/default/files/file/DP8049.pdf

    hilft tobin 1956 wegen deines hinweises auf elastizitäten weiter?


    jstor.org/pss/1830647

  4.   ali asname

    Der Euro funktioniert nicht nach dem Elementesystem der Chemie!
    Der Euro gibt Stabilitaet in Europa und der europäische Geist wird nur durch eine gemeinsame Waehrung erhalten. Sonst wirtschaftet jeder nur fuer sich selbst! Ich glaube auch, dass die Rezession auch ohne den euro sich irgendwann entwickelt haette. eben hatl irgendwann, denn mit Wissenschaft hat der euro oder die boerse nix zu tun, eher mit glaube oder ungefaehr!!!!!!!!!!

 

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