Weckruf im Verhandlungssaal – Das Medienlog von Donnerstag, 9. März 2017

Die Reporterin des Bayerischen Rundfunks hat die Entscheidung des Richters, Beweisanträge nur noch bis nächsten Dienstag zuzulassen, eingeordnet: Auf manche Prozessbeteiligte „wirkte das ganz offensichtlich wie ein Schock“, schreibt Mira Berthelmann.  „Es hat den Anschein, als ob die Anwälte erwischt worden wären bei etwas, das sie bislang versäumt haben.“ Richter Götzl habe mit der kurzen Frist einen Weckruf ausgelöst. Vermutlich werde die Frist verlängert, schreibt sie. Und auch jene, „die es sich allzu bequem im Verhandlungssaal eingerichtet haben, werden dazu übergehen ihre Plädoyers zu verfassen“.

Weiter„Weckruf im Verhandlungssaal – Das Medienlog von Donnerstag, 9. März 2017“

 

353. Prozesstag – Münchner Verhandlung geht weiter

Fortsetzung im NSU-Prozess: Das Terrorverfahren steht weiter unter dem Eindruck des Gutachtens von Psychiater Henning Saß, dessen Vernehmung mittlerweile abgeschlossen ist. Er hatte der Hauptangeklagten Beate Zschäpe die volle Schuldfähigkeit attestiert und die Sicherungsverwahrung für sie nahegelegt.

Zschäpes drei Altverteidiger hatten der Verwertung seiner Erkenntnisse widersprochen. Sie wollen ein methodisches Gegengutachten zu Saß‘ Expertise in den Prozess einbringen. Zschäpes neue Vertrauensanwälte hatten zudem angekündigt, ihre Mandantin werde sich möglicherweise von einem anderen Gutachter, dem Freiburger Joachim Bauer, befragen lassen.

Informationen aus der Verhandlung gibt es via Twitter hier. Die Berichte darüber fassen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

 

Ein Drehbuch als Indiz – Das Medienlog vom Mittwoch, 8. März 2017

Am Dienstag wurde in der Verhandlung eine Art Drehbuch für ein Video verlesen. Es war der Film mit Paulchen Panter, in dem sich der NSU zu seinen Taten bekannte und in dem die ganze menschenverachtende Grundhaltung der Mitglieder zum Ausdruck kam.

Das Drehbuch enthält nicht nur sekundengenaue Zeit- und detaillierte Inhaltsangaben einzelner Paulchen Panther-Szenen, sondern auch Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Bearbeiten der Szenen, schreibt Wiebke Ramm von der Suddeutschen Zeitung. Mundlos galt als Computerexperte. Warum sollte er für sich eine Anleitung geschrieben haben?

Das Drehbuch ist kein Beweis, aber ein Indiz dafür, dass Mundlos den NSU-Bekennerfilm nicht allein hergestellt hat, konstatiert die Autorin. Womöglich habe Zschäpe ihm geholfen.

An jedem Werktag sichten wir für das NSU-Prozess-Blog die Medien und stellen wichtige Berichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

Das nächste Medienlog erscheint am Donnerstag, 9. März 2017.

 

352. Prozesstag – Fortsetzung im Prozess

Es geht weiter im Münchner Terrorverfahren: Der NSU-Prozess steht noch immer unter dem Eindruck des Gutachtens von Psychiater Henning Saß, dessen Vernehmung mittlerweile abgeschlossen ist. Er hatte der Hauptangeklagten Beate Zschäpe die volle Schuldfähigkeit attestiert und die Sicherungsverwahrung für sie nahegelegt.

Zschäpes drei Altverteidiger hatten der Verwertung seiner Erkenntnisse widersprochen. Sie wollen ein methodisches Gegengutachten zu Saß‘ Expertise in den Prozess einbringen. Zschäpes neue Vertrauensanwälte hatten zudem angekündigt, ihre Mandantin werde sich möglicherweise von einem anderen Gutachter, dem Freiburger Joachim Bauer, befragen lassen.

Informationen aus der Verhandlung gibt es via Twitter hier. Die Berichte darüber fassen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

 

Blitzurteil im NSU-Prozess? – Das Medienlog vom Montag, 7. März 2017

Das Urteil im NSU-Prozess ist schon seit längerer Zeit in Sichtweite, nun überraschen Juristen mit einer besonders raschen Erwartung: Möglicherweise könnte der Richterspruch noch vor dem 6. Mai fallen, dem vierten Jahrestag des Prozessbeginns – so vermuten es einer dpa-Meldung zufolge „Münchner Justizkreise“. Namentlich vertritt dort niemand diese außergewöhnlich optimistische Einschätzung. Klar ist demnach allerdings auch: Die allermeisten Prozesspunkte sind abgehandelt, nur noch wenige Punkte müssen geklärt werden, etwa die mögliche Vernehmung Beate Zschäpes durch einen anderen Gutachter. Zwischen Beweisaufnahme und Urteil stehen aber noch die Plädoyers.

An jedem Werktag sichten wir für das NSU-Prozess-Blog die Medien und stellen wichtige Berichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

Das nächste Medienlog erscheint am Dienstag, 8. März 2017.

 

351. Prozesstag – Zschäpe im Fokus

Nach einer Woche Pause geht es heute im NSU-Verfahren weiter. Das Geschehen dürften zunächst die Verteidiger der Hauptangeklagten Beate Zschäpe bestimmen. In der vorigen Sitzung war die Vernehmung des psychiatrischen Gutachters Henning Saß zu Ende gegangen, der Verwertung seiner Erkenntnisse hatten die drei Altanwälte widersprochen. Sie wollen ein methodisches Gegengutachten zu Saß‘ Expertise in den Prozess einbringen. Die Ergebnisse daraus stehen nun aus.

Zschäpes neue Vertrauensanwälte hatten zudem angekündigt, ihre Mandantin werde sich möglicherweise von einem anderen Gutachter, dem Freiburger Joachim Bauer, befragen lassen. Ob es dazu kommt, könnte in dieser Woche bekannt werden.

Informationen aus der Verhandlung gibt es via Twitter hier. Die Berichte darüber fassen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

 

Keine Berichte zum NSU-Prozess

Auch am Montag, 6. März, gibt es keine Berichte in den deutschen oder englischsprachigen Onlinemedien.

An jedem Werktag sichten wir für das NSU-Prozess-Blog die Medien und stellen wichtige Berichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

Das nächste Medienlog erscheint am Dienstag, 7. März 2017.

 

Finanzspritze für Zschäpe – Das Medienlog vom Donnerstag, 23. Februar 2017

Beate Zschäpes Leben in der Untersuchungshaft war Thema des 350. Verhandlungstags. Als Zeugin sagte die stellvertretende Leiterin des Münchner Gefängnisses, Mariona Hauck, aus. Mit ihrer Vernehmung als Leumundszeugin wollten Zschäpes Neuverteidiger widerlegen, dass die Angeklagte weiter eine Gefahr darstellt. „Bewiesen werden kann jetzt möglicherweise genau das Gegenteil“, schreibt Gisela Friedrichsen in der Welt.

In der Vernehmung gab Hauck an, ein Mann namens Enrico K. überweise Zschäpe regelmäßig 100 bis 200 Euro. Auf Twitter und Facebook verehrt der ominöse Spender nicht nur die Angeklagte, sondern bekundet auch Sympathie für rechtsextremes Gedankengut. Nun stelle sich die Frage, „ob Zschäpe sich wirklich, wie sie behauptet, längst von dem Milieu abgewendet hat, das einst den Nährboden für die Verbrechen des NSU bildete“.

Weiter„Finanzspritze für Zschäpe – Das Medienlog vom Donnerstag, 23. Februar 2017“

 

Zschäpes unheimlicher Verehrer

Beate Zschäpe erhält regelmäßig Geld in der Haft – auch aus einer dubiosen Quelle. Der NSU-Prozess schließt unterdessen eines der letzten Kapitel ab.

Beate Zschäpes Gesicht prangt inmitten eines Herzens aus Rosenblättern, darunter steht die Botschaft „Alles Liebe zum Valentinstag Bea!“. Ein anderes Foto, wieder mit Zschäpe, die Nachricht darauf diesmal: „Egal wie schwer die Zeiten noch werden, ich werde immer zu Dir stehen, Beate.“ Daneben hat sich der Urheber, ein Mann mit Brille und Schnauzbart, selbst abgebildet. Enrico K. heißt der Nutzer, der in seinem Twitter-Profil eine unsterbliche Liebe für die Hauptangeklagte im NSU-Prozess bekundet.

Auf seiner Facebookseite finden sich ähnliche Schwärmereien, aber auch Links zu rechtsextremen Seiten. Seine Zuneigung bekundet der nach eigenen Angaben aus München stammende Mann allerdings nicht nur virtuell, sondern auch finanziell: Mehrmals schon hat er Zschäpe Geld auf ihr Konto im Münchner Gefängnis Stadelheim überwiesen, wo sie während des NSU-Prozesses in Untersuchungshaft sitzt. Zschäpe kann damit Lebensmittel und Tabak im Anstaltsladen kaufen – oder ihren Anwalt Hermann Borchert bezahlen, dessen Honorar als Wahlverteidiger nicht aus der Staatskasse vorgestreckt wird.

Weiter„Zschäpes unheimlicher Verehrer“

 

Peinliche Momente für die Verteidigung – Das Medienlog vom Mittwoch, 22. Februar 2017

Vor einer Woche haben Beate Zschäpes Neuverteidiger angekündigt, die Vernehmung einer Vollzugsbeamtin des Münchner Gefängnisses Stadelheim  beantragen zu wollen. Passiert ist bisher aber nichts. Am Dienstag ergriff nun Richter Manfred Götzl die Initiative: Er lud die stellvertretende Leiterin der Haftanstalt, in der Zschäpe in Haft sitzt. Sie wird bereits heute aussagen.

Mit dem Schritt sorgte Götzl „für eine peinliche Schlappe für die Verteidigung“, schreibt Ina Krauß vom Bayerischen Rundfunk. Zschäpes Anwalt Mathias Grasel hatte kurz zuvor noch mitgeteilt, der Antrag liege „aus organisatorischen Gründen“ noch nicht vor. Dem Richter ging das offenbar zu langsam.

Weiter„Peinliche Momente für die Verteidigung – Das Medienlog vom Mittwoch, 22. Februar 2017“