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196. Prozesstag – Keupstraßen-Anschlag und Überfall in Stralsund

 

Der Verhandlungstag beginnt mit dem Bombenanschlag in der Kölner Keupstraße von 2004. Dazu sagen die medizinischen Sachverständigen Oliver Peschel und Rüdiger Mölle aus, die die Verletzungen mehrerer Opfer begutachtet haben. Entscheidend sind die Expertisen, um die Bewertung des Anschlags als versuchten Mord zu prüfen – als solchen wirft die Bundesanwaltschaft die Tat der Hauptangeklagten Beate Zschäpe vor. Im Anschluss sind drei Zeugen geladen, die durch die Explosion der Nagelbombe verletzt wurden.

Im Anschluss geht es um zwei Banküberfälle, die Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt zur Finanzierung des NSU-Trios verübt haben sollen. Am 7. November 2006 und am 18. Januar 2007 überfielen sie eine Sparkasse in Stralsund. Beide Male kamen sie mit einer hohen Beute davon: Sie ließen sich insgesamt rund 255.000 Euro aushändigen. Zwei Angestellte, die als Zeuginnen aussagen, waren bei beiden Überfällen im Dienst, ein weiterer Mitarbeiter war Opfer der ersten Tat.

Informationen aus der Verhandlung gibt es via Twitter hier. Die Berichte darüber fassen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

3 Kommentare

  1.   Karl Müller

    Auf die Begründung der Mediziner bin ich neugierig.
    Wenn man bedenkt das 6-20% der Nägel die für lebensgefährliche Verletzungen nötige Eindringtiefer erreichten und von den vorhandenen Geschädigten niemand zu Tode kam.

    Man muss schon belegen das der oder die Täter auch eine Tötungsabsicht hatten, und vielleicht zuvor nachweisen welchen Anteil an dem Delikt die „Uwes“ hatten?

  2.   Paul

    Warum sollte auch zwingend der Tod der potentiellen Opfer das Anschlagsziel gewesen sein?
    Aus Militärkreisen sind Überlegungen nicht ganz unbekannt, dass das Töten des Feindes nicht die optimale Lösung ist, sondern dessen (schwere) Verwundung viel geeigneter ist, langandauernde (und da reden wir schon von Jahrzehnten) Folgebelastungen und Schrecken auf der Seite des Feindes hervorzurufen.
    Wer kann wissen, obTerroristen nicht längst ähnlich denken?

    Im Übrigen sei einmal mehr an die Frage nach dem Tatbeweis (gerade auch den gegen Z.) erinnert.

  3.   Karl Müller

    @ 2

    ja in Kreisen ausgebildeter Militärs und Nachrichtendienstler…

    Danke, ich hab auch nicht gerade beim THW „gelernt“. Lesen Sie mein Kurzgutachten zur tatsächlichen „Leistungsfähigkeit“ der USBV Keupstrasse.

    Für mich steht da auch garnichts fest. Habe nur den Vorwurf der Anklage wiedergegeben!

    Es ist offenkundig dass das Wirkungspotenzial der USBV-Keupstrasse sehr beschränkt war. Jemand mit professoneller Ausbildung hätte aus dem Material leicht eine erheblich wirksamere USBV erstellen können.

    Was noch völlig ungeklärt ist, abgesehen von der angeblichen Tatbeteiligung der Uwes und der Z., wer diese USBV so konstruiert hat, oder woher die Anleitung dazu stammte. Auch ist völlig unklar wer die USBV ausgelöst hat, ja ob es überhaupt der Konstrukteur war, oder der Ableger? Gerade wegen des sehr selektiven Frequenzbandes kommen auch Dritte für die Auslösung in Betracht die um die Umstände der Konstruktion wussten.

    Kurz: Es besteht immer noch der begründetet Verdacht das hier jemand eine Güterabwägung vorgenommen hat. Etwa hinsichtlich: USBV ja, aber möglichst wenig Tote, dafür spektakuläre Pressebilder. Und den „Jemand“ sehe ich nicht bei irgendwelche Extremisten!

 

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