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Euroland braucht weiter niedrige Leitzinsen

 

Heute gab es die deutschen Inflationszahlen für den Februar: Die Verbraucherpreise (HVPI) waren um 1,2 Prozent höher als vor einem Jahr, nach 1,4 Prozent im Januar, so dass es für Euroland insgesamt ebenfalls zu einer Inflationsrate von 1,2 Prozent, wenn nicht sogar von 1,1 Prozent kommen dürfte. Diese Zahlen gibt am Mittwoch.

Das 2-Prozent-Ziel der EZB ist wieder ein bisschen weiter in die Ferne gerückt. Höhere Leitzinsen sind daher nur vorstellbar, wenn Mario Draghi demnächst eingesteht, dass das Ziel auf absehbare Zeit nicht erreichbar ist, während sich gleichzeitig infolge der Nullzinsen gefährliche Aktienblasen bilden, die es zu bekämpfen gilt. Damit ist aber nicht zu rechnen. Auch wenn das vielen Sparern nicht gefällt, aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ist die lockere Geldpolitik genau das Richtige.

Hauptgrund ist die nach wie vor katastrophale Lage am Arbeitsmarkt. Wenn ich, wie das Bloomberg auf der Basis von Eurostat-Daten macht, zu den 14,6 Mio. offiziellen Arbeitslosen diejenigen hinzuzähle, die arbeiten könnten, aber nicht aktiv auf der Suche sind (6,2 Mio.), dazu die Jobsucher, die aus verschiedenen Gründen nicht sofort eine Arbeit aufnehmen können (1,6 Mio.), sowie die Teilzeitbeschäftigten, die gern in Vollzeit arbeiten würden (6,6 Mio.), komme ich auf eine Unterbeschäftigung von nicht weniger als 29 Millionen Personen. Das entspricht einer Quote (der sogenannten U-6) von 17,1 Prozent an der Erwerbsbevölkerung! Für die Mittelmeerländer Italien, Spanien und Griechenland weist Bloomberg Werte zwischen 23 und 28 Prozent aus.

In den vergangenen, konjunkturell eigentlich immer erfreulicheren Jahren ist die Gesamtquote nur um etwa einen Prozentpunkt pro Jahr zurückgegangen. Daher verwundert es nicht, dass der Euro in vielen Teilen der Währungsunion nicht als etwas Tolles wahrgenommen wird und von den sogenannten populistischen Parteien mit euroskeptischen Aussagen Stimmen gewonnen werden können. Um es noch klarer zu sagen: Wenn es nicht wenigstens eine berechtigte Hoffnung auf so etwas wie Vollbeschäftigung gibt, kann der Euro auf Dauer nicht überleben.

Das Ausmaß der Unterbeschäftigung lässt sich, wie ich das in der Vergangenheit gelegentlich getan habe, auch durch die Lücke zwischen aktuellem und potenziellem BIP darstellen. Niemand sonst macht das so, aber man braucht nur anzunehmen, dass die Finanzkrise zu keinem echten Bruch im Potenzialwachstum geführt hat – warum auch? –, dass es also mit der Vorkrisenrate von 1,9 Prozent im Jahr weitergegangen ist. Dann ergibt sich für das vierte Quartal 2017 eine Outputlücke von nicht weniger als 12,2 Prozent. Das erklärt auf ziemlich überzeugende Art, warum die Löhne trotz des kräftigen Anstiegs der Beschäftigung (1,5 Prozent p.a. in den vergangenen beiden Jahren) auf Stundenbasis zuletzt nur um 1,5 Prozent höher waren als im Jahr zuvor, und ohne dass eine Beschleunigung zu erkennen ist.

Grafik: Euroraum: BIP und Produktionspotenzial 1995Q1-2017Q4

Mario Draghi sieht das neuerdings ähnlich. Am Montag hatte er vor dem europäischen Parlament Folgendes gesagt: „Wir wissen nicht genau, wie groß die ungenutzten Kapazitätsreserven sind. Sie sind möglicherweise in Wahrheit größer als geschätzt, was wiederum verhindern könnte, dass sich ein Druck auf die Preise entwickelt. Dies macht sich insbesondere auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar, wo die Lohninflation trotz der starken Beschäftigungszunahme nur sehr moderat ist.“ (meine Übersetzung aus dem Englischen)

Wenn es nach der EZB ginge, könnte die Geldpolitik also so expansiv bleiben wie sie ist. Starkes Wirtschaftswachstum in Verbindung mit negativen oder sehr niedrigen Realzinsen ist nicht nur gut für die Beschäftigung, sondern auch für die Staatsfinanzen, insbesondere in den Problemländern. Die niedrigen Zinsen haben im Übrigen den erwünschten Nebeneffekt, dass der Euro nicht so stark aufwertet, so dass der Tendenz nach vom Außenhandel weiterhin positive Impulse auf die Konjunktur ausgehen können.

Wie erwähnt, besteht das größte Risiko darin, dass sich sogenannte Vermögensblasen bilden. Auf der Suche nach Renditen, die höher sind als das, was sich mit Termingeldern, Staatsanleihen und Pfandbriefen zur Zeit verdienen lässt, haben Anleger die Aktienkurse, Ölpreise und in einigen Ländern auch die Immobilienpreise stark in die Höhe getrieben.

Problematisch ist das nur dann, wenn sie das vorwiegend mit geliehenem Geld getan haben. Wenn nämlich die Kurse und Preise eines Tages einbrechen, sind diese Anleger rasch überschuldet und sind dann gezwungen, ihre Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen einzuschränken – womit sie die nächste Rezession auslösen könnten. Vor allem in Frankreich ist das eine Gefahr, insgesamt aber ist die Verschuldung des privaten Sektors etwas niedriger als vor der letzten Finanzkrise. Ich kann nur hoffen, dass die europäische Bankenaufsicht anders als beim letzten Mal die Verschuldungsrisiken im Griff hat.

11 Kommentare

  1.   Die Freiheit liebender

    Das gute Zeugnis, das hier der Zinspolitik der EZB ausgestellt wird, kann einer kritischen Betrachtung nicht stand halten. Denn der Zins ist Ausdruck des menschlichen Handelns und Wertens. Wenn der Zins sich frei auf dem Markt bilden kann, bildet sich – gesamtwirtschaftlich gesehen – ein gleichgewichtiger Zins, der auch Urzins genannt wird. Es ist der natürliche Zins, der die Ersparnisse und Investitionen in Übereinstimmung bringt. Dieser Zins stellt sicher, dass genug Ersparnisse vorhanden sind, um die Realisierung der Investitionen zu decken. Der natürliche Zins wirkt wie ein Kompass, der die Marktakteure in die richtige Richtung zu einem gesunden, tragfähigen Wachstumsprozess leitet. Weicht der Marktzins vom natürlichen Zins ab, weil die Zentralbank in die Zinsbildung eingreift, kommt es zu Problemen. Der Aufschwung, der erzeugt wird, ist nicht tragfähig. Es folgen Kontraktion und Rezession.

    Zinsmärkte sind heute keine freien Märkte mehr. Da die Zentralbanker aber nicht wissen, welche Höhe der natürliche Zins hat, setzen sie den Marktzins nach Belieben fest. Dadurch verursachen sie immer wieder Störungen in der Volkswirtschaft – wie Inflation und Deflation, Kapitalfehllenkungen, Spekulationsblasen und vor allem auch Boom-und-Bust-Zyklen.

    Die Arbeitslosigkeit, die man versucht mit niedrigen Zinsen zu verringern, ist zu einem erheblichen Teil eine Folge des Eingreifens der Zentralbank. Indem sie Inflation erzeugt (nicht nur durch den Leitzins, sondern auch durch Geldschöpfung aus dem Nichts, werden Zinsen auf ein niedriges Niveau gedrückt), verhindert sie, dass die Menschen in den Genuss der Steigerung der Produktivität kommen. Denn diese führt zu niedrigeren Preisen, sodass sich die Menschen mehr Güter leisten können, womit ihr Wohlstand steigt und sie mehr Güter, sowie ganz neue Güter nachfragen können. So entsteht Wachstum mit zusätzlichen Arbeitsplätzen. Dies verhindert die Zentralbank mit ihrer lockeren Geldpolitik.

    Abgesehen davon kommt es auch durch das Eingreifen der Regierungen in die Marktwirtschaft zu Arbeitslosigkeit.

    Fazit: Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ist die lockere Geldpolitik genau das Falsche. Da die katastrophale Lage am Arbeitsmarkt ganz wesentlich eine Folge der niedrigen Leitzinsen ist, werden weiterhin niedrige Leitzinsen aus den genannten Gründen verhindern, dass genügend tragfähige Arbeitsplätze entstehen. Allenfalls kommt es zu einer kurzfristigen Erholung am Arbeitsmarkt, die aber in sich zusammenbricht, da sie auf keinem soliden Fundament steht.

  2.   HKaspar

    @ DFL: Bis zum “Urzins” – den Wicksell “Gueterzins” – nennt – schreiben Sie durchaus Sinnvolles. Danach schaffen Sie es allerdings nicht, Ihren eigenen analytischen Rahmen auch korrekt anzuwenden.

    Das Treiben von Zentralbanken kann man in dr Tat so verstehen, dass sie versuchen, mit dem Geldzins den Guetrzins abzubilden. In einem Fiat-Geldsystem hat sie auch weitgehend Freiheit, dies zu tun, im Gegensatz zu Spezie-Geldsystemen (wie dem Goldstandard), wo der Geldzins vorgegeben ist durch das Angebot an Spezie, und deshalb systematisch falsch gesetzt ist.

    Es gibt allerdings eine Ausnahme: die Nullzinsfalle, wenn der Gueterzins negativ ist, der Geldzins ihm dahin allerdings nicht folgen kann. Dann muss die Zentralbank zu anderen Mitteln greifen wie Quantititative Easing, und/oder der Fiskus muss sie per Stimulus unterstützen. Dies ist die Situation der vergangenen Jahre nach der globalen Finanzkrise.

    Die Tatsache dass Inflation noch immer unter ihrem Zielwert liegt bedeutet, dass der Geldzins trotz Nullwert noch immer ueber dem Gueterzins liegt. D.h. Ihr eigener analytischer Rahmen zeigt ohne jeden Zweifel, dass die Geldpolitik zu restriktiv ist, nicht zu lose. Deswegen darf der Zentralbankzins auch (noch) nicht steigen, wie Wermuth richtig schreibt.

  3.   Peter Ledwon

    @ HKaspar

    Die zentrale Frage wäre: wieso ist der Güterzins ins negative gerutscht? Über die Zeit unmittelbar nach der Krise brauchen wir uns nicht zu unterhalten, aber mit ihren geldpolitischen „Mitteln“, die die ZBn als Reaktion darauf eingeleitet haben, wurde VORRAUSSEHBAR auf der Ebene der Kapitalmärkte (mir nicht verständlich wieso Sie diese hier ganz ausblenden) ein heftig ansteigender „Wertpapierzins“ vorbereitet und dann eingeleitet.

    Beispiel: „Seit Anfang 2013 ist der S&P 500 – der Leitindex der USA und damit der Welt – um weitere 69 Prozent gestiegen“ https://blog.zeit.de/herdentrieb/2017/10/25/wertpapiere-eigentlich-muessten-die-blasen-platzen_10588

    Bei solchen Steigerungen binnen relativ kurzer Zeit ist doch auch klar dass ich mich als Kapitalist nicht im Bereich der (anstrengenden!) Güterzinsen aufhalte, wenn woanders (ohne viel Mühe) solch wahnsinnigen Profite winken…

    Demfolgend also bleibt der Güterzins auch weiterhin tendenziell negativ, solange der „Wertpapiermarktzins“ im falschen Verhältnis zu diesem steht. Erst mit dem Loslassen von der lockeren Geldpolitik und einem sich darufhin erst neu einzujustierdem Nivau, ist mit einem nachhaltig positiven Güterzins zu rechnen.

  4.   Die Freiheit liebender

    @HKaspar (#2)

    Meine Überlegungen zum Urzins knüpfen an Ludwig von Mises an. Demnach ist der Urzins Ausdruck einer Wertdifferenz, die sich durch die Zeitpräferenz erklärt. Der Begriff Zeitpräferenz besagt, dass der handelnde Mensch aufgrund der Knappheit von Gütern eine frühere Erreichung seiner Ziele einer späteren vorzieht.

    Jedes Eingreifen der Zentralbanken in den Zins (Urzins), der sich aus Angebot und Nachfrage auf dem Markt ergibt, verursacht eine Störung. Ob er nun über die Festsetzung des Leitzins oder über Geldschöpfung aus dem Nichts erfolgt, ist unbedeutend.

    Der Zielwert der EZB ist ja bekanntlich 2 % Inflation. Dazu sollte man allerdings berücksichtigen, dass Inflation nicht nur bei Konsumgütern stattfinden kann, sondern – wie z.Z. – auch bei Aktien-, Anleihen- und Immobilienpreisen. Der nächste Zyklus – wenn Geld dort wegen hoher Bewertung abgezogen wird – wird die Inflationierung der Rohstoffpreise sein und von da an steigt auch die Inflation bei den Konsumentenpreisen. Das alles ist dann eine Folge der Geldpolitik der EZB. Es schadet den Menschen.

    Die derzeitige Niedrig-Zins Politik ist aber auch aufgrund anderer Auswirkungen ausgesprochen gefährlich. Über die Auswirkungen und warum uns diese Geldpolitik in die finanzielle Katastrophe führt, beschreibt Dr. Markus Krall, Managing Director im Frankfurter Büro von goetzpartners hier youtube.com/… Es ist jemand, der sich sehr gut auskennt, jedenfalls hatte ich diesen Eindruck, als ich das Interview sah.

    Er ist Autor mehrerer Bücher. Sein letztes Buch hat den Titel: „Der Draghi-Crash“ – Warum uns die entfesselte Geldpolitik in die finanzielle Katastrophe führt.

    Markus Krall begründet in diesem Interview, warum unser Geld, die Banken und die gesamte Volkswirtschaft durch die Niedrig- und Null-Zins Politik der EZB und die Tatenlosigkeit der Regierungen in akuter Gefahr ist und eine Pleitewelle bei europäischen Unternehmen und Massenarbeitslosigkeit droht.

    „Es war noch nie so billig verantwortungslos zu sein.“ (Dr. Markus Krall)

    „Man rettet nicht den kleinen Sparer, den kleinen Anleger oder Lebensversicherte sondern den, der das große Rad am Kapitalmarkt dreht.“ (ebda)

    Bemerkenswert auch:

    Ab ungefähr Minute 38:20 Null Zins Politik – größte Umverteilung von Arm zu Reich.

    Ab ungefähr Minute 47:40 Inflation ist das unsozialste was es gibt.

  5.   mister-ede

    @DFL [#4],

    „Dazu sollte man allerdings berücksichtigen, dass Inflation nicht nur bei Konsumgütern stattfinden kann, sondern – wie z.Z. – auch bei Aktien-, Anleihen- und Immobilienpreisen.“

    Schade, dass Sie nicht bereit sind, die Fakten zur Kenntnis zu nehmen.

    Immobilienpreise: 30 Mio. Deutsche leben in Großstädten oder ihrer Umgebung. In einige dieser Städte herrscht ein starker Zuzug. Dort steigen erwartungsgemäß vor allem in zentralen Lagen die Preise (Angebot und Nachfrage, Sie wissen schon). In weiten Teilen Deutschlands gibt es hingegen nur moderat steigende Immobilienpreise, in manchen Landstrichen sogar fallende bzw. sehr niedrige Immobilienpreise. Im Durchschnitt also keine sonderliche Inflation.

    Aktien: Der harte Dax-Kursindex (und nicht der verwässerte Dax Performance-Index) ist heute auf dem Level von 2007 und 2008, also vor der Finanzkrise, und sogar niedriger als in den Jahren 2015 und 2000. Die Thyssen-Aktie stand in den letzten 20 Jahren einigemal über 30 Euro, heute ist sie für 21 zu haben. Heidelberg Cement kostete Ende der 90er Jahre rund 80 Euro – genauso viel wie heute! Also keine sonderliche Inflation.

    Anleihen: Zum einen werden Anleihen bei Endfälligkeit mit dem Nennwert zurückgezahlt, zum anderen ist der Preis von Anleihen ja der Zins und der ist wohl gerade eher niedrig. Und dass durch die aktuell niedrigen Zinsen höher verzinste Anleihen aus der Zeit vor der Finanzkrise einen gestiegenen Wert haben, ist doch wohl logisch und außerdem nur temporär, denn der Wert verschwindet ja gegen Ende der Laufzeit wieder. Also keine Inflation bei Anleihen, im Gegenteil!

  6.   Die Freiheit liebender

    @mister-ede (#5)

    Nehmen Sie bitte folgende Fakten zur Kenntnis:

    Der Dax-Kursindex stieg immerhin seit 2009 von ca. 3.170 auf ca. 7.940. Er hat sich also mehr als verdoppelt. Siehe hier: boerse.de/dividenden/Dax-Performance-Index-gegen-Kurs-Index/

    Die „Erschreckende Entwicklung der Immobilienpreise in Deutschland!“ sehen Sie hier:
    wallstreet-online.de/nachricht/9800805-immobilien-erschreckende-entwicklung-immobilienpreise-deutschland

    Zu den Anleihen erfahren Sie hier focus.de/finanzen/experten/polleit/boerse-auf-dem-anleihemarkt-blaeht-sich-eine-super-blase-auf_id_7303729.html unter dem Titel: „Auf dem Anleihenmarkt bläht sich eine Super-Blase auf“, dass das KGV für 10-Jährige Euro-Staatsanleihen in etwa 85 beträgt, was bedeutet, dass der Anleger 85 Jahre warten muss, bis er seinen Einsatz wieder zurückerhalten hat.

  7.   mister-ede

    @DFL [#6]

    Zur Kenntnis nehme ich, dass Sie nicht mal den Unterschied zwischen Dax-Kursindex und Dax-Perfomanceindex kennen. Ferner nehme ich zur Kenntnis, dass Sie falsche Tatsachen verbreiten, denn der Dax-Kursindex lag noch nie bei 7.940 Punkten: finanzen.net/index/DAX-Kursindex

    So viel zu den alternativen Fakten, die Sie hier zu verbreiten versuchen.

  8.   Die Freiheit liebender

    @mister-ede (#7)

    Auf der Seite der Boerse.de, die in meinem Kommentar verlinkt ist, ist sowohl der Kurs- wie auch der Performance-Index im Chart dargestellt. Dort steht der Kursindex bei ca. 7.940 und der Performance-Index bei ca. 12.590. Aktuell (14:06 Uhr) steht der Performance-Index bei 12.307,50.

  9.   mister-ede

    @DFL [#8]
    ich kann nichts für die Quellen, die Sie verwenden. Wenn Sie auf boerse.de nach Dax-Kursindex suchen, bekommen Sie aber auch dort die korrekte Grafik bzw. die korrekten Werte. Es wäre einfach schön, wenn Sie die Fakten akzeptieren würden.

    Egal ob Sie die Verbraucher-, Immobilien-, Aktien- oder Ölpreise anschauen, man kann einfach nicht von einer hohen Inflation sprechen. Im Gegenteil sie ist im historischen Vergleich extrem niedrig.

    Es gibt natürlich Ausnahmen, z.B. Gold oder Kunstobjekte. Aber das ist relativ leicht erklärt. Das oberste Prozent ist in den letzten Jahren so reich geworden, dass sie nicht wissen, wohin mit dem Geld. Und es gibt eben auch nur eine einzige „Mona Lisa“ auf der Erde.

  10.   BMMMayr

    Man sollte auch sauber zwischen Inflation und steigenden Preisen unterscheiden, das ist nicht das gleiche.

    „dass das KGV für 10-Jährige Euro-Staatsanleihen in etwa 85 beträgt, was bedeutet, dass der Anleger 85 Jahre warten muss, bis er seinen Einsatz wieder zurückerhalten hat“

    Abgesehen davon, dass der Kauf einer Staatsanleihe kein Spiel mit Einsatz ist, nach 85 Jahren hat der Anleger seinen „Einsatz“ zurück UND immer noch den Wert der Staatsanleihe. Ein „KGV“ (eine bond macht keinen Gewinn, es wohl das Verhältnisse des Kurses zu den jährlichen Erträge gemeint) von 85 bedeutet eine Rendite von knapp 1,18%, also ein wenig unter der aktuellen Inflation. Da scheint mir der Markt die Realität korrekt abzubilden. In einer Welt in der einer Flut von (gewünschten) Ersparnissen wenige (dem Finanzmarkt zugängliche) lohnende Investitionsmöglichkeiten gegenüberstehen (mehr als genug Kapazitäten) ist es eine vergleichsweise guter deal nur so wenig implizite Gebühr für die Wertaufbewahrung zahlen zu müssen. Es gibt nur ganz wenige Dinge die man heute kaufen kann, die mit großer Sicherheit inklusive laufender Kosten in 10, 20 oder 50 Jahren auf die selbe Rendite und Sicherheit kommen, die Ausnahme war vielleicht Land, deshalb steigt es ja auch so im Preis, nicht nur Bauland, auch Ackerland.

    Und selbst wenn die Preissteigerungen objektiv zu hoch wären, sie sind nicht Teil einer sich selbst verstärkenden Spirale (wie es eine Lohn-Preisspirale ist), und somit keine Grund für eine ZB die Party zu beenden. Ausnahme wäre ein von Schulden getriebener Exzess, aber da gibt es bessere Möglichkeiten für eine ZB da einzuschreiten, als die ganze Volkswirtschaft mit einer (Zins)Notbremsung ins Kiesbett zu fahren.

    Übrigens wenn man Angst vor einer drohenden Schuldenpanik hat, dann sollte man eher froh sein, dass so viele Anleihen von einem Schuldner mit tiefen Taschen und ruhiger Hand gehalten werden wie der EZB.

 

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