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Die SPD und die Notenpresse

 

Aus einem Gastbeitrag von Carsten Schneider in der Börsenzeitung:

Dem ESM stehen Garantien und Eigenkapital zur Verfügung, er hat damit, grob gesprochen, die Struktur einer Bank. Damit verfügte er über deutlich wirkungsvollere und besser nutzbare Instrumente. Reichte sein Volumen nicht aus, könnte er sich Geld bei der EZB leihen, so wie es Geschäftsbanken auch tun.  

Eine Banklizenz für den ESM – das wollten bisher nur die Franzosen. Interessant.

 

17 Kommentare

  1.   Tiefenwahn

    Na super, die SPD will also die Armen bezahlen lassen für die Eurokrise. Die Reichen bringen ihr Vermögen in realen Assets in Sicherheit, und übrig bleiben dann die Riesterleute und anderen kleinen Sparer, die das ganze bezahlen sollen. Davon mal abgesehen, dass die Renten und anderen Transferempfänger immer die letzten sind, bei denen die Inflation ausgeglichen wird.

  2.   gojko

    Wer ist Carsten Schneider?

  3.   PBUH

    Die SPD unterstützt doch grundsätzlich alles was Franzosen wollen und Deutschland schadet.

    Nur bei den Kosten, speziell auch bei den Eurobonds, da schweigt die alte Tante SPD.

    Ob man Hartz IV wohl nochmal um 40 Milliarden Euro kürzen kann ?


  4. Auch ich bin für eine Banklizenz eines zu gründenden Eurowähungsfond. Dieser Eurowährungsfond hätte allerdings nur eine einzige Aufgabe, Kapitalflucht entgegenzuwirken und dürfte entsprechend nur Staatsanleihen bis zur Höhe einer ausgegliechenen Leistungsbilanz aufkaufen. Also kein über die Verhältnisse leben finanzieren.

    Keynes im Bancor Plan zur Kapitalflucht:

    „Es gibt kein Land, das in Zukunft unbesorgt eine Kapitalflucht – sei es aus politischen Gründen oder um den Landessteuern zu entgehen oder um die Flucht des Eigentümers selbst vorzubereiten – zulassen kann. Ebenso kann kein Land unbesorgt Fluchtkapital annehmen, weil das einem unerwünschten Import von Kapital gleichkäme, das nicht gefahrlos für feste Investitionen verwendet werden kann.“

    Die im Augenbilck herrschende Kapitlaflucht, der allerdings mittlerweile auch nicht mehr obiges Systems entgegenwirken könnte, wird bei weiterem Anhalten in wenigen Monaten zum Zusammenburch etlicher Volkswirtschaften der Krisenländer führen.

    Neuste Meldungen vom 7.12.2011 in diesem Zusammenhang:

    EZB-Dollartender mit 50Mrd. in Anspruch genommen und Steigerung des italienischen Target2-Defizits von 88Mrd. auf 147Mrd. im November.

  5.   PBUH

    @Mark Schieritz

    Heute lohnt es sich mal die eigene Zeitung zu lesen

    http://www.zeit.de/wirtschaft/geldanlage/2011-12/franco-bruni-5


  6. Der Artikel den #5 verlinkt und die Inflationsfrage gibt mir Gelegenheit auf einen Punkt hinzuweisen, der stark vernachlässigt wird:

    Es ist wichtig in was Geld investiert bzw. welche realwirtschaftlichen Vorgänge dadurch ablaufen (asset allocation).

    Der Punkt von Franco Bruni ist kurz gefasst: Sind die Zinsen zu niedrig / die Geldmenge zu hoch, dann machen Staaten, Unternehmen und Finanzjongleure nur Unsinn damit. Die Argumentation ist ja nicht wirklich von der Hand zu weisen.

    Nur:

    Wenn die Zinsen zu hoch sind, genauer höher als die realen Produktivitätszuwächse, dann werden u.U auch sinnvolle Investitionen unterlassen und vor allem auch solche die sich nicht nur monetär rechnen.

    Zins- und Geldpolitik sind einfach nicht geeignet um eine sinnvolle asset allocation zu erreichen. Aber genau hier hapert’s ja, das ist ja der große gemeinsame Nenner ALLER Schuldenkrisen, von subprime bis GIPS.

    Die ganzen Schulden wären alle egal, wenn dahinter rentable investments stünden, aus denen sich die Schulden bedienen liesen.

    Jetzt aber zum entscheidenden Punkt: Wie wirkt man auf eine sinnvolle asset allocation hin? Kommt jetzt ja keiner mit dem freien Markt, der allein kann’s auch nicht, wie wir zu genüge gesehen haben. Die Staaten haben sich auch nicht gerade mir Ruhm bekleckert, auch wenn es gerade jetzt einige gewichtige Argumente gäbe, anstehende Gemeinschaftsaufgaben (Klimawandel, Energiewende, …) über die Einrichtungen des Gemeinwesens zu organisieren.

    Darüber sollten wir mal diskutieren.


  7. Der Haupttreiber des Finanzcircus ist, dass in dem Steuerrecht für die Realwirtschaft Eigenkapital richtigerweise nicht als Kosten betrachtet werden, Fremdfinanzierung sehr wohl und diese somit Gewinn und Steuer mindernd ist. Dieses ist, neben der Staatsschuld, die Hauptquelle des Finanzkasinos. In der Gewinn- und Verlustrechung müssten die Finanzierungskosten also nach Steuern auftauchen und schon hätte man zum größten Teil den Finanzcircus trockengelegt. Das Prinzip Schulden sind billiger als Eigenkapital müsste gebrochen werden.

  8.   keiner

    Jehova! Er hat Jehova gesagt!

    Mal sehen, ob die britische Regierungskoalition das übersteht. Ich wäre für Neuwahlen. 🙂

  9.   Frankie Bernankie

    @keiner

    „Mal sehen, ob die britische Regierungskoalition das übersteht.“

    Mal sehen, ob das Vereinigte Königreich das übersteht!
    Ich sehe am Horizont: ein unabhängiges Schottland, das der EURO-Zone beitritt.

    Hihi.

  10.   Marlene

    Die jetzt beschlossenen Schuldenbremsen wieder abzuschaffen wird schwer sein.

    Nur eins steht fest.
    Sie werden zu schweren sozialen Verwerfungen in vielen Staaten führen.

    Eigentlich ist der Gedanke von Stieglitz plausibel.

    Der Zwang zur Migration für viele Bevölkerungsgruppen nach Deutschland wird unvorstellbar erhöht.

    Und es sind nicht nur Teile der bulgarischen Bevölkerung , die hierher kommen um ein besseres Leben zu führen.
    Sie kommen um zu überleben.

    Ob das unsere Gesellschaft aushält?

    Wie hoch sind die volkswirtschaftlichen Kosten tatsächlich im Vergleich zu Flächentarifverträgen, wenn sich ganze Regionen entvölkern MÜSSEN!

 

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