‹ Alle Einträge

Deleveraging, Commerzbank-edition

 

Aus der heutigen Pressemitteilung der Commerzbank:

Der Vorstand der Bank hat vor diesem Hintergrund Sofortmaßnahmen beschlossen, die den Abbau von Risikoaktiva beschleunigen. Dazu gehören unter anderem:

– die temporäre Einstellung des Neugeschäftes in der Eurohypo

– die temporäre Einstellung des Kreditneugeschäftes ohne Konnektivität zu Deutschland beziehungsweise Polen

– der beschleunigte Abbau beziehungsweise Verkauf nicht-strategischer Assets wie zum Beispiel Spezial- und Projektfinanzierungen sowie

– die Überprüfung der Veräußerungsmöglichkeiten von Finanzbeteiligungen; hierzu gehören nicht die comdirect und die BRE Bank, die Bestandteil des Kerngeschäfts sind.

Klar, Deutschland soll ausgespart werden bei der Kreditvergabe. Aber selbst wenn man das genau kontrollieren könnte: Wenn in anderen Ländern gekürzt wird, dann trifft das die Deutschen  über die Exporte natürlich.  Und andere Banken – ohne Staatsvertreter im Aufsichtsrat – werden es noch wilder treiben. Vielleicht hätte man das bedenken sollen, als man mitten in der Krise munter die Eigenkapitalanforderungen hochjagte ohne die Bilanzsumme festzuschreiben oder gleich zu zwangskapitalisieren.

Interessant in diesem Zusammenhang auch jener Chart (via Alphaville) aus dem Quartalsbericht von BNP Paribas:

BNP chart

Rezession, wir kommen.

18 Kommentare

  1.   PBUH

    >Interessant in diesem Zusammenhang auch jener Chart (via Alphaville) aus dem Quartalsbericht von BNP Paribas:

    Hier sieht man wieder sehr schön, wie französische Banken mit Hilfe der Politik die EZB als Müllhalde für ihre Staatsanleihen benutzen.


  2. Wenn noch einer nicht glauben sollte, dass die Banken machen was sie wollen, sollte noch mal den Beschluss der EU Staatschefs von Ende Oktober sich anschauen. Darin ist folgendes geschrieben:

    „Die nationalen Aufsichtsbehörden müssen unter der Schirmherrschaft der EBA dafür Sorge tragen, dass die Pläne der Banken zur Steigerung ihrer Kapitalausstattung nicht zu einer übermäßigen Verringerung des Fremdkapitalanteils führen; dazu gehört, dass der Kreditfluss in die Realwirtschaft aufrechterhalten wird und der derzeitige Umfang des Engagements der Konzerne einschließlich ihrer Tochtergesellschaften in sämtlichen Mitgliedstaaten berücksichtigt werden; es muss in der Tat vermieden werden, dass ein übermäßiger Druck auf die Kreditvergabe in den Aufnahmeländern oder an den Märkten für Staatsanleihen verursacht wird.“

    Ich meine die Commerzbank haelt sich nicht an die Abmachungen – die Bundesbank sollte einschreiten – ganz klar endlich mal eine Aufgabe die Bundespraesident Weidmann mal sein Geld verdienen laesst. Oder Merkel und Sarkozy sollten man den Blessing (Commerzbank Chef) vorladen!

    Der Kreditfluss in die Realwirtschaft wird durch die Massnahmen der Commerzbank nateurlich nicht aufrecht erhalten!

    Aus:
    consilium.europa.eu/uedocs/cms_data/docs/pressdata/de/ec/125662.pdf

  3.   Rebel

    Verpfändung an eine Zweckgesellschaft :

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/schuldenkrise-euro-retter-wollen-an-goldschatz-der-bundesbank-11518707.html

    Die Gier ist einfach unerschöpflich.
    Ihr Christileins taget …

  4.   Rebel

    Deutschland braucht mehr Realohnsenkung für Bonierhöhungen

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/realloehne-der-deutschen-die-loehne-sinken-trotz-aufschwung-11518759.html

    Um wieviel wächst die Vermögensuhr schneller als die Schuldenuhr?

  5.   Thomas Pittner

    Sehr schön Rebel.
    Aber verstehst du denn nicht, dass es sonst kein Kapitalismus wäre, wenn also der Staat seine Lohndrückungsmaßnahmen zumindest teilweise zurücknähme?
    Denn die Menschen wollen das so, schließlich ist doch die DDR gescheitert, oder?
    Und dass damit die Währungsunion quasi unmöglich funktionieren kann, das kann ja nun wirklich kein Gegenargument sein: schließlich muss sich Leistung lohnen, koste es, was es wolle.

    Die Einmalzahlungen stellen die Arbeitnehmer in den Verhandlungen ruhig, und reduzieren natürlich drastisch die linearen Steigerungen. Schon in 10 Jahren werden die gewerkschaften das verstanden haben.

    Was mich verwundert, dass auch das obere Dezil Senkungen hinzunehmen hatte.
    Ob sie da die ganzen Manager und Boniempfänger wegen zu wenig Fällen einfach rausgelassen haben?

  6.   Thomas Pittner

    rebel
    „schuldenkrise-euro-retter-wollen-an-goldschatz-der-bundesbank“

    Ja logisch.
    Im FIAT-System lassen sich schön viele Geldvermögen anhäufen, so lange „die Märkte“ den entsprechenden Schulden Nachhaltigkeit zutrauen.
    Die Grenze dürfte überschritten sein, vielleicht gibt es auch irgendwannmal die Erkenntnis, dass Geldvermögensmehrung und Schuldenbremsung nicht gleichzeitig möglich sind.

    Die Fähigeren wissen das natürlich und versuchen längst, ihre in der SUmme sicher uneinbringbaren Schuldscheine in Reales zu tauschen.

    Die griechischen un dportugisischen Vermögenswerte sollen ja schon lange dran glauben; dass Gold aus den Gebernehmern hinzuzuziehen, ist schon dreist; aber os ist es eben, wenn der Hund sich vom Schwanz wedeln lässt.

  7.   Rebel

    Wer wird wann und wo die grosse „Enthebelung“ verkünden?
    Realitäten – Stunden und Worte der Wahrheit.
    Obama und Merkel – Schulter an Schulter ?

  8.   HKaspar

    @ PBUH

    Sic est. So „rettet man Staaten“ (= man rettet natuerlich Banken, und sonst nix).

    Zur Anhebung der Eigenkapitalquote ohne Festschreibung der Bilanzsumme hat Schieritz allerdings recht.

  9.   philipp johannes

    das gold der buba wird – wenn die buba nicht mitmacht – dann eben zwangsenteignet.
    das meiste der gut 3.500 tonnen liegt doch eh in new york, mitten in manhattan.
    besitz und eigentum werden dann mal juristisch fein säuberlich auseinanderdividiert.

    morgen tagt die eurogruppe und wehe die buba weigert sich imemr noch.
    ein anruf und alles ist klar.

  10.   Ich

    Wenn es den Staaten so daran liegt, dass die Kredite vergeben werden, würde es auch völlig reichen, der Staat würde seine eigenen Banken zwangsrekapitalisieren.

    Höhere Eigenkapitalanforderungen sollten aber im Allgemeinen auch langsam und nicht schlagartig eingeführt werden. Es gab ja mal die Idee, das höhere Eigenkapital zu fordern, damit die Banken sich gegenseitig vertrauen können. Im Moment gibt es aber gar kein Liquiditätsproblem bei den Banken. Höheres Eigenkapital bringt also gar nichts. Es würde allenfalls helfen, wenn morgen tatsächlich viele Eurostaaten Pleite gehen würden. Das passiert aber hoffentlich nicht.
    Die Privatbanken geben ja auch deswegen bestimmte Kreditgruppen auf, weil sie dort Verluste erwarten. Ich glaube kaum, dass eine frisch rekapitalisierte Bank sich mit dem frischen Kapital gleich wieder in PIIGS Anleihen stürzen würde.

 

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Anmelden Registrieren